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Rund um und in Dresden lässt sich vieles entdecken, darunter die allseits bekannte Frauenkirche, der Goldene Reiter sowie zahlreiche Museen und Kunstsammlungen. Darüber hinaus ist die sächsische Landeshauptstadt ein wahres Schlösserwunder. August der Starke (1670-1733) und Albrecht von Preußen (1809-1872) prägten die Elblandschaft mit ihren prunkvollen Bauten und Parkanlagen. Lassen Sie sich von uns in Dresdens Schlössern herumführen.

Unweit vom Stadtzentrum Dresdens entfernt schmiegen sich die drei Elbschlösser Albrechts von Preußen an weinbewachsene Hänge, während im Zentrum Tausende von Besuchern täglich von der ehemaligen Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige begeistert werden. Bauwerke wie das Residenzschloss und der Zwinger beeindrucken uns durch die Raffinesse und Schönheit ihrer Architektur, während wir in den Schloss- und Parkanlagen von der Kunst landschaftlicher Gestaltung lernen können.

Eine Auswahl unserer schönsten Skulpturen:

Dresdens Schlösser – Die Gestaltung herrschaftlicher Anwesen

Skulpturale Kunstwerke aus Sandstein und Marmor

Skulpturale Kunstwerke, von Bildhauern in liebevoller Handarbeit gemeißelt, dienen früher wie heute dazu, herrschaftliche Anwesen zu verzieren und tragen maßgeblich zu ihrer Eindruckskraft bei. Einige der bedeutsamsten Bildhauer ihrer Zeit wirkten an der Entstehung Dresdens Schlösser mit und sind grundlegend an der Ausformung des Barocks- und Rokokostils, dem Dresdner Barock, beteiligt. Ihre Kunstfertigkeit spiegelt sich in Bauten wie dem Zwinger wieder, an dessen Gestaltung unter anderem der Bildhauer Balthasar Permoser (1651-1732) beteiligt war. Hier prunken an Fassaden, auf Balustraden sowie an Wasserspielen zahlreiche nach italienischem Vorbild kreierte Skulpturen aus Elbsandstein. Auch Schloss Wackerbarth, eine barocke Schlossanlage mit einem Belvedere mitten in den Radebeuler Weinbergen, trumpft im Französischen Garten mit zwei antiken Plastiken auf einem Postament auf, die einen Bacchus mit Hund sowie eine Venus mit Amor zeigen.

Bekrönungen und Finials

Sowohl die barocken Schlösser als auch das von unterschiedlichen Stilrichtungen durchzogene Residenzschloss und die klassizistischen Bauten Schloss Albrechtberg und das Lingerschloss weisen zahlreiche Sandsteinplastiken in Form von Kugeln zur Schmückung von Säulen, Pfeilern und Balustraden auf. Sie sind ein wirkungsvolles Element der eleganten Fassadengestaltung sowie der Gestaltung weiter Parkflächen.

Parkanlagen mit imposanten Wasserspielen

Dresdens Schlösser wurden allesamt mit einer Parkanlage, vorwiegend im Stil des Bauwerks, geschaffen. Die Gartenanlage diente seinen Besitzern als Rückzugs- und Ruheort sowie als Zentrum höfischen Lustwandelns. Bereits um 1700 wusste man, dass Wasser ein zentrales Element der Gartengestaltung war. Kaskaden- und Springbrunnen mit skulpturalen Wasserspeiern sind äußerst beliebt, laden zum Erfrischen ein und gestalten das Gesamtkunstwerk mit. Das eindrucksvollste Beispiel ist das Nymphenbad im Zwinger, bei dem Wasser aus Tritonen und Nymphen im Auffangbecken mit tropfsteinartigem Schmuck gespeist wird. Eine kleinere Variante sind Wandsteinbrunnen, so wie ihn Schloss Wackerbarth aufweist. Hier läuft ein von kegelförmigen Buchsbäumen begleiteter Treppenaufgang auf einen Wandbrunnen mit muschelförmigem Becken zu.

Passende Gartenstile – Französische, Japanische und Englische Gärten

Auch die Bauherren der damaligen Zeit genossen es, mit unterschiedlichen Gartenstilen zu spielen und grüne Areale zu schaffen, die zum Entspannen und Staunen einladen. Besondere Liebe für die Gartenkunst offenbart Schloss Pillnitz, das Kurzfürst August der Starke für seine Favoritin Anna Constantia von Cosel erwarb. Zu ihrer Zeit entstand der Barocke Lustgarten mit Springbrunnen und Boskettanlagen. 1778 kamen der Englische Garten sowie 1790 der Chinesische Garten hinzu. Heute bestehen auf der Anlage insgesamt sechs zusammenhängende Gärten auf einer Fläche von 28 Hektar, deren Stile durch die spezifische Botanik sowie dekorative Elemente wie den chinesischen und englischen Pavillon gekennzeichnet sind. Wer ein herrschaftliches Anwesen besaß, investierte demnach Zeit und Geld nicht nur in Innenräume und Fassade, sondern auch maßgeblich in die Gestaltung der Außenanlage. Hierfür wurden eigens angesehene Gartenbaumeister und Hofgärtner angestellt. Sie sorgten für entsprechende Ideen und ihre Umsetzungen und unterstützen somit den grundlegenden Stil des Anwesens. Im Falle von Schloss Pillnitz, einem intendiert „indianischem“ Bauwerk, das barocke und ostasiatische Elemente vereint, verwundert es daher nicht, dass ein Chinesischer Garten neben einem Barocken Garten harmoniert.

Imposante Bekrönungen und Finials auf Gartentraum.de:

Die 10 schönsten Schlösser Dresdens

Die Elbschlösser Albrechts von Preußen
1. Schloss Albrechtsberg

Durch seine preußisch-klassizistische Bauweise hebt sich Schloss Albrechtsberg von der übrigen vorwiegend barocken Architekturlandschaften deutlich ab. Heute finden in dem prunkvollen Hauptgebäude und der angrenzenden Terrasse zahlreiche Bälle, Bankette, Konferenzen und Präsentationen statt. Zum Zwecke von Feierlichkeiten können Etagen oder das ganze Schloss gemietet werden, aber auch Führungen werden am Wochenende angeboten.

2. Lingerschloss

Geografisch gesehen ist das das Lingerschloss das mittlere der drei Elbschlösser. Bis zur Fertigstellung von Schloss Albrechtsberg wohnte Prinz Albrecht von Preußen selbst in diesem Anwesen. Seinen Namen hat der klassizistische Bau jedoch von einer anderen Berühmtheit erhalten – dem Vermarkter des Odol-Mundwassers, Karl August Linger. Dieser legte zu seiner Zeit sogar einen kleinen Zoo sowie eine Standseilbahn vom Schloss ins Elbtal an.

3. Schloss Eckberg

Schloss Eckberg gehört heute zu einem der eindrucksvollsten Hotelanlagen innerhalb Deutschlands. Auch dieser neogotische Bau wurde von Schinkels Schüler, Adolf Lohse, entworfen und durchgeführt. Die Parkanlage im englischen Stil verführt zu weitläufigen Spaziergängen und Bestaunen von alten Baumanlagen.

Schlösser in der Dresdener Innenstadt
4. Residenzschloss

Gleich in der Innenstadt lässt sich die Residenz der sächsischen Fürsten und Könige entdecken. Der Renaissance-Bau ist Heimstätte von gleich fünf Museum und darüber hinaus sind hier die Kunstbibliothek sowie die Generaldirektion der Staatlichen Kunstsammlung Dresen untergebracht. Zum Besichtigen locken drei Schlossinnenhöfe, darunter der Große Schlosshof, der eine besondere Dekorationstechnik mit Putz aufweist: die Sgraffito-Malereien.

5. Zwinger

Eigentlich ist ein Zwinger dazu gedacht, den Feind in einem Raum zwischen der inneren und äußeren Befestigungsmauer der Stadt „einzuzwingen“. Allerdings hat der Zwinger Dresdens bereits vor der Zeit Augusts dem Starken seine Bedeutung als Befestigungsanlage verloren. Stattdessen wurde das Anwesen für die Festlichkeiten des Hofes genutzt. Neben dem einzigartigen Fassadenschmuck können Besucher heute weltweit bekannte Museen besichtigen, das Nymphenbad bestaunen oder das Glockenspiel aus Meissner Porzellan genießen.

Jagdschlösser August des Starken
6. Schloss Moritzburg

Schloss Moritzburg liegt inmitten einer Teich- und Parkanlage und bildet mit seinen vier Türmen eine wunderschöne Kulisse, die bereits für den Dreh des Films „Drei Haselnüsse für Aschelbrödel“ diente. Der wettinische Herrscher August der Starke veranlasste den Bau und nutze das Schloss fortan als Lust- und Jagdschloss. Die romantische Parkanlage wurde zwar vor Augusts Tod nur in den Grundzügen fertiggestellt, bietet aber gerade aus diesem Grund einen Überblick über die ursprünglich geplanten Dimensionen.

7. Fasanenschlösschen

Ein Miniaturhafen und ein Leuchtturm gehören heute zum Fasanenschlösschen und locken jährlich zahlreiche Besucher an. Während der Umbauten an Schloss Moritzburg wurde eine Anlage zur Zucht von Jagdfasanen für die königliche Tafel angelegt, die im 7-jährigen verwüstet wurde. Jahre später errichtete man über dem alten Fasanenhaus ein Sommerschlösschen im Auftrag des Urenkels Augusts dem Starken.

Schlösser von August Christoph von Wackerbarth
8. Friedrichsschlösschen und Barockgarten Großsedlitz

Eine der authentischsten Barockanlagen Deutschlands findet sich südöstlich von Dresden und beherbergt das Friedrichsschlösschen sowie eine Obere und Untere Orangerie. Der Französische Garten beeindruckt durch exzellente Gartenkunst des Spätbarocks sowie zahlreiche Wasserspiele, weite Sichtachten und 64 Sandsteinskulpturen. Erbaut wurde der Barockgarten 1719-1723 vom Reichsgrafen August Christoph von Wackerbarth als Landsitz. Er ging jedoch wenig später in die Hände August des Starken über, der die Anlage nach seinen Wünschen ausbauen und umgestalten ließ.

9. Schloss Wackerbarth

Wer eine Weinprobe in königlichem Ambiente genießen möchte, sollte sich nach Schloss Wackerbarth begeben. Die barocke Schloss- und Gartenanlage mit dem Belvedere am Fuße der Radebeuler Weinhänge bietet nicht nur einen Französischen Garten zum Lustwandeln, sondern auch eine moderne Sekt- und Weinmanufaktur. Erbaut wurde das Anwesen von einem engen Vertrauten Augusts dem Starkem – dem Generalfeldmarschall und Reichsgraf August Christoph von Wackerbarth.

Ein Paradebeispiel des chinoisen Stils
10. Schloss Pillnitz

Kurfürst August der Starke erwarb Schloss Pillnitz für seine Favoritin Anna Constantia von Cosel und verstand es meisterlich, barocke und chinoise Architekturelemente miteinander zu verschmelzen. Das Anwesen besteht aus drei Gebäudeteilen: einem an der Elbe gelegenem Wasserpalais, dem Bergpalais und dem verbindenden Neuen Palais. Der eingeschlossene barocke Lustgarten wird von einem umliegenden Schlosspark ergänzt und bietet unter anderem einen Englischen, Holländischen und Chinesischen Garten.

Über den Autor

Bianca Geurden entdeckte ihre Leidenschaft für die künstlerische und textliche Gestaltung bereits in jungen Jahren und setzte diese später in ein Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften um. Ihre Vorliebe für ein Spiel mit Farben, Formen und Wörtern führte sie schließlich auch zum Thema Gartendekorationen und –austattungen.

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