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In der Nähe der Moorweide, einem Park mit weiten Grasflächen und künstlerischen Skulpturen, lässt sich ein figürlicher Bronzebrunnen – der Paradiesbrunnen – des Künstlers Bernd Altenstein bei einem sonntäglichen Spaziergang entdecken. Das 1988/89 kreierte Wasserspiel liegt vor dem Grand Hotel an der Ecke Rothenbaumchausee – Moorweidenstraße und trägt mit seinen schemenhaften Konturen zum Charme des imposanten Villenviertels bei.

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Veranschaulicht wird der biblische Sündenfall aus dem ersten Buch Moses, bei dem Adam und Eva von der Schlange verführt und anschließend gegen Gottes Verbot von den Früchten des Baums der Erkenntnis essen, woraufhin sie sich ihrer Nacktheit gewahr werden. Adam und Eva werden von Gott aus dem Paradies verbannt, die Bürde eines menschlichen Daseins auferlegt und ein Cherubim verwehrt ihnen fortan den Zugang zu dem Baum des ewigen Lebens
Eben diese Szene offenbart sich beim genaueren Betrachten des bronzenen Kunstwerks. So bildet die optische Mittelachse des Paradiesbrunnens der Baum der Erkenntnis, an den sich rückseitig eine männliche Figur anschließt, die nach einem Apfel greift. Auf der anderen Seite sitzt eine weibliche, ebenfalls entblößte und vollplastisch ausgearbeitete Frau, die das Gesicht mit traurigen Zügen leicht zur Seite neigt und ein Bein angewinkelt hält. Neben ihr lassen sich noch weitere liegende menschliche Gestalten entdecken. Insgesamt scheint es, als zerschmölzen die bläulich patinierten Figuren zu einem einzelnen Bild, bei dem sich Adam, Eva und der Baum klar herauskristallisieren. Wasser sprudelt von der Krone des Baumes über die Skulpturen sowie aus Wasserfallausläufen in das Granitbassin. Der Aufbau des Beckens ist geradlinig verwinkelt und in Stufen angeordnet und widerspricht der weichen Linienführung des skulpturalen Bildes.

Bernd Altenstein wurde 1943 in Schlossberg geboren und absolvierte ein Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie Stuttgart bei Prof. Rudolf Daudert. Nach seinem Staatsexamen in Kunst und Kunstgeschichte wurde er Professor an der Hfk in Bremen mit dem Studiengang Freie Kunst. Seine Arbeiten sind einzigartig, prägten die figürliche Bildhauer in Bremen nachhaltig und gewannen den 1. Rodin Grand Exhibition des Hakone-open-air Museums in Japan. Zahlreiche Plastiken finden sich von ihm in unter anderem Lübeck, Hilden und Bremen, um den öffentlichen Raum zu verschönern und künstlerisch Interessierte zu begeistern.

Fotos Ⓒ Bianca Geurden

Edle Brunnen für Garten und Grundstück:

Über den Autor

Bianca Geurden entdeckte ihre Leidenschaft für die künstlerische und textliche Gestaltung bereits in jungen Jahren und setzte diese später in ein Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften um. Ihre Vorliebe für ein Spiel mit Farben, Formen und Wörtern führte sie schließlich auch zum Thema Gartendekorationen und –austattungen.

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