1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Leserbewertung dieser Seite: 4,89 von 5 Sternen (9 Bewertungen)

Loading...
Stauden sind treue Begleiter für das gesamte Gartenjahr. In Ihrer Vielgestalt begeistern sie mit teils betörenden Düften, einem Leuchtfeuer an Farben und einzigartigen Formen jeden Gartenliebhaber. Von einem fernöstlichen Flair über den Zauber des Orients bis hin zur Mittelmeeridylle lassen sie keinen Gestaltungswunsch offen. Alles, was es über diesen Alleskönner zu wissen gibt, erfahren Sie hier.

1. Was sind Stauden?

Stauden sind mehrjährige, zumeist krautige Pflanzen, welche nicht verholzen und in der Regel nach jeder Vegetationsperiode absterben. Den Winter überdauern sie unterirdisch in einem eigenen Speicherorgan und erblühen im Frühjahr oder Sommer mit jeder neuen Vegetationsperiode erneut auf. Natürlich gibt es auch immer- und wintergrüne Arten, welche sich nicht zurückziehen und auch über die kalten Wintermonate hinweg den Boden bedecken. Aufgrund Ihrer vielfältigen Ausprägungen und Besonderheiten ist der Begriff der Staude sehr differenziert und beschreibt sowohl kleine Sukkulenten als auch große Pracht- und Blütenstauden sowie einen Großteil der winterharten Gräser, Farne, Knollenpflanzen und Wasserpflanzen.

Immergrüne Stauden
Immergrüne Stauden behalten das ganze Jahr über ihr Laub und sterben im Winter nicht ab.

z.B. Kleines Immergrün (Vinca minor), Ysander (Pachysandra), Purpurglöckche (Heuchera sanguinea), Steinkraut (Alyssum), Schleifenblume (Iberis sempervirens)
Wintergrüne Stauden
Wintergrüne Stauden behalten über den Winter Ihr Laub. Dieses wird im Frühling angeschnitten, damit neue Triebe nachwachsen können.

z.B. Elfenblume (Epimedium rubrum), Blaukissen (Aubrieta), Teppich-Ungarwürz (Waldsteinia ternata ), Neuseeland Segge (Carex buchananii), Bergenien

2. Zeit zum Pflanzen

Stauden in Töpfen, sogenannte Containerpflanzen, können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Traditionell pflanzt man jedoch im Frühjahr oder im Herbst, weil das Wetter hier vergleichsweise mild ist und die Stauden aufgrund der häufigeren Regenfälle nur wenig gegossen werden müssen. Stauden, die bereits im Frühling gepflanzt wurden, blühen meist schon im Sommer oder im Herbst des selben Jahres. Im Herbst gepflanzte Stauden entwickeln dagegen kräftige Wurzeln über die Wintermonate und blühen im kommenden Frühjahr umso schöner. Auch wurzelnackte Ware, also Pflanzen ohne Topfballen, kann das ganze Jahr über direkt gepflanzt werden. Der Vorteil hier ist, dass sich die Pflanze bei niedrigen Temperaturen um die 5 °C problemlos bis zu 3 Wochen lagern lassen, bevor sie eingepflanzt werden. Ist die Staude einmal eingepflanzt, kann sie selbst nach der Wurzelbildung mit entsprechender Vorsicht an einen anderen Platz im Garten gesetzt werden. Im Zuge einer Gartenumgestaltung sollten Frühlingsblüher in der Regel im Herbst und Herbstblüher im Frühling umgepflanzt werden. Ein Standortwechsel der Sommerblüher kann sowohl im Frühling als auch im Herbst vorgenommen werden.

Stilvolle Garten Pflanzgefäße bei Gartentraum.de:

3. Der passende Standort

Für jede Staudenart gibt es einen passenden Standtort. Ob Waldstaude, Freiflächenstaude, Steingartenstaude, Pracht- oder Uferstaude, jede Pflanze muss entsprechend ihrer Bedürfnisse ausreichenden Zugang zu Licht sowie Feuchtigkeit haben. In der Regel sind die Pflanzen mit den wichtigsten Eckdaten gekennzeichnet. Sollen Stauden direkt neben einem Baum gepflanzt werden, dann sollte in diesem Bereich eine zusätzliche Humusschicht aufgetragen werden, um der Pflanze den Zugang zu wichtigen Nährstoffen zu gewähren, welche ohne den Kompost beinahe vollständig von den Baumwurzeln absorbiert werden.

Steht schließlich fest, welchen Platz die Stauden im Garten bereichern sollen, beachten Sie vor dem Einpflanzen den erforderlichen Pflanzabstand. Dieser richtet sich zum einen maßgeblich nach der Staudenart, sowie nach dem gewünschten Gesamtbild:

Faustregel:
Kleine Beetstauden 6-8 Stück pro m2
größere Beet- und Prachtstauden 5-8 Stück pro m2
Breitwüchsige Stauden 2-3 Stück pro m2

4. Die Bodenbeschaffenheit

Stauden gedeihen sehr gut auf dem herkömmlichen Gartenboden, sofern dieser humushaltig, nahrhaft, krümelig und gut durchlässig ist. Weist der Boden zudem einen leichten Kalkgehalt und einen pH-Wert zwischen ca. 5,5 bis 7,0 auf, dann sind die Bedingungen optimal. Bei Stauden, die es besonders trocken mögen, kann vor dem Pflanzen Kies oder Sand spatentief in den Boden eingearbeitet werden, damit dieser wasserdurchlässiger wird. Zu beachten gilt auch, dass alle Wurzelunkräuter großzügig entfernt werden. Denn eine nachträgliche Unkrautbekämpfung in einer etablierten Bepflanzung ist nahezu unmöglich. Bedeckt man den Boden nach der Bepflanzung mit einer Schicht Rindenmulch, wird eine gute Feuchtigkeitszufuhr für die Staude gewährleistet.

5. Wässern und Düngen

…während der Anwachsphase:

  • Im Frühling: wöchentlich, kräftig über 3-4 Wochen wenn es nicht regnet
  • Im Sommer: je nach Witterung 2-3 Mal pro Woche
  • Startdüngung mit organischem oder anorganischem Staudendünger

…nach der Anwachsphase:

  • regelmäßiges Wässern morgens oder in den frühen Abendstunden mehrmals Wöchentlich
  • Boden nicht verschlämmen
  • Immergrüne Pflanzen auch in der kalten Jahreszeit an frostfreien Tagen wässern
  • Jährliche Düngung im März nach dem Verschnitt der Pflanzen
  • statt speziellem Staudendünger kann auch Biodünger oder Kompost verwendet werden

Handgearbeitete Gartenamphoren und Steinpodeste für Ihren Garten:

6. Schneiden und Pflegen

Wachsen Stauden nach der Pflanzung besonders langtriebig, können diese Anfang Juli etwa auf die Hälfte zurückgeschnitten werden, damit sie keine Samen bilden und somit mehr Energie darauf verwenden, in die Breite zu wachsen. Um eine unkontrollierte Vermehrung von z.B. Fingerhut, Island-Mohn oder Stockrose zu vermeiden, sollten verblühte Stiele vor dem Früchte tragen entfernt werden. Dienen die Fruchtstände jedoch als Zierde, wie etwa bei Mädchenaugen, Margeriten, Spornblumen und Kokardenblumen, oder soll sich die Pflanze bewusst vermehren, dann sollten alle Triebe Anfang Herbst zurückgeschnitten werden, um das Wachstum Stauden in der kommenden Saison zu fördern.

Kontrollieren Sie das Beet zusätzlich einmal monatlich auf Unkraut und entfernen Sie es gründlich, damit sich die Stauden ungehindert entfalten können. Decken Sie die im Herbst angelegte Neupflanzung mit Reisig oder Gartenvlies ab, damit die Pflanzen bis zum Beginn des Frühjahrs nicht erfrieren.

7. Überwintern der Staude

  • Schneiden Sie die Stauden im Herbst nicht zu weit zurück – das alte Laub dient als Winterschutz.
  • Bedecken Sie winter- und immergrüne Stauden mit einer dünnen Decke aus Rindenmulch, Laub, Stroh, Tannen- oder Fichtenreisig.
  • Bringen Sie den Schutz nur locker und nicht zu dick auf.
  • Isolieren Sie Kübelpflanzen idealerweise schon vor der Bepflanzung mit einer dünnen Schicht Styropor im Topf.
  • Wickeln Sie den Pflanzkübel in mehrere Lagen aus Noppenfolie oder Kokosfasermatte ein.
  • Alternative: Stellen Sie den Kübel in einen größeren Behälter und füllen dann den entstandenen Zwischenraum mit Mulch, Stroh oder Laub auf.
  • Decken Sie Stauden weder zu spät ab noch zu früh auf!

8. Bekannte Staudengärtnereien in Deutschland

Suchen Sie weitere Anregungen, nützliche Tipps und Inforamtionen rund um das Thema Stauden? Diese Staudengärtnereien in Deutschland bieten Ihnen neben einem umfangreichen Produktportfolio, einen Überblick über wissenswerte Themen und Fragen rund um die Gartengestaltung mit Stauden:

  • Die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin
  • Seit mehr als 90 Jahren steht die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin für ein breites Sortiment an hochwertigen Stauden. Mit fundiertem Fachwissen, einem breit gefächerten Sortiment und der Liebe zu den Pflanzen ist die Gärtnerei ihr Ansprechpartner im baden- württembergischen Sulzburg-Laufen.

  • Der Wöllsteiner Staudengarten
  • Der private Staudengarten der Familie Menzel im hessischen Wöllstein öffnen im Rahmen des Programms “Schöne Gärten und Höfe in Rheinhessen öffnen Türen und Tore” in regelmäßigen Abständen auch die ihren und stehen ihren Besuchern mit viel Leidenschaft, dem Blick für Details sowie einem großen Wissensschatz Rede und Antwort.

  • Der Bamberger Staudengarten
  • Im Bamberger Staudengarten hat man sich mit Leib und Seele der Farben-, Formen- und Artenvielfalt sowie der Langlebigkeit der Stauden verschrieben. Angeboten wird ein breites Sortiment an Pflanzen, jede Menge Inspiration sowie aktuelle Staudentrends und Tipps vom Experten.

  • Die Weihenstephaner Gärten
  • In enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf laden die Weihenstephaner Gärten im bayrischen Freising an etwa 200 im Jahr zu fachkundigen Führungen ein und begeistern ihre weit mehr als 100.000 Besucher auch außerhalb der gut besuchten Veranstaltungen mit einer Artenvielfalt, die ihresgleichen sucht.

  • Die Wittgensteiner Staudengärtnerei
  • Die Wittgensteiner Staudengärtnerei präsentiert sich mit über 600 unterschiedliche Beet-, Schnitt- und Schattenstauden regelmäßig auf diversen Wochen- und Pflanzenmärkten. Für den Kauf der Stauden, eine ausführliche Beratung und Pflegeseminare finden Sie im nordrhein-westfälischen Arfeld einen kompetenten Ansprechpartner.

Bilder Teaser: © Konstiantyn, Unbekannt – Fotolia.com; Hannamariah – depositphotos.com
Bilder Galerie: © Gartentraum.de

Über den Autor

Das Verfassen von anspruchsvollen Texten mit verschiedensten Themenschwerpunkten und Gestaltungsanforderungen begleitete Cristine nicht nur während ihres Studiums der Kommunikationswissenschaften. Auch bei Gartentraum.de kann sie ihre Leidenschaft für die Text- und Bildgestaltung mit Themen rund um die Vielfalt der Gartendekoration und Gartengestaltung ausleben.

Related Posts

Das Team von Gartentraum.de wünscht "Frohe Weihnachten" und guten Rutsch - Mehr zu unserem...

Klar, angenehm kühl und im wahrsten Sinne die Quelle des Lebens: Wasser ist essentiell für unsere...

Der umfassende Ratgeber zu Gartenmöbeln: Tipps und Hilfe zu Materialien, Pflege und Auswahl....

Kommentar verfassen