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Treppen, Außenwände, Brunnen und kunstvolle Bildhauerarbeiten aus Stein bleiben nicht immer von unliebsamen Grünbelägen verschont. Vor allem in schattigen und eng bewachsenen Bereichen, wo sich die Feuchtigkeit optimal im Material halten kann, werden Gesteine von Algen, Pilzen und Flechten befallen. Die Verunreinigung hängt im Wesentlichen davon ab, wie lange eine Oberfläche nach Niederschlägen und der Nachtfeuchtigkeit braucht, um erneut auszutrocknen. Wasser bildet zusammen mit Rückständen von Blättern und Blüten, die Gerbsäuren, Farbstoffe und andere Verbindungen abgeben, eine ideale Grundlage für das Wachstum von Mikroorganismen.

Insgesamt gibt es drei Arten der Oberflächenbeschmutzung – Anlagerungen, Filme und Krusten. Bei Anlagerungen haften Teilchen wie beispielsweise Staubpartikel auf einer unveränderten Materialoberfläche, während Filme geschlossene Schichten darstellen, die im Wesentlichen aus unlöslichen Luftschadstoffen und/oder biologischen Ursprungs sind. Besonders schwer zu reinigen sind Millimeter bis Zentimeter dicke Krusten aus löslichen und unlöslichen Reaktionsprodukten des Steines mit Luftschadstoffen wie Schweldioxid.

Welche Grünbeläge gibt es?

In 95% aller Befallsfälle handelt es sich um ein rein ästhetisches Problem, das keinerlei Wirkung auf die Porosität des Steins ausübt. Grünbeläge stehen nicht in Verbindung zur Qualität des Materials, sondern sind ein natürliches Phänomen, dem vorgebeugt werden kann. Um den Nährboden für Mikrobiologien so gering wie möglich zu halten, sollten Treppenstufen regelmäßig gekehrt und Skulpturen mit einem Grundreiniger geschrubbt werden. Auch Imprägnierungen wie HYDROREP hemmen die Ansiedlung, sofern sie nicht durch alkalische Reinigungsmittel geschwächt werden. Die meisten Skulpturen werden bereits vom Hersteller mit einer geeigneten Lösung imprägniert, um die Gesteinsporen zuverlässig vor Flüssigkeiten zu versiegeln.

Algen

Damit Algen entstehen können, brauchen sie vor allem drei Dinge: Wasser, CO2 und Licht. Daher siedeln sie sich häufig in schattigen Bereichen an, die ganzheitlich über das Jahr hinweg Feuchtigkeit spenden. In der Regel greifen Algen die Oberfläche nicht an, hinterlassen jedoch einen Klebefilm, auf dem Schadstoffe haften bleiben. Besonders resistent sind rot gefärbte Grünalgen, die nicht mit dem Hochdruckreiniger entfernt werden sollten, da die rote Farbe später nicht mehr aus dem Material abzuwaschen ist.

Pilze

Pilze benötigen zusätzliches organisches Material wie beispielsweise vorhandenen Algenbewuchs oder Staub aus der Luft. Anders als Algen bevorzugen sie statt eines neutralen Milieus ein saures.

Flechten

Flechten stellen eine Symbiose von Algen und Pilzen dar, wobei die Alge dem Pilz als Nahrung dient und dieser die Alge im Gegenzug vor dem Austrocknen schützt. Positiv ist, dass Flechten oftmals mehr erhalten als zerstören. Aus diesem Grund wird in der Denkmalpflege zweimal überlegt, ehe der Grünbelag entfernt wird.

Moose

Moose benötigen ein lang anhaltendes, feuchtes Klima zur Ansiedlung und zählen zur Pflanzen- bzw. Botanikfamilie. Da sie dementsprechend keine Mikroorganismen sind und Wurzeln haben, können sie Natursteine nachhaltig schädigen.

Im Frühstadium der Besiedlung, sofern die Verschmutzung noch nichts ins Kapillarsystem vorgedrungen ist, kann ein Hochdruckreiniger Abhilfe schaffen. Beachten Sie, dass zu hoher Druck die Oberfläche beschädigt und somit eine Neuverschmutzung begünstigt. Sollte sich der Grünbelag ins Material bereits abgesetzt haben, streichen Sie mit dem Hochdruckreiniger nur die oberste Schicht ab und müssen auf weitere Reinigungsmittel zurückgreifen, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

Elegante Amphoren und Pflanzgefäße aus Stein:

Lösungen zur Reinigung von Grünbelag

Reinigungsmittel auf der Grundlage quarternärer Ammoniumverbindungen
Diese Reinigungsmittel haben in der Regel einen ph-Wert von 7, daher besitzen sie keinen bleichenden Effekt, hinterlassen keine Schäden und sind sowohl geruchsneutral, als auch emulgierend. Vereinfacht beschreibt eine quarternäre Ammoniumverbindung eine organische Ammoniumverbindung, bei der alle vier Valenzen (einwertigen Atome) des Stickstoffatoms organisch verbunden sind. Sie lassen die Mirkoorganismen durch Angreifen ihres Stoffwechsels im Laufe der Abwitterung absterben, wodurch die Wirkung zwar erst nach einer gewissen Zeit sichtbar wird, allerdings nachhaltig von drei Monaten bis zu einem Jahr hält. Nutzen Sie diese Lösung bei reinen Grünbelägen wie Algen und Moos. Die Firma Lithofin bietet als Reinigungsmittel auf der Grundlage quarternärer Ammoniumverbindungen beispielsweise das Produkt Lithofin Allex an, dessen Wirkstoffsubstanzen nachhaltig eintrocknen und vom Regen ausgespült werden.

Hypochloridhaltige Reiniger

Es handelt sich um ein hochalkalisches Oxidationsmittel, das Chlor enthält, Mikroorganismen abtötet und Schmutzanlagerungen entfernt. Der Vorteil ist, dass es innerhalb einer Stunde seine Wirkung entfaltet, allerdings riechen solche Mittel intensiv und können Metalle, organische Stoffe, Farben, Holz und Textilien angreifen. Empfehlenswert ist der Reiniger bei Biofilmen aus Algen, Pilzen, Schmutzpartikeln und anderen organischen Verschmutzungen. Einige Tage später können Sie die Lösung auf Grundlage quarternärer Ammoniumverbindung auftragen, um einen langfristige Effekt zu erzielen. Ein Beispiel für einen hypochloridhaltigen Reiniger ist das Produkt Lithofin MN Außenreiniger, der organische Farbstoffkomplexe zersetzt, jedoch die färbenden Mineralien des Natursteins erhält.

Bei der Wahl des geeigneten Reinigungsmittels sollten Sie in jedem Fall die örtlichen Bestimmungen zur Reinhaltung des Grundwassers beachten. Die Reinigungsflotte sollte in den Abwasserkanal geleitet werden und darf nicht in offene Gewässer bzw. das Grundwasser eindringen. Falls Sie Fragen und Tipps zum Thema Grünbeläge haben, schreiben Sie oder rufen Sie uns an.

Foto von © hipproductions und © Jan Matoska – Fotolia.com

Über den Autor

Bianca Geurden entdeckte ihre Leidenschaft für die künstlerische und textliche Gestaltung bereits in jungen Jahren und setzte diese später in ein Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften um. Ihre Vorliebe für ein Spiel mit Farben, Formen und Wörtern führte sie schließlich auch zum Thema Gartendekorationen und –austattungen.

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