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„Wind und Wasser“ ist die Übersetzung des Feng-Shui und verdeutlicht, dass das menschliche Geschick von äußeren Gewalten gelenkt wird, so können beide Naturgewalten Fluch und Segen sein, den Boden nähren oder ihn ertränken, Orkane über das Land schicken oder die Segel aufblähen. Die Gestaltung eines Feng-Shui Gartens richtet sich nach den Jahrtausende alten fernöstlichen Lehren des harmonischen Miteinanders von Mensch und Natur. Durch eine bewusste Gartengestaltung können Seele und Geist zur Ruhe kommen bzw. einzelne Lebensthemen wie Familie oder Beruf bewusst gestärkt werden. Wer seine Grünfläche nach den elementaren Prinzipien chinesischer Priester einrichtet, wird Energien lenken und Ausgleiche zwischen erholsamen und aktiven Phasen im Alltag schaffen. Bei der Umsetzung helfen Ihnen das bewährte Bagua-Raster oder die Beachtung grundlegender Lehren von den fünf Elemente, dem Fluss des Chis oder den Yin & Yang Kräften.

 

Die Lehre der 5 Elemente im Feng-Shui Garten

 

Bildinformation: Buddha Figur als belebendes Zeichen für den Feng Shui Garten nach den 5 Bagua Feldern: Sinnbild für Reichtum & Wohlstand

Eine Möglichkeit, den Garten im Sinne der Feng-Shui Lehren zu gestalten, ist die Beachtung der fünf Elemente Holz, Wasser, Feuer, Metall und Erde. In jeder dieser Elemente offenbart sich das Chi. Die fünf Elemente helfen Ihnen dabei, die richtigen Formen, Farben, Materialien und Pflanzen auszuwählen, um ihr Leben zu unterstützen sowie zu Ruhe und Ausgeglichenheit zu gelangen (s. Übersicht). Jedes der Elemente hat unterschiedliche energetische Qualitäten, wodurch sie auch unterschiedliche Lebensbereiche unterstützen können. Stellen Sie sich also vorher die Frage, welches Lebensthema Ihnen gerade wichtig ist (Familie, Beruf etc.), dabei kann Ihnen auch das Bagua-Raster helfen.

Fördernde Kreisläufe schaffen

Die fünf Elemente werden auch allgemeinhin als Wandlungsphasen bezeichnet, da sie in einen energetischen Prozess, der keinen Stillstand kennt, eingebunden sind und stetig miteinander in Verbindung stehen. Sind alle Elemente im Feng-Shui Garten vorhanden, ist der Kreislauf geschlossen. Für eine harmonische Gestaltung sollte darauf geachtet werden, dass ein Element das nächste unterstützt, so wie jede Jahreszeit die Natur auf die kommende langsam vorbereitet. Dieser nährende, fördernde Kreislauf lässt sich wie folgt veranschaulichen:

Wasser führt zum Wachstum von Bäumen bzw. Holz. ➠ Holz nährt das Feuer. ➠ Die Asche wird zur Erde. ➠ In der Erde befinden sich Metalle, werden diese erhitzt, fließen sie wie Wasser.

Kontrollierende Kreisläufe berücksichtigen

So wie die Elemente füreinander eine unterstützende Funktion haben, können sie auch eine kontrollierende haben. Das heißt, sie zehren aneinander, um sicherzustellen, dass kein Element überwiegt. So kann Wasser Feuer löschen oder die Erde Wasser aufnehmen. Der kontrollierende Kreislauf zeigt, welches Element ein anders hemmt, falls dieses im Übergewicht steht und das Chi am Fließen hindert. Es können jedoch auch bewusst einzelne Elemente verstärkt werden, um Schwerpunkte auf einzelne Energiequalitäten zu legen.


Klassische Feuerschale
 

Yin & Yang Kräfte im Feng-Shui Outdoor

 
Yin & Yang sind im Feng-Shui zwei zentrale Kräfte, die wörtlich mit „Übereinstimmung, Eintracht“ übersetzt werden können. Und genau darum geht es: Die zwei unterschiedlichen Pole gehören unabdingbar zueinander, so wie der Tag nicht ohne die Nacht existieren kann. Sie müssen jedoch in Balance schwingen, um Harmonie und Ausgeglichenheit zu fördern. Yin steht dabei für die Muße und Regernation (Passiv), während Yang zu Handeln führt (Aktiv). Sie können Spiritualität, Inspiration und Vision mit den Yang Kräften und Körperlichkeit, Bodenständigkeit sowie Vitalität mit den Yin Kräften fördern.

yin yang garten gestalten

Bei der Gartengestaltung können Sie sich damit behelfen, dass Yin eher dem Element Wasser und Erde zugeordnet wird, während Yang-Kräfte sich im Element Holz und Feuer wiederspiegeln. Orientieren Sie sich auch an dem Bagua-Raster, dessen Zonen in Zahlen aufgeteilt ist und aus dem sie schließen können, dass das Chi des Yin sich eher in ungeraden Zahlen aufhält, das Chi des Yang in geraden Zahlen. Die unten stehende Übersicht könnte hingegen dazu führen, dass Sie auf einen Ausgleich von sanften und kontrastiven Farben bei der Pflanzenwahl, auf Stimmigkeit zwischen schattigen und hellen Bereichen durch Baumpflanzungen sowie auf eine Balance horizontaler und senkrechter Formen durch die Setzung eines Springbrunnens oder die Installation eines schlängelnden Baches achten.

Yin
Yang
  • Winter
  • Erde, Wasser
  • Dunkel
  • Schatten
  • Kalt
  • Stille
  • Horizontal
  • Sanfte Farben
  • Weiche, runde Formen
  • Ungerade Zahlen
ying yang
  • Sommer
  • Himmel, Berge
  • Hell
  • Licht
  • Warm
  • Bewegung
  • Vertikal
  • Rote, kontrastive Farben
  • Spitze Formen
  • Gerade Zahlen
 

Das Bagua-Raster im Garten anwenden

 
Bagua ist eine Grundlage des Feng-Shui und bedeutet „Acht Trigramme“. Der Begriff wurde aus dem altchinesischem I-Ging, dem Buch der Wandlungen bzw. einer der ältesten chinesischen Schriften, abgeleitet. Er ist ein Synonym für die acht Grundqualitäten des Universums und den acht Grundthemen des menschlichen Lebens. Veranschaulicht werden diese Themen in acht Zonen, die sich um die Mitte, der Urkraft, anordnen. Sie können das Bagua-Raster ideal anwenden, um Ihre Wohnung sowie Ihren Garten mit dem Chi zu beseelen und einzelne Lebensbereiche zu unterstützen. Letzters erreichen Sie, indem die gewünschte Zone mit der Ausrichtung an den Elementen gestaltet und gestärkt wird.

Schritt für Schritt zum Feng-Shui Garten mit dem Drei-Türen-Bagua

  • Grundriss des Grundstücks bzw. Gartens vergrößern (Maßstab 1:25 bzw. 1:50).
  • Entlang der Grundstücksgrenzen ein Rechteck oder Quadrat zeichnen. Falls das Grundstück L-förmig ist, können einige Zonen ausgelassen und anders, beispielsweise nach den 5-Elementen, gestaltet werden. Falls kleinere Bereiche zu einem Rechteck fehlen bzw. herausragen, diese einfach zu der Form ergänzen oder hinzudenken.
  • Das Rechteck in neun gleich große Zonen aufteilen. Den Eingang des Gartens auf die Felder „Karriere“, „Wissen“ oder Hilfreiche Freunde“ legen. Die Seite zum Eingang des Grundstücks bildet die Grundlinie.
  • Jede Zone wird einer Zahl und einem der fünf Elemente zugeordnet, nach deren Prinzipien gemäß der Übersicht gestaltet werden kann.

Bedeutungen der Bagua-Felder

  • Karriere: Veranschaulicht die Verbindung zwischen beruflichem und persönlichem Lebensweg und zeigt, wie wir an Dinge herangehen.
    Farbe: Dunkelblau
    Tipp: Wasserelemente einsetzen und für klare Strukturen sorgen, die einen gezielten Lebensweg veranschaulichen.
  • Familie & Gesellschaft: Verdeutlicht die Beziehung zu Familie und Vorfahren, die Art & Weise, wie Sie zu Freunden stehen und sich in Gesellschaften integrieren.
    Farbe: Hellgrün, Hellblau, Türkis
    Tipp: Die Gestaltung sollte zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt führen, an dem Sie Ihre Beziehungen pflegen.
  • Reichtum & Wohlstand: Spiegelt das Verhältnis von Geld und Besitztümern sowie die innere Einstellung zu Reichtum wieder. Die Zone dient dazu, Ihre Träume und Wünsche zu realisieren.
    Farbe: Hellgrün, Hellblau, Türkis
    Tipps:
    Der Ort sollte belebt sein, beispielsweise durch Gartendekoration wie zum Beispiel einen Springbrunnen oder bewegliche Pflanzen.
  • Kinder & Kreativität: Verdeutlicht den Umgang mit Kreativität und neuen Ideen bzw. Projekten. Hier wird nicht nur der Nachtwuchs festgehalten, sondern Durchhaltevermögen und die stetige Entwicklung zu neuen geistigen Potentialen werden gestärkt.
    Farbe: Gold, Silber, Weiß
    Tipp: Falls Sie Kinder haben, kann hier ein Rückzugs- & Spielort für Ihre Nachkommen errichtet werden.
  • Hilfreiche Freunde: Veranschaulicht die Beziehung zu Mitmenschen bzw. wie sehr gegenseitig unterstützt, geliebt und geholfen wird.
    Farbe: Weiß, Silber
    Tipp: Kunstobjekte aus Metall wirken besonders harmonisierend in dieser Zone.
  • Partnerschaft: Steht für Zweierbeziehungen (Lebenspartner, Kollegen, Freunden).
    Farbe: Erdtöne
    Tipp: Um Beziehung zu pflegen und zu erhalten, entfernen Sie abgestorbene Pflanzen und setzen Sie zwei Skulpturen oder zwei Büsche.
  • Zentrum: Spiegelt die Beziehung zur eigenen Mitte wider.
    Farbe: Gelb, Braun
    Tipp: Das Chi sollte von hier in den ganzen Garten strömen können. Gestalten Sie frei und offen.
  • Wissen: Zeigt erlerntes und verinnerlichtes, aber auch aus Erfahrungen gewonnenes Wissen. In dieser Zone kann Selbsterkenntnis gewonnen und Herausforderungen bewältigt werden.
    Farbe: Gelb, Braun
    Tipp: Stellen Sie eine Gartenbank auf, um reflektieren und sinnieren zu können bzw. schaffen Sie einen Bereich der Mediation.
  • Anerkennung & Ruhm: Spiegelt inneres Selbstbewusstsein, Image und Ansehen wider.
    Farben: Orange, Rot
    Tipp: Hier kann etwas pompöser vorgegangen werden, stellen Sie beispielsweise eine imposante Skulptur wie herrschaftliche Löwen auf.
 

Den Chi Fluss im Garten berücksichtigen

 
Chi Garten Wege

Das Chi bzw. Qi bezeichnet eine unsichtbare Energie, sozusagen ein den Lebenskreislauf bestimmender, kosmischer Atem, der durch alle Dinge in unserer Welt strömt. Das Chi fließt durch jeden Stein, jedes Blatt und auch durch uns selbst, es bringt alles zum Schwingen. Sichtbar wird es vor allem in den sanften Bewegungen der Natur: Wiegende Grashalme, der Zug der Wolken oder ein singendes Klangspiel. Aber es bringt auch den Mensch selbst zum „Schwingen“, wodurch letztlich Harmonie und ein Einklang mit unserer Umgebung erreicht wird. In den unterschiedlichen Elementen (Holz, Wasser, Metall, Feuer, Erde) kann das Chi in Erscheinung treten, vor allem in Flüssen, Bächen, Seen und Brunnen kann es sich ungehindert seinen Weg bahnen.

Wer einen Feng-Shui Garten anlegen möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass die Lebensenergie ungehindert fließen kann, ansonsten entwickeln sich zu starke Energien, das sogenannte Sha-Chi. Ob der Garten von Sha-Chi belastet ist, kann schnell geprüft werden: Viele gerade Linien, wie lange Gänge, Kanäle oder Leitungen, führen dazu, dass Energie wie auf einer Autobahn zu schnell beschleunigt wird. Mauerecken hingegen führen dazu, dass das Chi am Weiterströmen gehindert wird.

4 Ratschläge für ein fließendes Chi

  1. Legen Sie Wege in geschwungenen Linien an und schneiden Sie diese von Pflanzen frei, um das Chi im Fluss zu halten. Vermeiden Sie, Dornenpflanzen neben Wege zu setzen.
  2. Stellen Sie Bäume nicht zu dicht am Haus auf, dadurch wird eine Barriere für das Chi erzeugt.
  3. Eine Hecke hält das Chi im Grundstücke, sie sollte jedoch nicht zu hoch sein, da Sie sich ansonsten vom Leben abgrenzen.
  4. Ein Garten sollte nicht zu verwildert sein und dadurch das Chi zum Erliegen bringen. Offenheit fördert die Bewegung des Geistes und der Energien
 

Pflanzen für einen Feng-Shui Garten

 

Ein authentischer, fernöstlicher Garten lebt von seinen Pflanzen und nutzt ihren unterschiedlichen Charakter, um das Chi zum Fließen zu bringen sowie zu einem optimalen Ausgleich energetischer Kräfte zu gelangen. Doch wie können Sie bei der Gestaltung genau vorgehen? Welche Pflanzen im Feng-Shui Garten genutzt werden, geben Ihnen die jeweiligen Lehren, insbesondere die fünf Elemente, vor. Da sowohl die einzelnen Bagua-Felder, als auch die Yin & Yang Kräfte den energetischen Qualitäten Holz, Metall, Wasser, Feuer oder Erde zugeordnet werden, können Sie grundsätzlich zunächst in unserer Übersicht zu den Fünf-Elementen nachsehen, welche Formen und Farben den einzelnen Elementen zugeordnet werden. Eben diese Aspekte werden anschließend auf die Wahl der Blumen, Sträucher und Bäume übertragen. Untenstehend finden Sie eine Auswahl wichtiger Farben in der Feng-Shui Lehre mit entsprechenden Pflanzen im Garten.

Braun
  • Königsfarn
  • Wald-Hainsimse
  • Zittergras
  • Atlas-Schwingel
Dunkelblau
  • Clematis
  • Hortensie
  • Blaukissen
  • Storchschnabel
  • Schwertlilie
  • Ehrenpreis
  • Traubenhyazinthe
  • Blauer Eisenhut
Gelb
  • Steinginster
  • Steinkraut
  • Mauerpfeffer
  • Weicher Frauenmantel
  • Gewöhnliche Haselnuss
  • Scheinbuche
  • Gewöhnlicher Buchsbaum
  • Echter Wermut
  • Hainbuche
Hellblau
  • Schwertlilie
  • Wegwarte
  • Rosmarin
  • Vergissmeinnicht
  • Hortensie
  • Kornblume
Orange
  • Habichtskraut
  • Ringelblume
  • Kaiserkrone
  • Geranie
  • Petunie
  • Engelstrompete
Pink/Rosé
  • Stockrose
  • Kletterrose
  • Berg Waldrebe
  • Berg-Kirsche
  • Yakushimanum-Rhododendron
  • Hortensie
  • Berg-Aster
  • Anemone
  • Pfingstnelke
  • Stink-Storchschnabel
  • Magnolie
Rot
  • Rhododedron
  • Pfingst-Nelke
  • Garten Anemone
  • Hortensie
  • Rosen
  • Fackellilie
  • Blut-Berberitze
  • Strauchpäonie
  • Sommerflieder
  • Feuerdorn
Violett
  • Lavendel
  • Paukenschläger-Lauch
  • Knäuelglockenblume
  • Veilchen
  • Frühlings-Platterbse
  • Arznei-Beinwell
  • Gundermann
Weiß
  • Wasserpflanzen
  • Waldrebe
  • Schleierkraut
  • Silberwurz
  • Magnolie
  • Apfelbaum
  • Schneeball
  • Jasmin
  • Geranien

 

Bilder © nialat, Centaur, Bilder Prinz, chaloemphan – Fotolia.com

Über den Autor

Bianca Geurden entdeckte ihre Leidenschaft für die künstlerische und textliche Gestaltung bereits in jungen Jahren und setzte diese später in ein Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften um. Ihre Vorliebe für ein Spiel mit Farben, Formen und Wörtern führte sie schließlich auch zum Thema Gartendekorationen und –austattungen.

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