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Die Osterinsel: Ein Ort voller Rätsel, Geheimnisse, offener Fragen und Geburtsstätte der sagenumwobenen Moai Figuren. Kaum ein anderer Winkel dieser Erde erscheint den Forschern so unerklärlich. Obwohl es bereits zahlreiche Theorien um die Bewohner, ihre Kultur und Religion existieren, bleiben einige Dinge weiterhin ungeklärt. Wer waren die Einwohner der Insel, woher kamen sie und vor allem: Was brachte ihre Gemeinschaft letztlich zum Schwinden?

Im Kern dieser Frage stehen die imposanten Moai-Skulpturen aus Vulkangestein, die sich zu hunderten auf der Insel verteilen. Die steinernen Wächter geben den Archäologen noch immer Rätsel auf und lösen bei ihren Betrachtern Staunen und Faszination aus.

Die Osterinsel – was wir sicher wissen

Fakt ist, dass es sich bei der Osterinsel um eine kleine, isolierte Insel von ca. 160 Quadratmetern im Südostpazifik handelt. Damit ist sie so groß wie Liechtenstein und lässt sich innerhalb eines Tages durchqueren. Ursprünglich entstand die Osterinsel aus drei Vulkanen, die die Meeresoberfläche durchbrachen und sich miteinander verbanden.

Während die Insel in den 70er Jahren noch wenig touristisch erschlossen war, ist sie heute, aufgrund ihrer Geschichte und den mystischen Relikten, ein beliebtes Ausflugsziel. Als Startpunkt könnte die Stadt Hanga Roa dienen, in der sich der überwiegende Teil der 6.000 Inselbewohner angesiedelt hat.

Ihren Namen erhielt die Insel von dem holländischen Kapitän und Admiral Jacob Roggeveen, der am Ostersonntag des Jahres 1722 auf das ungewöhnliche Island stieß und sie kurzum auf „Paaschen“, die „Osterinsel“, taufte. Die heutigen Ureinwohner bezeichnen jedoch die Insel, die Sprache und sich selbst als „Rapa-Nui“, „große Insel“.

Das Rätsel um den Untergang einer Hochkultur

Bereits bei Ankunft auf der Osterinsel war Jacob Roggeveen fasziniert von den steinernen Riesen, jedoch noch mehr von der Tatsache, dass er auf verarmt wirkende Ureinwohner mit wenig, schlechtem Steinwerkzeug traf. Wer hatte diese Steinkunstwerke geschaffen und wie waren sie dorthin gekommen?

Seltsam ist auch die spärliche Vegetation, die nicht ausgereicht hätte, um ausreichend Seile für den Transport der Moai-figuren herzustellen. Tatsächlich liefert das Verschwinden des Palmenwaldes die Antwort auf das Verschwinden der Rapa-Nui Hochkultur, jedoch auch die größte aller Fragen.

Das Verschwinden der Palmen

Einst soll die Jubaea, eine Verwandte der Honigpalme, die gesamte Insel übersät haben, insgesamt 60 Millionen Palmen soll es laut Forschungen gegebenen haben.

Heute findet man nur noch 50 Pflanzenarten, darunter zehn Baumarten, auf der Insel. Der gesamte Palmenwald soll innerhalb von 150 Jahren verschwunden sein, was den Untergang einer gesamten Kultur einläutete, doch wie kam es dazu?

Palmenschwund auf der Osterinsel

Der Palmenschwund auf der Osterinsel führte zur Verschlechterung der Lebensbedingungen. Bildquelle: © James – Fotolia.com

Nachgewiesen wurde, dass sich in alten Erdschichten der Osterinsel eine deutliche Verbrennung zeigte, was darauf hindeutet, dass die Insulaner mit großer Schnelligkeit Bäume fällten und den Palmenwald rodeten. Da mit dem Verschwinden der Palmen der Schutz vor Wind und Austrocknung verloren ging, veränderte sich die Beschaffenheit des Bodens. Die Folge: Der Anbau von Nahrungsmitteln wurde erschwert und die Bevölkerung litt Hunger. Nicht zuletzt aus dieser Knappheit resultierte der Zwang zum Kannibalismus, dessen Beweise sich noch heute in Steingräbern finden lassen. Verfechter der Rodungstheorie nehmen an, dass die damals ca. 20.000 Menschen in einen Bürgerkrieg um Nahrungsmittel zogen und im Zuge dessen Moai Figuren anderer Stämme umwarfen. Eine andere Theorie wies durch unterschiedliche Sedimentschichten Dürreperioden nach, wodurch vielleicht auch der harte Wechsel zwischen Wärme- und Kälteperioden das Verschwinden der Bäume verursacht haben könnten. Eine umstrittene, jedoch durchaus spannende Theorie von Terry L. Hunt besagt, dass die von den ersten polynesischen Siedlern eingeschleppten Ratten den Palmenschwund unterstützten. Den Nachweis lieferten zahlreiche angenagte Palmensamen.

Die Moai-Figuren: Zeugen eines alten Ahnenkultes

Dichte Augenbrauen, wulstige Lippen, ein ausgeprägtes Kinn und eng anliegende Arme – mystisch und allwissend wirken die Moai-Figuren, die ein Abbild vergöttlichter Priester oder Häuptlinge darstellen. „Moai“, das heißt so viel wie „In Ehren halten“. Was für den einen wie eine handwerkliche Meisterleistung erscheint, war für die Rapa-Nui der Inbegriff tiefverwurzelten Glaubens an den Schutz und Segen der Ahnen. Während eines Zeremoniells, genannt das „Lebende Gesicht“, wurden Augen aus weißen Korallen mit Pupillen aus Basaltsteinen in die Augenhöhlen gelegt. Genau in diesem Moment, so sagte man sich, würde der Geist des Ahnen in die Figur fahren.

Die fast 900 gefundenen Steinfiguren wurden überwiegend in dem Steinbruch des Vulkans Rano Raraku aus Tuffstein hergestellt, indem sich auch heute noch 300 unfertige Moais befinden. Hier liegt auch der größte unfertige Moai, der fertiggestellt ca. 21 Meter gemessen und bis zu 250 Tonnen gewogen hätte. Die übrigen Moai sind in der Regel 40 bis 60 Tonnen schwer und im Durchschnitt 4,05 Meter groß. Die Forschung nimmt an, dass es knapp 1000 Moai gegeben haben soll bzw. geplant waren.

Grund dafür ist der Generationenwechsel, welcher sich auch in der Menge der Moai-Figuren widerspiegelt. Alle drei bis vier Generationen wurden neue Figuren angefertigt, um die Erinnerungen frisch zu halten. Wie die Lebenden die Toten, erklärt eine Nachfahrin der Rapa Nui, würden auch die Toten die Lebenden mit der Zeit vergessen. Ein Vater sei einem Sohn immer näher als der Großvater dem Sohn. Da die Moaifiguren den Schutz zwischen Meer und Land, Tod und Leben, gewährleisten sollten, war es daher wichtig, eine Verbindung zu den Steinriesen zu haben. Viele der Steinfiguren wurden als Zeichen dieses Glaubens an der Küste, mit dem Rücken zum Meer, aufgestellt. Weitere Skulpturen der Rapa Nui ruhen auf Grabplatten, den „Ahu“, um über privilegierte Verstorbene zu wachen.

Handwerkskunst der Rapa Nui: Die Herstellung der Moai Figuren


Dass die Hochkultur der Rapa Nui eine weit entwickelte und organisierte Stammesgemeinschaft war, bezeugen die fertigen und unfertigen Moai Figuren. In den Steinbrüchen des Vulkans lässt sich deutlich erkennen, wie bei der Herstellung vorgegangen wurde. Wie heutzutage in der Bildhauerei wurde eine Moai Skulptur mit klassischem Meißel und Hammer gefertigt. Dabei wurde aus einer glatten Felswand zunächst die Seite mit dem Arm der Figur geschlagen. Anschließend umhöhlten die Rapa-Nui den Kopf soweit, dass mit dem Basalthammer ausgeholt und die andere Seite gemeißelt werden konnte.

Am Ende verband nur noch ein schmaler Streifen den Rücken der Steinfigur mit dem Boden, der nach Verlegung von Baumstämmen oder Steinen abgeschlagen wurde. Auf den Rücken der Moai finden sich oftmals Inschriften in der Sprache „Rongorongo“, eine mit Lautzeichen durchsetze Bilderschrift der damaligen Zeit. Auch sie ist bis heute noch nicht entziffert worden und gibt den Forschern Rätsel auf. Die erste Moai-Skulptur wurde auf 680 n. Chr. datiert, die neueste ist 1000 Jahre jünger und stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Das große Rätsel vom Transport der Moai Figuren

Wie, so fragte sich bereits der Entdecker der Osterinsel, waren die Steinskulpturen vom Landesinneren über 15 km ohne Last- und Zugtiere an die Küste transportiert worden? Aufschluss darüber lieferten mehrere beim Transport aufgegebene Moai Statuen, die bergauf mit dem Gesicht gen Himmel, bergab mit dem Gesicht gen Boden gefunden wurden. Die Figuren mussten also von einer aufrechten Position gefallen sein.
Während der norwegische Forscher Thor Heyerdahl 1955 noch zu beweisen versuchte, die Moai-Skulpturen seien mit ausreichend Leuten und entsprechender Muskelkraft hinter sich hergezogen worden, geht eine neuere Theorie davon aus, dass die Figuren von ganz alleine, mittels Seilen und Schaukelbewegungen, zum Aufstellungsort liefen. In dem oben gezeigten Video veranschaulicht ein Experiment, wie mit nur 18 Menschen und drei Seilen eine Moai Skulptur bewegt wurde. Eine weitere Theorie von Charles Love versucht 1987 zu beweisen, die Steinfigur sei aufrecht auf Baumstämmen transportiert worden. Dies sei letztlich auch ein Grund für die Fällung zahlreicher Palmen.

Gartengestaltung im Zeichen der Rapa Nui

Steingarten

Bildquelle: © fotoventura – Fotolia.com

Steingärten

Als der Palmenwald verschwunden und die Anbauflächen von Wind und Regenschwemme bedroht waren, entwickelten die Rapa Nui ein ausgeklügeltes System zum Schutz: Den Steingarten.

Die ausgelegten Steine dienten jedoch keinem dekorativen Zweck, sondern speichern Wärme und schützen die Pflanzen zuverlässig vor Wind. Das Anlegen der Steingärten war sogar aufwändiger als die Schaffung der Moai-Figuren, da Milliarden Steine ausgelegt wurden, um die Ernte zu sichern.

Heute legen wir Steingärten ehr aus dekorativen Gründen an, was nicht heißt das sie ihren Nutzen verloren haben. Probieren Sie sich aus und setzen Sie Findlinge in geraden und geschwungenen Linien, als Wegmarkierung oder um Skulpturen herum. Das grenzt Beete oder Rasenflächen ab, unterstreicht dekorative Element und schützt gemütliche Ecken die zum faulenzen einladen.

Moai Köpfe

Die Faszination der Moai Skulpturen wirkt sich mittlerweile bis in unsere Gärten aus. Moai Köpfe bzw. Moai Büsten gibt es aus handgefertigtem Steinguss und Basalt und verleihen dem Garten den mystischen Hauch der Osterinsel. Auch in Feng-Shui-Gärten wirken sich die Osterinsel Figuren hervorragend aus, denn den Moai wird von den Rapa Nui ein „Mana“, eine Lebenskraft nachgesagt. Diese Energie kann direkten Einfluss auf die Harmonie des Gartens und seine Gestaltung nehmen. Wenn nicht mit asiatischen, so lassen sich Moai Köpfe hervorragend mit modernen Gärten vereinen, die die Osterinsel Figuren mit asiatischen Farnen umspielen lassen. Dazu passen Pflanztröge aus Basanit oder eine puristische Bank.

Über den Autor

Bianca Geurden entdeckte ihre Leidenschaft für die künstlerische und textliche Gestaltung bereits in jungen Jahren und setzte diese später in ein Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften um. Ihre Vorliebe für ein Spiel mit Farben, Formen und Wörtern führte sie schließlich auch zum Thema Gartendekorationen und –austattungen.

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