Lexikon: Der Pavillon

Lexikon  /   /  von Bianca

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (8 votes, average: 4,88 out of 5)

Loading...
Seit Jahrhunderten ist der Pavillon ein Ort des Rückzuges, der Erholung und Geselligkeit. In japanischen Teezeremonien ist er kaum wegzudenken und gilt als zentrales Gestaltungselement, in Thailand tritt er innerhalb sakraler Stätten auf. Einen Moment verharren, die Natur genießen und zurücklehnen, das bietet der Pavillon als Gartenlaube vor der Haustür.

Ein Pavillon kann den Garten vollkommen neu inszenieren und auf vielfältige Weise genutzt werden. Im Sommer bietet er einen entspannten Raum für gesellige Abende, Grillfeiern, Teezeremonien oder ein gemütliches Frühstück. Im Winter finden hier empfindliche Pflanzen ausreichend Schutz vor der Kälte, aber auch Gartengeräte können verstaut werden. Mittlerweile ist der Pavillon so beliebt, dass es ihn in zahlreichen Ausführungen gibt, darunter viele, die zur ganzjährigen Nutzung einladen.

Zeitlose Pavillons aus Stein:

Definition

Aber was ist ein Pavillon eigentlich? Der Begriff wird aus dem Lateinischen papilio abgeleitet und bedeutet sowohl Schmetterling als auch Zelt. Viele Zelte, die sich schnell bei Partys auf- und abbauen lassen, werden daher auch als Pavillon bezeichnet. Gartenpavillons treten bereits im Barock vermehrt auf, wo sie vom Adel in Park- und Schlossanlagen als Ruhezonen, Aussichtspunkte oder schlicht als Landschaftsdekor eingesetzt wurden.

Architektonisch betrachtet handelt es sich beim freistehenden Pavillon um ein meist zu allen Seiten hin offenes Gebäude, das überdacht und dessen Grundriss von Punktsymmetrie geprägt ist. Dementsprechend hat er oft eine kreisrunde, rechteckige oder elliptische Form. Bei der Art des Daches kann sich der Kunde häufig entscheiden, welches Modell ihm am ehesten zusagt. Die Entscheidung fällt meist zwischen geraden Dachstreben, einer Kuppel oder der Pagodenform. Salettl, Gazebo und Gartenlaube, sie alle veräußern Pavillonstrukturen, indem sie grundlegend aus einem auf Pfosten gestützten Dach sowie einer punktsymmetrischen Plattform bestehen und im Gartenbereich eingesetzt werden.

Die Materialwahl beim Pavillon

Pavillons sind in unterschiedlichen Materialien erhältlich, was auschlaggebend für den Preis, die Langlebigkeit sowie die Pflege ist. Am klassischsten sind Pavillons aus heimischen Hölzern wie Eiche, Fichte, Tanne oder Lärche. Weiß gestrichen oder naturbelassen sind sie bis zu 20 Jahren haltbar und äußerst witterungsbeständig, sofern das Holz vorher imprägniert und ab und an nachbehandelt wird. Aber auch Pavillons aus Eisen, Aluminium und Glas haben ihren Reiz. Sie wirken nicht nur romantisch bis modern, sondern versprechen auch einen äußerst langen Erhalt.

Formen von Pavillons


Je nach Geschmack und Vorliebe können sie sich nicht nur zwischen runden bis mehreckigen Grundrissen bei einem Pavillon entscheiden, sondern auch, ob diese offen, halboffen oder geschlossen sind. Geschlossene Pavillons haben den Vorteil, dass sie ganzjährig nutzbar sind. Im Winter können Sie einen warmen Tee am Fenster genießen sowie Geräte und Pflanzen unterstellen. Offene Pavillons haben ihren eigenen Charme. Auf Pfeilern und antike Säulen gestützt, häufig mit einer Balustrade veredelt, wirken sie zeitlos und lassen freie Sicht auf die Natur zu. Mittlerweile gibt es jedoch auch Variationen des ursprünglichen Pavillons, bei dem Schiebetüren eine Wahl zwischen offenem und geschlossenem Raum zulassen. Darüber hinaus haben Sie natürlich einen Einfluss auf die bereits erwähnte Dachform und ihre Gestaltung mit unterschiedlichen Schindeln oder Materialien wie Reet.

Arten von Pavillons – Ein Pavillon passend zum Gartenstil

Japanischer Pavillon

pergola

Besonders für japanische und chinesische Gärten empfiehlt sich ein stilistisch passender Pavillon, der auch als Teehaus mitgenutzt werden kann. Da es sich um einen Rückzugsort handelt, sollte auf natürliche Materialien wie edle Hölzer oder Bambus geachtet werden. Fenster in Kassettenoptik, Schiebetüren und allgemein klare, ruhige Formen passen ideal zu einer asiatischen Gartengestaltung. Fernöstliche Anmutung erzielen Sie auch mit der Form des Dachs. Idealerweise harmonieren Pagoden- oder Flachdächer mit einem Japanischen Pavillon. Ein Pagodendach ist ein zeltartiges, nach innengeschwungenes Dach, beschreibt jedoch ursprünglich eine mehrstufige Dachkonstruktion. Dementsprechend führen kleine Aufbauten ebenfalls zu einem asiatischen Flair.

Jugendstil Pavillon

Die im 19. zum 20. Jahrhundert erblühende Stilrichtung entdeckte die Vorteile der Industrialisierung in Europa und machte sich die Materialien Stahl, Eisen und Glas zu typischen Baumaterialien. Aus diesem Grund bestehen Pavillons im Jugendstil aus filigranen Eisen-, Stahl oder Glaskonstruktionen. Darüber hinaus beinhalten sie häufig die für den Jugendstil typischen Dekorationen, Schnörkel und Verzierungen. Fein geschwungene Linien, dekorative Ornamente sowie Blumen- und Tiermotive zieren die Säulen und Geländer. Wer farbige Akzente setzten möchte, kann in geschlossenen Pavillons bunte Glaseinsätze in Fenstern und in Türen verwenden. Liebevolle Details bilden kleine Dachspitzen oder antike Türgriffe aus Messing. Bei der Grundform sollte auf eine ausgewogene Symmetrie geachtet werden.

Zelt Pavillon

Jeder kennt Partyzelte, die für Feierlichkeiten schnell auf- und abgebaut werden können. Ein hochwertiges Zelt Pavillon bedient sich im Grunde genommen eines ähnlichen Prinzips: Das Pavillon besteht zunächst aus einem Grundgestell, das je nach Geschmack aus Metall, Stahl oder Holz bestehen kann. Die Dachstreben werden hingegen von einer wetterfesten Stofflage überspannt. Besonders romantisch wirkt diese Konstruktion, wenn zusätzliche Vorhänge an den Pfosten gebunden werden. Auf diese Weise kann eine intime Atmosphäre sowie ein kühles Plätzchen im Schatten geschaffen werden. Bei der Gestaltung können Sie zwischen unterschiedlichen Farben des Stoffs wählen, aber auch in der Formgebung des Pavillons variieren. So besteht die Möglichkeit zu einem Spitz-, Flach- oder Pagodendach.

Häufig unter Pavillons missverstanden: Die Pergola

pergola

Eine Pergola ist ein nach oben hin halb offenes Konstrukt, das häufig Haus und Außenbereich verbindet. Sie ähnelt dem Pavillon dahingehend, dass es sich dabei ebenfalls um ein Gerüst aus Pfeilern handelt, das jedoch kein Dach, sondern horizontale Balken trägt. Seit der Antike, wo sie als Zierde von Villen eingesetzt wurde, erfreut sie sich großer Beliebtheit. Als Säulen- und Pfeilergang lädt sie im Garten zum Lustwandeln ein, während sie über einer Terrasse Schutz vor starker Sonneneinstrahlung bietet. Aus Holz, Metall oder Kunststoff bieten sie eine ideale Rankhilfe für Schatten spendende Pflanzen wie Wein oder Kletterrosen. Eine Pergola kann nicht nur als Gartenzierde und Ruhestätten eingerichtet werden, sondern ebenfalls als Sichtschutz zu den Nachbarn oder Überdachung des Autos.

5 Fragen rund um den Pavillon

An welchen Standort soll ein Pavillon gesetzt werden?

Als Zentrum der Ruhe und Erholung sollte ein Pavillon abseits des Hauses gelegen sein. Darüber hinaus sollten Sie sich überlegen, welche Aussicht Sie später haben wollen. Achten Sie daher darauf, inwiefern der Abstand zum Nachbargrundstück gewahrt bleibt.

Brauche ich eine Baugenehmigung für mein Pavillon?

Bis zu einer Größe von 30 m³ umbauten Raum sind Pavillons in der Regel baugenehmigungsfrei, sofern sich das zu bebauende Grundstück im sogenannten Innenbereich eines Ortsteils befindet. Spätestens bei einem betonierten Fundament wird eine behördliche Baugenehmigung fällig. Informieren Sie sich hierzu rechtzeitig im Baugesetzbuch (BauGB) sowie beim zuständigen Bauamt und fragen Sie auch nach den erforderlichen Mindestabständen zu nachbarlichen Grundstücken.

Welche Pflanzen eignen sich zur Berankung von Balustraden, Pfeilern und Säulen?

Harmonisch und äußerst naturell wirken Pavillons besonders dann, wenn sie von Pflanzen umspielt werden. Hierzu eigenen sich Pflanzen wie Wein, Waldrebe, Kiwi und Rosen. Vermeiden Sie hingegen Glycine, die Druck auf Holzbalken ausüben und stark wachsende Lianenrosen. Bei milden Klima empfehlen wir Jasmin, Drillingsblumen und Passionsblumen.

Welcher Pavillon passt zu meinem Garten?

Welcher Pavillon zu Ihrem Garten passt, hängt davon ab, welchen Stil Ihre grüne Oase verfolgt. Für Japanische Gärten eignen sich hervorragend Pavillons mit Pagodendächern sowie einfache Konstruktionen aus exotischen Hölzern wie Bambus. Für Barockgärten empfehlen sich Pavillons aus Stein, die von Säulen getragen und mit Runddächern ausgezeichnet werden, während Bauerngärten ideal für filigrane Pavillonstrukturen aus Eisen geeignet sind. Lassen Sie in romantischen Gartenstilen Pergola und Pavillon von Rosen umranken. Moderne Gärten hingegen werden durch Pavillons aus Glas und Stahl veredelt.

Ist mein Pavillon versichert?

Sofern der Pavillon fest auf dem Grundstück montiert ist und nicht verlegt werden kann, ist er über die Gebäudeversicherug versichert. Abbaubare Pavillons gehören hingegen zur Hausratsversicherung. Informieren Sie sich hierzu bei der zuständigen Versicherung.

Romantische und antike Gartenruinen aus unserem Sortiment:

Header: © dglavinova; pure-life-pictures; thepoo – Fotolia.com
Pergola: © yurmary – Fotolia.com

Über den Autor

Bianca Geurden entdeckte ihre Leidenschaft für die künstlerische und textliche Gestaltung bereits in jungen Jahren und setzte diese später in ein Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften um. Ihre Vorliebe für ein Spiel mit Farben, Formen und Wörtern führte sie schließlich auch zum Thema Gartendekorationen und –austattungen.

Related Posts

Mit Steinguss den Garten gestalten - Wir zeigen Ihnen wie es geht: Rezepte, Materialien und eine...

Vom einfachen Schattenstab bis zur modernen Präzisionssonnenuhr war es ein weiter Weg, der...

Alle Arten von Sonnenuhren haben als gemeinsamem Zweck die Bestimmung der Zeit anhand der Sonne....

Kommentar verfassen