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Gewächshäuser sind längst nicht mehr ein Phänomen älterer Generationen. Gartenliebhaber jeden Alters wissen inzwischen den Vorteil von Glas- und Folienhäusern zu schätzen, in denen Gemüse und Zierpflanzen das ganze Jahr über gedeihen und wachsen können. Selbstversorger sein, unbehandelte Tomaten und Gurken genießen und selbst bei Frost in den Genuss von frischen Blumenduft zu kommen, das ist inzwischen ein nicht mehr weg zu denkender Trend. Darüber hinaus kann ein Gewächshaus auch in der Nähe zum Haus den Wintergarten ersetzen und zur Unterstellung von Pflanzen in den Frostmonaten dienen.

Die Funktion von Gewächshäusern jeglicher Art und Form ist dabei immer die gleiche: Die Energie von einfallendem Sonnenlicht durch Glas, Folie und Kunststoff wird von den untergebrachten Pflanzen aufgenommen und in chemische Energie umgewandelt, die letztlich zum Wachstum führt. Darüber hinaus wird die von der Sonne erzeugte Wärme im geschlossenen Raum gespeichert, es findet keine Konvektion, also keine Wärmeübertragung mit kühlerer Außenluft statt. Aus diesem Grund steigt die Temperatur kontinuierlich an und ermöglicht einen längeren Ertrag.

Arten und Materialien von Gewächshäusern




Glas-& Kunststoff Gewächshaus

Die Verwendung von Glas zur Eindeckung ist mit Sicherheit die kostspieligste und aufbauintensivste Form eines Gewächshauses, birgt jedoch auch seine Vorteile. Glas ist äußerst ästhetisch, sodass Außen- und Innenbeete beinahe nahtlos überzugehen scheinen, darüber hinaus ist es durch die hohe Lichtdurchlässigkeit im Winter ein geeigneter Ort für die Unterbringung von Balkon- und Topfpflanzen. Unterschieden wird in Bankglas mit einer Lichtdurchlässigkeit bis zu 92%, Isolierglas oder Nörpelglas bzw. Klarglas. Letzteres ist besonders gut für Pflanzen geeignet, da das Licht durch die geriffelte Oberfläche gebrochen wird und somit schonender wirkt, allerdings muss sich in den Rillen absetzender Schmutz aufwendiger entfernt werden.

Weitaus häufiger als Echtglas wird jedoch Plexiglas aufgrund seiner guten Isolation und leichten Eigenschaften verwendet. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei nicht um Glas, sondern um einen glasähnlichen Kunststoff, der eine hohe Transparenz bei geringer Vergilbung unter Sonnenlicht aufweist. Die Isolation sowie der damit verbundene Treibhauseffekt wird durch die Stärke der verwendeten Platten beeinflusst.

Folientunnel

Vor allem für Tomaten geeignet und eine sehr günstige Alternative gegenüber dem Glashaus sind Folientunnel. Bei einem solchen Gewächshaus wird eine dünne Kunststofffolie auf einem Trägergerüst über ein Beet gespannt. Dieses Prinzip gilt ebenso für Frühbeete in kleinen Formaten, jedoch auch für Gewächshäuser mit einer Länge bis zu mehreren Metern. Das Gerüst besteht in der Regel aus wetterbeständigem Aluminium oder Kunststoff. Ein Vorteil der Konstruktion liegt darin, dass sie jederzeit auf- und abgebaut werden kann, es ist kein Fundament vorhanden. Dementsprechend braucht ein Folientunnel auch keine örtliche Baugenehmigung, die bei einem Glas Gewächshaus immer erfragt werden sollte. Der Nachteil des Einsteiger-Modells liegt in seiner Optik, der Reinigung der Folie sowie in Schäden, die durch starke Stürme oder Hageleinschläge entstehen.

Anlehngewächshaus

Wer zu der Mitte zwischen Wintergarten und Gewächshaus tendiert, eine Unterstellung für Topfpflanzen sucht und nicht den ausreichenden Platz im Garten für ein Gewächshaus besitzt, der entscheidet sich häufig für ein Anlehngewächshaus. Dabei wird dieses an eine bestehende Hauswand angebaut, sozusagen angelehnt, wodurch mittels abgegebener Hauswärme auch Energiekosten zum Heizen eingespart werden können. Verwendet werden sollte die Südseite, da dadurch ausreichend Licht eingefangen werden kann. Pflanzen sollten wie bei einem vertikalen Garten angeordnet werden: Schatten liebende Pflanzen Richtung Hauswand stellen, die lichtintensiven nach vorne rücken. Baurechtlich handelt es sich hierbei nicht um einen Wintergarten, fragen Sie jedoch zur Sicherheit bei dem örtlichen Bauamt für eine Genehmigung nach.

Optimaler Gewächshaus-Standort

Sonnenlicht richtig nutzen

Wie bereits beschrieben ist die Funktion eines Gewächshauses nur mit ausreichend Sonnenlicht gegeben. Schatten- und Lichteinfall spielen eine große Rolle bei dem Erfolg der Pflanzenaufzucht und können je nach Ausrichtung unterschiedlich ausfallen. Die Ausrichtung hängt wiederum davon ab, wofür das Gewächshaus verwendet wird. Grundsätzlich gilt:

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  • Findet ein Anbau im Sommer bei hochstehender Sonne für Gemüse statt, so sollte die Längsachse des Gewächshauses in Nord-Süd-Richtung verlaufen.
  • Findet ein Anbau im Frühjahr sowie eine Nutzung zur Überwinterung von Pflanzen statt, so sollte die Längsachse in Ost-West-Richtung verlaufen, da nun die Sonne niedriger steht und Licht auf die Seitenwände einfällt.
    Um größere Schatteneinfälle auf das Gewächshaus vor allem im Winter zu umgehen, sollte auf die Distanz zu größeren Bäumen und Objekten geachtet werden. Beobachten Sie den geplanten Standort über längere Zeit hinweg oder informieren Sie sich auf Sonnenverlauf.de, inwiefern die Sonne auf den gewünschten Punkt im Laufe des Jahres wirkt.

Windgeschützter Standort

Um Gewächshäuser vor starker Witterung zu schützen, empfiehlt sich ein Standort im Schutze von Hecken, Palisaden und Sträuchern. Auf diese Weise vermeiden Sie herangetragene kalte Luft, die mitunter zu erhöhtem Isolations- und Heizungsaufwand des Gewächshauses führt. Achten Sie aus dem gleichen Grund auch darauf, nicht am Fuße eines Hanges zu bauen, weil hier ebenfalls kalte Luft herabfließt. Nicht zuletzt sollten jedoch auch Verschmutzungen von Bäumen in der Nähe bedacht werden, denn es gilt: Je mehr Dreck auf dem Dach liegt und sich im Material festsetzt, desto weniger Licht kann zu den Pflanzen vordringen.

Das Gewächshaus richtig heizen

Muss ich ein Gewächshaus heizen?

gewächshaus richtig heizen

Ob das Gewächshaus beheizt werden muss, hängt stark davon ab, für welchen Zweck es verwendet wird. Bereits bei der Überwinterung von Kübelpflanzen oder einem gewünschten längeren Zeitraum zur Pflanzung und Ernte von Gurken lohnt sich die Überlegung zu einem Gewächshaus mit Heizung.

Ein Kalthaus ohne Beheizung stellt lediglich einen frostfreien Raum sicher, der nicht unter 0° sinkt. Ein temperiertes Gewächshaus hingegen, welches ein Wärmeniveau zwischen 10°-18° aufweist, sichert das Überleben vieler Balkonpflanzen über den Winter hinweg, während sich Treibhäuser mit einer Temperatur über 20° insbesondere für die Pflege wärmeliebende, exotische Pflanzen eignen.

Beheizungskonzepte

Welche Beheizung letztendlich gewählt wird, richtet sich nach unterschiedlichen Faktoren wie den Installations- und Instandhaltungsaufwand, der Wirtschaftlichkeit der Beheizung sowie der Sicherstellung des Wärmebedarfs. Der Wärmebedarf bezeichnet die Menge an Energie, die Sie aufbringen müssen, um eine gewünschte Temperatur im Gewächshaus zu halten. Er ist abhängig von der Isolierung des verwendeten Gewächshaus Materials, der Größe der Wandflächen sowie durch den Unterschied zwischen Außentemperatur und Innentemperatur.

Ermittlung des Wärmebedarfs:
Energiebedarf in Watt = k-Wert der Eindeckung * Fläche in qm * Unterschied zwischen Außen- & Innentemperatur in Grad Celsius.

K- bzw. U-Wert: Wärmedurchgangskoeffizient, der angibt, wieviel Wärme durch einen festen Stoff abgegebenen wird. Je niedriger der K-Wert, desto besser isoliert ist dementsprechend ein Ge-wächshaus, desto weniger Licht wird jedoch auch in das Gewächshaus durchgelassen.

Warmwasser Heizung

Der Anschluss erfolgt an die Wohnheizung. Durch ein Rohrleitungssystem wird Warmwasser gepumpt.

  • Gibt gleichmäßig Wärme ab
  • Geringe Wartungskosten
Elektrische Heizung

Der Anschluss erfolgt über feuchtigkeitsrestistente Steckdosen. Die Beheizung ist relativ teuer, deswegen lohnt sich eine Stromheizung insbesondere für temperierte Häuser bzw. Kalthäuser.

  • Keine Schadstoffe
  • Geringe Instandhaltungs- & Anschaffungskosten
Holzofen

Der Holzofen wird mit Brennscheiten betrieben. Es sollte jedoch unbedingt für eine Rauchabfuhr gesorgt werden und darauf geachtet werden, dass Pflanzen nicht in unmittelbarer Nähe austrocknen.

  • Preiswerte Anschaffungskosten für Holz
Gasheizsystem

Der Anschluss erfolgt, sofern vorhanden, über eine örtliche Leitung. In der Regel werden Gasheizungen jedoch mit Propangasflaschen betrieben.

  • Auch für größere Gewächshäuser geeignet
  • 99% der eingesetzten Energie wird in Wärme umgewandelt

Belüftung von Gewächshäusern

gewächshaus belüftung

Um die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus zu beeinflussen sowie Schimmelpilze zu vermeiden, empfiehlt sich eine gezielte Belüftung. Grundsätzlich wird dadurch eine Luftbewegung im Raum erzeugt (Luftumwälzung) und neuer Sauerstoff zugeführt (Frischluftzufuhr). Diese Punkte sollen letztlich den Pflanzen im Inneren zu Gute kommen, immerhin konnte selbst bei Wärme liebenden Arten festgestellt werden, dass ab 34° eine Wärmestarre eintritt, die jegliches Wachstum blockiert. Es ist daher sinnvoll, der ständigen Erhitzung im Sommer durch die Sonne mittels Belüftung entgegen zu wirken.

Der Kamineffekt – Dach- & Seitenfenster

Wie allgemein bekannt, steigt warme Luft immer nach oben, wodurch unten im Gewächshaus grundsätzlich ein kühleres Klima vorherrscht. Dachfenster sind daher unabdingbar und können manuell sowie mit automatischen Fensteröffnern eingerichtet werden, sie sollten ebenso groß wie die Seitenfenster sein. Insgesamt gilt: 10% der Fläche eines Gewächshauses sollte Lüftungsfenstern vorbehalten sein. Werden an beiden Seiten des Daches Fenster angebracht, so besteht die Möglichkeit, genau das Fenster zu öffnen, das gegenüber der vom Wind erfassten Seite liegt. Auf diese Weise wird ein perfekter Durchzug erzielt.

Luftumwälzung

Im Winter greifen viele Gartenliebhaber auf eine Beheizung im Gewächshaus zurück. Gerade hier ist es wichtig, die warme Luft gleichmäßig im Raum zu verteilen bzw. Frischluft mit dem notwendigen CO2 an alle Pflanzen für den notwendigen Photosynthese-Prozess heranzuführen. Luftumwälzer erhalten Sie mit Solarpanels oder aber mit einem Stromanschluss.

Vorteile & Nachteile günstiger bis kostenintensiver Gewächshäuser


Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass Foliengewächshäuser bezogen auf die Eindeckung die wohl günstigste Alternative gegenüber Glas- und Kunststoffgewächshäuser sind, allerdings haben teurere Modelle durchaus ihre Vorzüge, die insbesondere in der Optik und Ausstattung liegen. Der Preis variiert neben den Materialkosten je nach Größe des Gewächshauses, der Einrichtung sowie Belüfungs- und Heizsystemen. Unsere kleine Aufstellung dient Ihnen daher lediglich als Richtlinie, die allgemeine Vor- & Nachzüge teurer und günstiger Gewächshausvarianten auflistet.

Das Gewächshaus einrichten

gewächshaus einrichten

Eine gewisse Grundausstattung in einem Gewächshaus sollte nicht fehlen und verfolgt den Zweck, tägliche Arbeiten so angenehm wie möglich zu gestalten und einen größtmöglichen Effekt bei der Pflege und Aufzucht von Pflanzen zu bewirken. Bauen Sie beispielsweise Tomaten oder Gurken an, so benötigen Sie Rankhilfen wie Pflanzstäbe oder Rankgitter. Für Arbeiten zum Umtopfen oder als Ablage für Werkzeuge empfiehlt sich ein Tisch mit verstellbarer Höhe, während Regale aus beispielsweise rostfreiem Aluminium oder verzinktem Stahlgitter ausreichend Abstellflächen bieten. In den warmen Sommermonaten eignen sich Schattierungsgewebe, um Pflanzen vor zu großer Sonneneinstrahlung zu schützen. Im Winter hingegen können Strohmatten zur Isolierung vor Kälte beitragen. Kleinere Anschaffungen lohnen sich ebenfalls, so ist ein Thermometer zur Überprüfung der Temperatur ebenso sinnvoll wie ein Temperaturwächter zur Alarmierung bei Frostgefahr.

Einrichtungs-Tipp: Überlegen Sie sich im Vorhinein auch, wie Sie Gehwege anlegen. Für gewöhnlich wird ein breiter Gehweg im Lauf der Längsachse des Gewächshauses angelegt, der entweder etwas höher liegt oder von Kantensteinen begrenzt wird, um keine größeren Verschmutzungen zu verursachen. Der Gehweg selbst kann auch Kies, Schotter oder Steinplatten angelegt werden, Holz sollte aufgrund der Rutschgefahr vermieden werden. Anschließend können Sie Erdbeete oder Bankbeete anlegen, achten Sie jedoch darauf, dass Sie an alle Pflanzen gut heran kommen.

Bilder: © coffeekai; Rechitan Sorin; flucas; a40757se; biker3; Marina Lohrbach; industrieblick; countrylens – Fotolia.com

Über den Autor

Bianca Geurden entdeckte ihre Leidenschaft für die künstlerische und textliche Gestaltung bereits in jungen Jahren und setzte diese später in ein Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften um. Ihre Vorliebe für ein Spiel mit Farben, Formen und Wörtern führte sie schließlich auch zum Thema Gartendekorationen und –austattungen.

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