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Raschelnde Bambusblätter, sanftes Plätschern eines kleinen Brunnens, kleine Laternen, die den Weg zum Teehaus mitten im Garten weisen: Wer schon einmal an einer abendlichen japanischen Teezeremonie teilgenommen hat, kennt die geheimnisvolle Stimmung, von der sie stets begleitet wird. Das Licht spielt dabei eine wichtige Rolle. Nicht nur bei Teezeremonien, sondern generell in asiatischen Gartenkonzepten sind kleine Leuchten aus Stein ein zentrales Gestaltungselement. Neben der typischen Gartenaufteilung, Wasser- und Wegeanlage sowie asiatischen Skulpturen, machen Japanische Steinlaternen einen fernöstlich konzipierten Garten erst perfekt.

Die Geschichte der Steinlaterne – Beleuchtung mit Tradition

Die Steinleuchten, die heute in keinem asiatischen Garten fehlen sollten, haben eine lange Tradition in Japan, aber auch in China und Indonesien. Im alten China wurden solche Leuchten gegossen und die dafür notwendigen Gussformen dienten den Japanern als Inspiration für die späteren Steinlaternen. Ursprünglich fand man diese Laternen aus Naturstein am Eingang einer Tempelanlage. Später setzte man die häufig sehr kunstvoll und detailreich gestalteten Beleuchtungselemente in traditionellen Teegärten ein, um den Weg zum zentralen Teehaus zu weisen. Dabei kam es gar nicht auf ein besonders helles Licht an, denn ein altes japanisches Sprichwort sagt, dass die Steinlaternen zwar leuchten, aber keine Konkurrenz für den Mond am Himmel darstellen sollen. So haben sie sich bis heute ihr eher gedämpftes Licht erhalten und sorgen so für eine fast schon geheimnisvolle Stimmung im Garten. Besonders gut kommen sie daher in der Abenddämmerung zur Geltung.

Eine japanische Schaftlaterne fügt sich harmonisch neben einem Pavillon ein.

Eine japanische Schaftlaterne fügt sich harmonisch neben einem Pavillon ein. Bildquelle: © Davido – Fotolia.com

Ästhetisches Element im traditionellen asiatischen Garten

Neben der Beleuchtung von zentralen Wegen oder Gabelungen, kam – und kommt – den Steinlaternen mehr und mehr eine Bedeutung aufgrund ihrer Form zu. Über die Jahrhunderte entwickelten sich die verschiedenen Stile der Laternen, Handwerker verfeinerten die Herstellung und kunstvolle Details wurden zunehmend wichtig. So sind japanische Steinlaternen heute auch formschönen Skulpturen, die einen bestimmten Teil des Gartens gekonnt in Szene setzt und den Blick des Betrachters lenkt. Wer sich einen traditionellen chinesischen oder japanischen Garten wünscht, sollte bei der Gestaltung auf folgendes ungeschriebenes Gesetz achten: Laternen werden niemals einzeln und an einem beliebigen Ort platziert. Vielmehr sind sie Teil eines raffinierten Pflanzen- oder Natursteinarrangements. Sie akzentuieren den Garten und dienen aufgrund ihrer Form als symmetrisches, ordnendes Element und damit als Gegengewicht zu den freien Formen der Wege und Pflanzen. Zusammengenommen ergibt sich damit ein harmonisches Konzept, das dem Gedanken des Yin und Yang entspricht.

Japanische Steinlaternen im Überblick – welche Arten gibt es?

Wie bei fast allen Gestaltungselementen für den individuellen Garten gilt auch hier: Steinlaterne ist nicht gleich Steinlaterne. Es gibt verschiedene Stile, die jeweils aus einem bestimmten Zweck heraus entstanden und somit unterschiedliche Aufgaben haben. Hier unsere kleine Übersicht zu den japanischen Steinlaternen, die jedem Garten ein ganz besonderes Ambiente verleihen.

Arten von japanischen Steinlaternen

Die Arten von japanischen Steinlaternen im Überblick. Bildquelle: © Gartentraum.de

Schneebetrachtungslaternen (Yukimi-gata)

Schnee verhüllt die Welt, bringt Ruhe, wirkt unberührt und rein. Gerade in Japan wird der weißen Pracht eine besondere ästhetische Bedeutung zugeschrieben. Sogenannte Schneebetrachtungslaternen haben eine eher gedrungene Form mit weit auseinander stehenden Füßen. Auf dem breiten Dach, das rund oder sechseckig sein kann, sammelt sich der frisch gefallene Schnee und setzt der Laterne so eine malerische, kleine Haube auf. Traditionell wird diese Art der Steinlaterne auf einem kleinen Hügel platziert, wo man sie gut beobachten kann.

Schaftlaternen (Ikekomi-gata) und Sockellaternen (Tachi-gata)

Wie der Name schon sagt, steht hier der lichtgebende Teil der Laterne nicht direkt auf dem Boden, sondern besitzt einen Schaft oder einen kleinen Sockel. Der Schaft – oder Laternenfuß – wird meist in die Erde eingegraben, sodass es aussieht, als würde die Laterne direkt aus dem Boden wachsen. Ein klassisches Symbol, denn es zeigt die Verbundenheit zwischen der Natur und den von Menschenhand geschaffenen Dingen. Sockel werden dagegen nur teilweise eingegraben. Im Gegensatz zu Schaftlaternen sind Sockellaternen häufig etwas aufwendiger und detailverliebter gearbeitet. Meist sind sie außerdem größer und passen daher besonders gut in etwas weitläufigere Gartenanlagen. Sie sollten – um ihre Wirkung zu entfalten, einen eigenen Gartenteil dominieren.

Wegelaternen

Wegeleuchten aus Granit sind eher schlicht gearbeitet und dienen dazu, dem Besucher den Weg durch den Garten zu weisen. Ursprünglich standen sie an einer Wegbiegung oder einer Gabelung, sodass sich leicht die Richtung des weiteren Weges erkennen ließ. Auch heute können Sie so die Wege durch Ihren traditionellen asiatischen Garten markieren. Geschickt eingesetzt lassen sie den Garten sogar größer wirken, denn sie können den Eindruck erwecken, dass ein Weg an einer bestimmten Stelle noch weiter geht.

Pagoden

Pagoden sind sogenannte Staffagebauten, die als Gebäude besonders im 18. Jahrhundert populär und Teil vieler europäischer Gartenanlagen wurden. Als kleine Skulptur erinnern sie entfernt auch an Stupas aus dem indischen Kulturbereich, in den man wertvolle Reliquien aufbewahrte. In ihrer Form sind kleine Pagoden etwas ganz besonderes und sind gerade auch im asiatisch anmutenden Garten ein schönes und sehr passendes Detail. Mit ihren Stufen, die jeweils ein eigenes Dach haben, wirken Pagoden recht majestätisch und sollten deshalb einen eigenen Bereich im Garten dominieren. Sie lassen den Garten größer und weitreichender erscheinen, wenn sie als Fixpunkt der Betrachtung im hinteren Garten angelegt und von Pflanzen umgeben werden.

Kleine Steinlaternen – „Oki-gata“

Die recht bescheidenen Laternen aus Granit oder Marmor sind kleine, lichtgebende Skulpturen, die in jedem noch so kleinen japanischen Garten Platz finden. Sie können Wege säumen, geschmackvoll am Rande eines kleinen Teiches arrangiert werden oder besondere Plätze, zum Beispiel eine Sitzgruppe oder ein bestimmtes Pflanzenarrangement, wirkungsvoll in Szene setzen.

Sonderformen von Steinlaternen

Die bisher aufgeführte Einteilung hat sich im Laufe der Jahrhunderte ergeben. Darüber hinaus werden immer wieder Sonderformen von Laternen angefertigt, die verschiedene Stile miteinander kombinieren oder einfach ein individuelles Designerstück darstellen. Folgt man jedoch den traditionellen Grundgedanken eines chinesischen oder japanischen Gartens, sollte auch eine Sonderform der Steinlaternen ein symmetrisches und ordnendes Element sein.

Material und Pflege von japanischen Steinlaternen

Materialien von Steinlaternen

Steinlaternen-Materialien

Steinlaternen werden in der Regel aus diesen Materialien hergestellt. Bildquelle: © Gartentraum.de


Früher wurden kleine Laternen im chinesischen Raum häufig aus Bronze gegossen oder aus Steinguss hergestellt. In Japan und darüber hinaus in gesamt Ostasien haben sich bis heute Laternen aus den Natursteinen Granit und Sandstein sowie aus pyroklastischer Lava durchgesetzt. Im Rahmen der Gartengestaltung kommt mittlerweile auch häufig weißer Marmor zum Einsatz. Alle Materialien bestechen durch Robustheit gegenüber Witterungseinflüssen und durch ihre Farbe: die hellen Natursteine kommen im asiatischen Garten besonders gut zur Geltung, da dieser insgesamt auf sehr dezente Farbnuancen neben dem Blattgrün setzt, um ein möglichst harmonisches Gesamtbild zu erzielen.

Pflege von Steinleuchten

Damit Sie möglichst lange Freude an den Japanischen Steinlaternen in Ihrem asiatischen Garten haben, geben wir im Folgenden einige Pflegehinweise:

  • naturbelassene Steine mit lauwarmem Wasser und einer Bürste reinigen
  • gegen Algen, Moos und Pflanzenreste hilft eine Wurzelbürste
  • hartnäckige Verschmutzungen entfernt ein spezieller Steinreiniger
  • keine tensidhaltigen Reiniger oder Essig verwenden – die greifen den Naturstein an!
  • bei Sonnenschein reinigen – so trocknet der Stein schnell und es entstehen keine Kalkreste

Noch ein kleiner Tipp aus der asiatischen Gartenkunst: Natürlich sollten die Gartenlaternen regelmäßig gereinigt oder zumindest von grobem Schmutz befreit werden. Doch durch Witterungseinflüsse und zum Beispiel Moos wirkt die Gartenlampe antiker und damit umso würde- und charaktervoller. So heißt es zumindest in Fernost. Wie Sie es damit halten, ist natürlich Ihnen überlassen!

Kleine Steinlaternen – Oki-gata

Eine kleine Steinlaterne (Oki Gai) schmiegt sich an einen Wegesrand. Bildquelle: © Centaur – Fotolia.com

Fazit:

Wenn Sie sich einen traditionellen chinesischen, japanischen oder Zen-Garten wünschen, dann sollten Steinlaternen unbedingt ein Teil davon sein. Neben Buddha-Statuen, typischen Pflanzen wie Bambus oder besonderen Weganlagen zaubern sie – vor allem in den Abendstunden – ein stimmungsvolles, fast schon mystisches Ambiente. Mit unseren japanischen Steinlaternen führen sie Besucher gekonnt durch Ihren Garten und können die Blicke auf besondere Highlights oder Sichtachsen lenken. Und auch wer keinen großen Garten hat, kann mit kleinen Steinlaternen auch einen Vorgarten oder einen Balkon in eine asiatische Gartenidylle verwandeln.

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