Wespennest richtig entfernen (Kosten, Strafe & Hausmittel)

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Ein Wespennest beseitigen und umsiedeln lassen

 

Wer kennt es nicht: Kaum zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen des Jahres schwirren wieder die ersten Wespen umher und machen dem ein oder anderen den unbeschwerten Genuss der Eiswaffel schwer. Wer hier die Ruhe bewahrt, hat gute Karten, dass ein friedliches Miteinander mit dem kleinen Plagegeist möglich ist und er bald verschwindet. Doch was tun, wenn man es statt mit einer Wespe, gleich mit einem ganzen Wespenvolk zu tun hat, das sich Dachboden oder Rollladenkasten zum neuen Wohnort auserkoren hat? Wir geben Mittel und Tipps an die Hand wie man das Wespennest beseitigen lassen kann und was dabei rechtlich und kostentechnisch beachtet werden muss.

 

Welche Gefahren gehen von Wespennestern aus?

Kinder und Allergiker von Wespenstichen gefährdet

Eine Koexistenz mit den Insekten in den eigenen vier Wänden dürfte für viele Menschen keine besonders angenehme Vorstellung sein. Für Familien mit Kindern und Menschen mit Wespenallergie kann das Nest sogar direkt gefährlich werden. Oftmals genügt es bereits, unbedacht in die Flugbahn der Tiere zu geraten, sodass diese angreifen. Insbesondere kleineren Kindern kann das beim unbedarften Spielen zum Verhängnis werden.  Denn oft bleibt es nicht nur bei einem Stich, da die Tiere davon ausgehen, ihr Nest gegen Feinde verteidigen zu müssen. Die Pheromone, die sie dabei abgeben, können ihrerseits außerdem andere Wespen aus dem Nest aktivieren. Im Extremfall beschwört das dann den ganzen Schwarm herauf.

Allergiker können auf die Stiche mit folgenden Symptomen reagieren:

  •  Rötung und Nesselausschlag der Haut oder Schleimhaut
  • Juckreiz oder Brennen, im Rachenraum sowie an der Zunge,
  • Schwellungen am Hals und im Gesicht,
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall
  • Fließschnupfen, Heiserkeit, Atemnot,
  • starke Atembeschwerden,
  • Hitzewallungen,
  • Schwächegefühl,
  • Schwindel

Im schlimmsten Fall kommt es nach einem Auftreten dieser Symptome zu dem sogenannten anaphylaktischen Schock, der einen Kreislaufzusammenbruch bewirken kann.

 

Bei diesem anaphylaktischem Schock, sollte man umgehend Erste Hilfe-Maßnahmen wie die stabile Seitenlage und bei Atemstillstand die Mund-zu- Mund-Beatmung einleiten. Parallel ist die Verständigung des Notarztes lebenswichtig.

Für die beiden Gruppen Kinder und Allergiker ist eine Entfernung eines heimischen Wespennestes damit nicht nur eine Frage des Wohlfühlens, sondern auch der Gesundheit und sollte damit zügig umgesetzt werden.

 

Entfernung eines Wespennestes am Fensterrahmen

Entfernung eines Wespennestes am Fensterrahmen | Bildquelle: Shutterstock.com

Was ist zu tun bei Wespennestern?

Vor Beauftragung des Kammerjägers: Naturschutz beachten

 

  • Ruhe bewahren: Aufgrund der rechtlichen und auch preislichen Hürden, die mit der Entfernung eines Wespennestes einhergehen, sollte man sich sein Vorgehen genau überlegen und auch die unbedingte Notwendigkeit der Entfernung hinterfragen. Sofern keine unmittelbare Gefährdung auszumachen ist oder man nicht grade zur betroffenen Gruppe der Kinder oder Allergiker gehört, ist vielleicht eine friedliche Koexistenz möglich
  • Nützlichkeit erkennen: Obwohl sie viele Menschen nerven, sind Wespen grundsätzlich wertvolle Insekten, die Gartenschädlinge wie Blattläuse und sogar Aas verputzen. Damit sind Wespen wichtiger Teil des Ökosystems  und stehen zu Recht unter Naturschutz
  • Naturschutz beachten: Aufgrund der Nützlichkeit der Wespenvölker für die heimische Flora und Fauna, steht das amtlich unbegründete Entfernen ihrer Nester unter Strafe.  Das Beseitigen eines Nestes muss man immer bei einer zuständigen Behörde wie der Naturschutzbehörde, dem Landratsamt oder der Stadtverwaltung beantragen. Es muss  auch gut begründet sein, beispielsweise mit der Gefährdung von Kindern oder eben einer Allergie. Bei widerrechtlicher Entfernung drohen von Bundesland zu Bundesland variabel, Bußgelder von mehreren tausend Euro, in Bayern sind es gar 5000. Bei besonders geschützten Arten können um die 50 000 Euro veranschlagt werden.
  • Kammerjäger hinzuziehen: Es ist ratsam sich an einen seriösen Kammerjäger zu wenden, sobald das Entfernen beantragt ist, denn nur so kann die vollständige Entfernung des Nestes garantiert werden. Im besten Fall arbeitet er außerdem mit der Naturschutzbehörde zusammen und versucht vor der Zerstörung des Nestes, Alternativen in Betracht zu ziehen.

Das Wespennest entfernen lassen

Kosten für einen Kammerjäger oder Imker in der Nähe

Grade Laien wissen oft nicht, wie sie das Risiko einer Entfernung und die Gegebenheiten des Nestes einschätzen müssen, damit sie sich und die Tiere nicht unnötig gefährden. Damit setzen sich viel Menschen der Gefahr schlimmer Stichverletzungen aus. Diese können im Falle einer Allergie aber sogar lebensbedrohlich werden.

 Grundsätzlich sollte zur Entfernung eines Wespennestes daher immer professionelles Fachpersonal herangezogen werden.

In Frage kommen als Fachpersonal:

  • Kammerjäger: Sie sind eigentlich auf die Entfernung von Schädlingen spezialisiert, zu denen Wespen aufgrund ihrer wertvollen Rolle für das Ökosystem eigentlich nicht zählen.  Nichtsdestotrotz kann ein Wespennest im Garten im Falle einer Allergie oder der Nähe zu Kindern gefährlich werden. Kann daher ein Bedarf für die Entfernung nachgewiesen werden,  ist der Kammerjäger dennoch der erste Ansprechpartner.  Ein ausgebildeter Kammerjäger (seit 2004 ist es ein Ausbildungsberuf) wird jedoch den Schutz des Wespenvolkes an erster Stelle sehen und sofern es möglich ist, eine Umsiedlung immer der Zerstörung des Nestes vorziehen.
  • Imker: Sie bieten in der Regel direkt die tierfreundlichere Methode der Umsiedlung an. Aufgrund ihrer fachkundigen Erfahrungen mit Bienen und dem Vorhandensein von Schutzkleidung sind sie neben dem Kammerjäger ein guter Ansprechpartner. Allerdings ist eine Umsiedlung durch einen Imker oft nur bei einer günstigen Lage des Nestes,z.B. draußen im Garten, möglich.
  • mancherorts die örtliche Feuerwehr:  Es ist einen Versuch wert, im Falle einer dringend notwendigen Entfernung eines Wespennestes zunächst bei der Feuerwehr anzufragen. Allerdings verfügt längst nicht jede Feuerwache über das notwendige Equipment, was zur Entfernung eines Nestes gebraucht werden kann.

 

Was kostet die Entfernung des Wespennestes dann?

Die Kosten für die Entfernung des Wespennestes ist bei Imkern umsonst, da sie die Tiere lediglich an einen anderen Ort umsiedeln. Bei Kammerjägern dagegen sind sie mit einer Preisspanne von 100-250 Euro relativ hoch.  Sie variiert außerdem je nach Ort, Dringlichkeit und Erreichbarkeit des Nestes. Man sollte sich jedoch vor unseriösen Notdiensten schützen, die oftmals noch an der Haustür Wucherpreise verlangen. Außerdem entfernen sie entgegen der Bestimmungen von Naturschutzbehörden Nester oft auch dann, wenn es keinen triftigen Grund gibt.

Wie finde ich einen Kammerjäger?

Um sich vor unseriösen Anbietern zu schützen, sollte möglichst nach Kammerjägerunternehmen gesucht werden, die sich in der unmittelbaren Region befinden. Man sollte es vermeiden, aus einer Drucksituation heraus, unseriöse Notdienste in Anspruch zu nehmen. Allgemein hilft es, sich an Schädlingsbekämpfer-Unternehmen zu orientieren, die dem „Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband E.V“ (DSV ev.)  angehören. Seine Mitglieder verfügen über die nötigen Fachqualifikationen, um das Nest zu beseitigen.

 

Darf ich ein Wespennest selbst entfernen?

Niemals durch Ausräuchern, Zerschlagen, Abfackeln oder anderes selbst entfernen

 

Geht es um das Thema Wespen, reagieren bekanntermaßen viele Menschen unbedacht.  Schnell wird da mal nach den kleinen Tierchen geschlagen und prompt erfolgt die Quittung in Form eines saftigen Stiches. Leider macht diese Verhaltensweise offenbar aber trotzdem nicht bei allen Menschen Halt davor, sich mit einem ganzen Wespenvolk anzulegen und mit undurchdachten Mitteln und Methoden ihr Nest loswerden zu wollen.  Aus diesem Grund listen wir hier die Top Drei der Methoden auf, wie ein Wespennest niemals und unter gar keinen Umständen selbstständig entfernt werden sollte.

 

  • „Methode“ Nr.1:  Ausräuchern

Oft versucht, nie funktioniert- nicht nur, dass der Rauch die Wespen reizt und zusätzlich aggressiv macht, es besteht auch akute Brandgefahr, da das Nest aus papierähnlichem Material besteht und seine Umgebung in Brand stecken könnte. Wer also weder vollkommen zerstochen noch die 112 alarmieren möchte, sollte von dieser Methode absehen.

 

  • „Methode“ Nr.2: Das Abfackeln

Ähnlich sinnlos wie Methode Nr. 1- einzig die Wahrscheinlichkeit eines Haus-oder Dachstuhlbrandes ist noch höher und stürzt im schlimmsten Fall in Unkosten von mehreren tausend Euro für den Feuerwehreinsatz.

 

  • „Methode“ Nr. 3: Das Zerschlagen

Fahrlässiger kann man sich der Attacke durch ein Wespenvolk gar nicht aussetzen. Von dieser „Methode“ sollte jeder einfach nur absehen. Schwere Verletzungen durch Stiche sind die sichere Folge.

 

  • „Methode“ Nr. 4: Das Wespennest mit Wasser oder Hochdruckstrahler abspritzen

Das Wasser macht die Tiere wie die vorangehenden Methoden eher aggressiv. Außerdem ist sie je nach Ort des Nestes sowieso nicht praktikabel, beispielsweise auf dem Dach.

 

Und was ist mit Wespenschaum oder Wespenspray?

Die private Nutzung beider Mittel ist grenzwertig. Wespenschaum ist hochgiftig und umweltschädlich und sollte grundsätzlich nur draußen verwendet werden. Schutzkleidung ist hierbei unbedingt erforderlich, da das Biozid auch für den Menschen schädigend ist. Leider werden durch die Nutzung oft auch andere Insektenarten in Mitleidenschaft gezogen, weswegen man nur in Ausnahmefällen oder durch einen Kammerjäger drauf zurückgreifen sollte.

 

Arten der Entfernung

Zerstörung und Umsiedlung als Methoden

Es gibt natürlich auch Methoden, die für die Entfernung eines Wespennestes angebracht sind. Hierzu zählen die Beauftragung eines Kammerjägers, der das Nest zerstört oder die eines Imkers, der es umsiedelt.

  • Zerstörung des Wespennestes: Mit der Anheuerung eines Kammerjägers wird meistens die direkte Zerstörung des Wespennestes, z.B. durch Wespenspray, angestrebt. Freihängende Nester werden komplett entfernt, solche in Hohlräumen mit insektizidem Pulver versehen, welches dazu führt, dass die Tiere und ihre Larven absterben
  • Die Umsiedlung: Eine humanere Methode dagegen ist die Umsiedlung der Wespen durch einen Imker oder eine Naturschutzbehörde.  Hierbei werden die Tiere mit einem speziellen Sauger eingefangen und das Nest äußerst vorsichtig geborgen. Es wird dann an einem neuen mindestens vier Kilometer entfernten Standort geschafft.  Grade aber, wenn das Wespennest schwer zugänglich in einer engen Nische hängt, gestaltet sich eine Umsiedlung oftmals als schwierig. Dann muss oftmals die erstgenannte Methode der Zerstörung in Betracht gezogen werden.

 

Wer zahlt für die Entfernung des Wespennestes

Vermieter oder Versicherung zahlen bei Wespen

 

In der Regel trägt bei Betroffenheit der Mietwohnung der Vermieter die Kosten. Voraussetzung ist allerdings, dass der Mieter den Umstand rechtzeitig bei diesem angezeigt hat.

Sofern eine Hausrast- oder Wohngebäudeversicherung mit einem Haus- und Wohnungsschutzbrief vorhanden ist, übernimmt auch die Versicherung den Preis für den Kammerjäger.

 

Wo können Wespennester in der Wohnung oder am Haus sein?

Rollladenkasten oder draußen am Haus: Die Art entscheidet

Wo genau die Wespen ihre Nester am liebsten bauen ist abhängig von der Wespenart, denn diese hegen verschiedene Vorlieben.

  • In Rollladenkästen, Garagen, Dachverkleidungen: Die Wespenarten, die sich hier aufhalten, haben es gerne dunkel und warm. Oft handelt es sich hierbei um Erdwespen, die wie ihr Name schon sagt, eigentlich ihre Nester unter der Erde bauen.
  • In Bäumen, Sträuchern, an Hecken, am Haus  oder am Balkon: Die Wespenarten, die hier siedeln, bevorzugen es, ihre Nester freihängend und an der frischen Luft zu bauen. Sie sind oft friedfertiger als ihrer im Inneren von Häusern siedelnden Artgenossen. Auch ist bei freihängenden Nestern eine Umsiedlung deutlich besser möglich.

 

Wespennest im Dachgiebel

Wespennest im Dachgiebel | Bildquelle: Natalie Schorr

 

 

Welche Wespenarten gibt es?

Nur die Gemeine und die Deutsche Wespe machen Probleme

Allgemein gilt, dass längst nicht alle Wespen ein besonders hohes Aggressionspotenzial besitzen. Im Gegenteil ist mit den meisten eine friedliche Koexistenz  sogar sehr gut möglich.

Wie bereits erwähnt, gibt es aber Artunterschiede.

 

  • Gemeine Wespe: Sie zählt zu der Gattung der Kurzkopfwespen und außerdem  zu den Erdwespen. Sie fällt oft durch ihr aggressiv geierndes Verhalten beim Sonntagsfrühstück auf der Terrasse auf, wenn sie den Wurstteller oder das Marmeladenbrot nicht in Ruhe lassen möchte. Oft findet man ihre Nester in dunklen Hohlräumen, in Rollladenkästen, Garagen oder natürlich unter der Erde. Farblich sind die Nester beige und haben unten Lufttaschen.
  • Deutsche Wespe:  Sie zählt ebenfalls zu der Gattung der Kurzkopfwespen und dazu zu den Erdwespen. Im Grunde gilt für sie dasselbe wie für die Gemeine Wespe. Sie fällt durch ihr aggressives und oftmals penetrantes Verhalten auf. Auch nistet sie an denselben Plätzen.
  • Mittlerer Wespe: Die Mittlere Wespe ist Teil der Gattung der Langkopfwespen. Sie ist eher in Wald und Wiesen anzutreffen und baut auch ihre Nester eher freihängend und an der frischen Luft. Außerdem bereitet sie kaum Probleme und ist wenig aggressiv. Sie wird nicht von Süßspeisen und Fleisch angezogen, sondern mag es nahrungstechnisch natürlich.
  • Sächsische Wespe: Sie gehört auch zu den Langkopfwespen.  Auch sie ist eher in Wald und Wiese anzutreffen und scheu. Sie bevorzugt natürliche Nahrung wie Baum,-Pflanzen-, und Obstsäfte sowie Blütennektar.
  • Waldwespe: Der Gattung der Langkopfwespen zugehörig.  Sie hat kleine Völker mit grade mal 800 Tieren, die ihre Nester gerne freihängend auf Dachböden baut. Die Nester selbst sind grau, kegelförmig und mit hellen und dunklen Streifen versehen. Auch sie bevorzugen natürliche Nahrung.
  • Norwegische Wespe: Teil der Gattung der Langkopfwespen. Wie alle, die dieser zugehören, mag sie es sowohl in Bezug auf ihre Nahrung, als auch auf ihren Nist-Ort, natürlich.
  • Hornissen: Hornissen zählen zu den größten heimischen Wespenarten. Ihre Königin erreicht eine Größe von bis zu 35 Millimeter, die Weibchen und Männchen immerhin stolze 18 bis 28 Millimeter. Ihre Völker sind mit 100 bis 700 Insekten ebenfalls relativ klein. Prinzipiell sind sie eher scheu und kommen zur Nahrungssuche nicht in die  Nähe des Menschen. Gelegentlich sind sie aber mit ihren Nestern in Rollladenkästen und Wandverkleidungen anzutreffen.
  • Unterfamilie der Feldwespen: Zu ihr zählen Haus-Feldwespe, Heide Feldwespe, Zierliche Feldwespe und Berg Feldwespe. Sie haben ihre Nester am liebsten in der prallen Sonne, zum Beispiel an Dachziegeln.  Auffällig ist außerdem, dass die Nester keine Außenhülle haben. Ein Volk umfasst oft nur 10-30 Wespen.

Wie ist ein Wespennest aufgebaut?

  • Material: Ein Wespennest besteht ausschließlich aus Holzfragmenten, die die Wespen in ihrer näheren Umgebung finden. Die Wespen schälen sie mit ihren Mundwerkzeugen, zerkauen sie fein, speicheln sie ein und  transportierten sie zum Nistplatz. Damit besteht das Wespennest de facto aus diesem von den Wespen produzierten Holzbrei. Je nach Art gibt es allerdings noch Unterscheide darin, welche Beschaffenheit das verwendete Holz  aufweist  Die deutsche Wespe beispielsweise bevorzugt lediglich oberflächlich verwittertes Holz, das ihre Wespennester später gräulich erscheinen lässt.  Die Gemeine Wespe sowie die Hornisse mögen dagegen komplett verwittertes Holz, das ihrem Nest nachher ein beiges Äußeres gibt. Hornissennester weisen außerdem eine offene Öffnung auf. Andere Wespenarten dagegen benutzen ein seitliches Einflugloch, um in ihr Nest zu kommen.
  • Größe: Wespen passen die Nester den Gegebenheiten an, die sie vorfinden. Oft sind sie traubenförmig oder rund, es kommen allerdings  auch längliche, ellipsenförmige vor. Nicht selten erreichen die runden Nester die Größe eines Fuß- oder Medizinballs.
  • Aufbau und Konstruktion: Wespennester sind grundsätzlich wabenartig aufgebaut. Dies dient einerseits der Stabilität des Nestes und andererseits einem gesicherten Ablegen der Eier. Die Anfangswaben sind gut versteckt in einem Hohlraum untergebracht und schlecht sichtbar, was sich mit dem zunehmenden Wachstum des Nester ändert. Oft nehmen sie nach außen hin abstrakte geometrische Formen an. Der Innenbau dagegen ist absolut gleichmäßig.  Viele Menschen sind aber aufgrund der äußeren Form von Wespennestern abgeschreckt, die in ihrer seltsamen, nichts von der inneren Ordnung verratenden Form und grau-beigen Farbgebung eher an Geschwürbildungen erinnern.

 

Wespennest aus stark verwittertem Holz

Wespennest aus stark verwittertem Holz| Bildquelle: Shutterstock.com

 

Zu welcher Jahres und Tageszeit sollte man eine Wespennest am besten entfernen?

Geeignet sind Winter und früher Morgen und Abend

 

 

  • Jahreszeit: Solange das Nest noch oder aber bereit wieder unbewohnt ist, eignen sich am besten der April, da hier die Nestbauphase beginnt oder aber der Herbst. Im Winter ist eine Entfernung ebenfalls sinnvoll, da man hier ein bereits wieder leeres Wespennest antreffen wird.
  • Tageszeit:  Die Tageszeit wird dann relevant, wenn das Wespennest schon bewohnt ist. Ist eine Umsiedlung des Nestes geplant, so eignet sich als Tageszeit am besten der frühe Morgen oder aber der späte Abend, da sich dann alle Tiere im Nest aufhalten und so eine vollständige Entfernung garantiert ist.

 

Was tun bei einem Wespenstich?

Kühlen und Hitze bei Wespenstich

Wer von einer Wespe gestochen wurde, weiß das meist schon intuitiv, bevor er das geringelte Insekt gesichtet hat. Das injizierte Wespengift ist äußerst schmerzhaft und sorgt für eine quälende brennende Rötung, die darüberhinaus später zu jucken beginnt. Wespengift setzt sich aus verschiedenen Enzymen, Peptiden, und biogenen Aminen zusammen. Jede dieser Substanzen wirkt auf ihre Weise schmerzerregend. Das Peptid Kenin verursacht von den Inhaltsstoffen allerdings besonders erhebliche Schmerzen. Die enthaltenen Enzyme wie Phospholipase A1, Phospholipase und Hyaluronidase sorgen für eine Durchlässigkeit der Zellwände im Gewebe und fördern so die leichte Ausbreitung des Giftes.  Sie sind es auch, die im Falle einer Allergie die unter Umständen lebensbedrohliche Reaktion bewirken. Erkennbar ist eine allergische Reaktion unter anderem daran, dass sich die Symptome auf den gesamten Körper ausbreiten und nicht lokal beschränkt sind.  Sofern man aber nicht von einer Allergie betroffen ist, reicht es auf folgende Symptome  zu achten und die genannten Hausmittel zu verwenden.

  • Symptome: Bei einer normalen körperlichen Reaktion auf einen Wespenstich kommt es meist zu einer schmerhaften, lokal begrenzten Schwellung, die schmerzt und pocht. Sollte die Reaktion darüber hinaus gehen (siehe erster Abschnitt) muss man von einer Allergie ausgehen und sollte man ärztliche Hilfe zu Rate ziehen.
  • Wespenstich im Mund/-oder Rachenraum: Wer hier gestochen wird, für den ist es wichtig, dass er nicht in Panik verfällt, sondern die Ruhe bewahrt. Hilfreich können das Lutschen von Eiswürfeln und eiskalte Halsumschläge sein, die die Schwellung sofort bekämpfen.  Da die Gefahr besteht, dass die Atemwege zuschwellen, sollte man umgehend zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren.
  • Wespengift herausdrücken: Damit sich das Gift nicht über die Schleimhäute verteilen kann, sollte man es herausdrücken, aber keinesfalls mit dem Mund aussaugen. Hierfür sollte man eher auf einen Saugstempel zurückgreifen
  • Hausmittel: ein unter heißes Wasser gehaltener Teelöffel, der auf die Einstichstelle gedrückt wird, bringt das Gift der Wespe zum Gerinnen.  Gegen die Schwellung und den Schmerz helfen eine rohe Zwiebel oder eine Zitrone, die man auf die betroffene Hautpartie drückt. Umschläge aus Tonerde oder aber kalte Essigumschläge sind ebenfalls ratsam.  Ein Geheimtipp von Imkern ist außerdem, Salz in warmem Wasser aufzulösen und mit einem Baumwolltuch auf die Stelle zu pressen. Wer unterwegs gestochen wird, kann außerdem Blätter des Spitzwegerich zwischen den Händen verreiben und auf die gereizte Haut auftragen. Wenn nichts der genannten Mittel zur Hand ist, bringt allerdings auch der eigene Speichel, gegebenenfalls mit Zucker vermischt, in Bezug auf den Juckreiz Linderung.
  • Kühlen: Ebenfalls Abhilfe verschafft das Kühlen der Einstichstelle.  Hierzu können entweder kaltes Wasser oder Kühlakkus/Kühlkompressen verwendet werden. Es kann auch helfen, Eiswürfel in einen Waschlappen zu wickeln und auf die betroffenen Hautpartie zu drücken.
  • Apotheke: Cremes aus der Apotheke, die den Wirkstoff Antihistamin (z.B. Fenistil) enthalten wirken entzündungshemmend. Auch Kühlgels sind effektiv. Eine ähnliche Wirkung wie ein unter heißes Wasser gehaltener Teelöffel hat darüber hinaus ein Stichheiler, der die Wunde auf 50 Grad Celsius erhitzt. Auf diese Weise zerfallen die Eiweiß/Histamin-Moleküle und die Schwellung wird nicht ganz so groß.
  • Notfall: Bei einem anaphylaktischen Schock muss umgehend der Notdienst angerufen werden, da es hierbei um Leben und Tod gehen kann.

 

Fazit

Um ein Wespennest angemessen zu entfernen, muss man einige Tipps und Kniffe berücksichtigen. Andernfalls kann es teuer und das Tier- oder Eigenwohl gefährdet werden.  Bestimmte Zielgruppen sind besonders gefährdet, wenn ein Wespennest im Garten gefunden wird, hierzu zählen Kinder und Allergiker. Da Wespen unter Naturschutz stehen, muss eine besondere Gefährdung wie z.B. einer der beiden Gruppen bei einer zuständigen Behörde angezeigt und die Entfernung beantragt werden.  Generell ist es immer ratsam, sich Hilfe von Fachpersonal zu holen, allen voran Kammerjäger und Imker. Einen seriösen Kammerjäger erkennt man daran, dass er nicht auf sprunghaftes Handeln, das oft noch gänzlich überteuert ist, aus ist, sondern sein Vorgehen in Ruhe überdenkt und gegebenenfalls immer den Schutz der Tiere einer Nestzerstörung vorzieht. Eine Zerstörung ist allgemein nur dann erforderlich, wenn das Nest sich in einer schlecht erreichbaren Lage, wie in einem Hohlraum befindet. Ist es freihängend, so sollten Sie immer eine Umsiedlung durch einen Imker in Betracht ziehen, denn Wespen sind wichtig für unser Ökosystem.

 

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Häufige Fragen

🐝 Darf ich ein Wespennest selbst entfernen?

Prinzipiell ist die selbstständige Entfernung erlaubt, solange man für diese eine Erlaubnis einer zuständigen Behörde besitzt. Ohne diese kann es nämlich sehr schnell sehr teuer werden. Von Brachialmethoden wie dem Ausräuchern, Zerschlagen etc. sollte man dabei aber unbedingt absehen. Empfehlenswerter ist es  ohnehin sich an zuständiges Fachpersonal wie Kammerjäger und Imker zu wenden, die Risiken und Vorgehensweisen, wie die Zerstörung oder Umsiedlung des Nestes besser einschätzen können.

Hier finden Sie weitere Informationen.

🐝 Sind Wespen naturschutzrechtlich geschützt?

Ja, Wespen stehen unter Naturschutz. Eine Entfernung muss daher immer erst beantragt werden.  Die widerrechtliche Zerstörung ist mit Bußgeldern von mehreren tausend Euro belegt. Für besonders geschützte Arten können gar  bis zu 50 000 Euro veranschlagt werden.

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🐝 Was kostet die Entfernung durch ein Unternehmen?

Die Kosten für die Entfernung des Nestes durch ein Unternehmen liegen in einer Spanne von 100-250 Euro. Sie können allerdings je nach den Faktoren Dringlichkeit, Erreichbarkeit und Ort des Nestes variieren. Hüten sollte man sich vor unseriösen Notdiensten, die oft noch an der Haustür in Bar abkassieren wollen.

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🐝 Ist es gefährlich ein Wespennest zu entfernen?

Für Laien kann die Entfernung des Wespennestes durchaus gefährlich sein. Oft kommt es zu Stichen, die in der Folge eine quälend brennende Rötung ausbilden, aber nach einiger Zeit wieder abschwellen. Lebensbedrohlich können Wespenstiche allerdings für Wespenstichallergiker sein, die auf diese mit Schwellungen und Rötungen am ganzen Körper, Übelkeit, Erbrechen und vielen anderen Symptomen reagieren können.  Spätestens bei Auftreten von starken Atembeschwerden, Schwindel und Ohnmacht sollte umgehend der Notarzt gerufen werden, da ansonsten ein anaphylaktischer Schock drohen kann.

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veröffentlicht am: 26 Februar 2020 - aktualisiert am: 13 Mai 2020

    Autor bei Gartentraum

    Julia Adams

    Über den Autor

    Julia ist begeisterte Gartenliebhaberin und kümmert sich mit Liebe und Hingabe als Redakteurin um das Gartenmagazin.

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