Rhododendron pflanzen, pflegen & schneiden – Top-7 Sorten im Überblick

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Zwischen Anfang April und Ende Juni treten sie endlich wieder in voller Pracht in Erscheinung: Rhododendren. An der immergrünen Pflanze mit den wunderschönen Blüten kommt in dieser Zeit dann kein Gartenliebhaber vorbei, denn sie verschönert einfach jedes Fleckchen Grün wie magisch. Damit Sie sich auch bald zu den Glücklichen des „Rhododendren-Clubs“ zählen können, verraten wir Ihnen in diesem Artikel alles Wissenswerte über das Heidekrautgewächs, von Herkunft über Standortansprüche bis hin zu Tipps und Tricks zum selber Anpflanzen!

STECKBRIEF DES RHODODENDRONS

Was sollte man über den Rhododendron wissen?

Rhododendren, abgeleitet aus dem Griechischen von ῥόδον = rhodon (die Rose) und δένδρον = dendron (der Baum), sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Heidekrautgewächse. Mit etwa eintausend verschiedenen Arten und einer fast unüberschaubaren Anzahl an Sorten sind sie eine vergleichsweise große Gattung. Es gibt sie also in unzähligen Ausführungen, Größen und Farben, was sie für viele Gartenliebhaber so faszinierend macht. Früher unterschied man noch zwischen der Gattung der Rhododendren und der der Azaleen. Mittlerweile zählt man die Azaleen jedoch auch zu den Rhododendren, da sie sich in vielen Aspekten stark ähneln. Des Öfteren wurden sie auch als Alpenrosen bezeichnet. Hierbei handelt es sich aber auch lediglich um eine in den Alpen vorkommende Art der Gattung der Rhododendren. Doch woher kommt die in den deutschen Gärten so verbreitete Pflanze überhaupt? Und wie kann sie aussehen? Das verraten wir Ihnen in den folgenden Kapiteln.

 

 

Herkunft und Vorkommen des Rhododendrons

In der Natur treten Rhododendren vornehmlich auf feuchten, stark humosen Böden auf und bevorzugen leicht saure Bedingungen. Die geografische Verbreitung verteilt sich daher über weite Teile der Welt: Von der Meeresküste bis ins Hochgebirge und vom tropischen Regenwald bis in die subpolare Tundra ist das Heidekrautgewächs vertreten. Dementsprechend unterschiedlich sind die Arten und ihre Ansprüche. Doch nicht alle Rhododendronsorten sind geeignet, um sie bei uns im heimischen Garten zu kultivieren. Die meisten heute gängigen Kulturformen stammen aus Südostasien, viele sind auch im nördlichen Australien beheimatet. Kleine Zwerg-Arten finden sich generell in subpolaren Klimazonen, während man baumgroße Gewächse typischerweise eher in tropischen und subtropischen Gebieten wiederfindet. Im Vergleich dazu wenige Arten, nämlich nur zehn, sind in Europa zu finden. Darunter befindet sich natürlich die Alpenrose, welche beispielsweise in den südlichen Alpen zu bewundern ist. In Südamerika und Afrika dagegen sind keine Rhododendren natürlicherweise zuhause. Die höchste Artenvielfalt findet sich im Himalaya im Raum Uttarakhand.

 

Violetter Rhododendron im Garten

Der Rhododendron ist in vielen Teilen der Welt heimisch – in Europa finden sich allerdings nur zehn Sorten davon.

 

Aussehen des Rhododendrons

Rhododendren haben überwiegend immergrünes Laub, es gibt aber auch laubwerfende Arten und einige sind sogar Bäume. Je nach Art sehen die Blätter dabei recht unterschiedlich aus. Viele Rhododendren besitzen eiförmige bis längliche, ganzrandige Blätter mit oft etwas nach unten gewölbten Blatträndern. Viele Arten zeigen ein filziges, kupfer- bis silberfarbiges Haarkleid an der Blattunterseite, so z.B. der Rhododendron bureavii. Es gibt aber auch solche, die beim Austrieb einen weißen, gelben oder rostroten Filz ausbilden, der sie vor Sonnenbrand schützt und später wieder verschwindet. Was das Farbspektrum der Blätter angeht, ist nahezu jede Schattierung denkbar, es gibt sogar blaue Rhododendren. Auch die Farben der Blüten strecken sich fast über die gesamte Farbpalette. So gibt es Sorten mit bspw. weißen, rosa, roten oder violetten Blüten, die in Büscheln stehen. Diese meist fünfzähligen Blüten sind glocken-, röhren-, schalen- oder trompetenförmig. Bestimmte Arten, u.a. eine Großzahl der Azaleen (laubabwerfende Rhododendren), zeichnen sich zudem durch einen zarten bis starken Duft aus.

 

Es gibt sie in unzähligen Ausführungen, Größen und Farben, was sie für viele Gartenliebhaber so faszinierend macht.

 

Vermehrung & Blütezeit

Die Blütezeit der Rhododendren variiert mit der Art und Sorte, die Sie pflanzen. Generell reicht sie aber von Januar bis August, die meisten blühen im April/Mai. Die Durchschnittszeit der Blüte liegt bei etwa vier Wochen. Toll macht es sich, verschiedene Arten von Rhododendren nebeneinander zu pflanzen, die in ihrer Blütezeit ineinander übergehen und sich gegenseitig ablösen. So können Sie den ganzen Sommer lang immer wieder die herrliche Blumenpracht bewundern. Möchten Sie Ihre schönen Gewächse vermehren, können Sie dies über zwei Methoden erzielen: Entweder über Stecklinge oder aber über Ableger. Die Vermehrung über Stecklinge sollte allerdings nur bei solchen Pflanzen erfolgen, die recht kräftig und robust sind. Dabei werden die Kopfstecklinge, also die Enden der Triebe, im Spätsommer von der Pflanze abgeschnitten (Blattknospen müssen unbedingt am Trieb erhalten bleiben) und in spezieller Anzuchterde aufgezogen. Bereits nach einigen Wochen können dann die ersten Ergebnisse beobachtet werden. Möchten Sie Ihren Rhododendron mit einem Ableger vermehren, müssen Sie dafür einen der Seitentriebe etwa 15 Zentimeter unterhalb des Blattquirls einschneiden. Die offene Kerbe wird danach in humusreicher Erde eingegraben. Nun gilt es abzuwarten, bis sich eigene Wurzeln gebildet haben. Dann kann der Seitentrieb von der Mutterpflanze mit einem scharfen Spaten getrennt und der Ableger an einem neuen Standort gepflanzt werden.

 

 

RHODODENDRON-SORTEN IM ÜBERBLICK

Welche Rhododendron-Sorten gibt es?

Jeder Rhododendron-Liebhaber ist sich vermutlich über die enorme Vielfalt dieser Pflanzengattung bewusst. Denn weltweit gibt es weit über 1.000 Arten mit unzähligen verschiedenen Sorten. Durch die besondere Artenreiche und Vielfältigkeit kann jeder Traum in der Gartengestaltung erfüllt werden und lässt sicher auch keinen Ihrer Wünsche offen. Zu den beliebtesten Rhododendronsorten zählen dabei die der großblumigen Hybriden (Mischlinge), die bereits seit mehr als 200 Jahren in unseren Gärten und Parks vorkommen und aufgrund ihrer Größe oft als Sichtschutz angepflanzt werden. Doch auch kleine Varianten, wie die der Zwergrhododendren oder Zimmer-Azaleen, zählen zu den populären Rhododendren-Klassikern der Deutschen. Für einen kleinen Überblick über die doch erschreckend große Auswahl an Sorten, haben wir für Sie die schönsten und beliebtesten Rhododendronarten und -sorten zusammengetragen sowie kurz deren Vor- und Nachteile aufgeführt.

 

Rhododendron mit rosafarbener Blüte

Weltweit gibt es unzählige Rhododendron-Arten und viele Hybride mit besonderen Eigenschaften.

 

Zwerg-Rhododendron

Der Zwergrhododendron zeichnet sich vor allem durch seinen niedrigen, breit wachsenden, ausdauernd blühenden Zierstrauch aus. Seine mittelgroßen, schalenförmigen Blüten sind kleine Kunstwerke mit purpurroten bis dunkel-purpurroten Blütenblättern, die in ihrem Innern eine rotbraune Zeichnung aufweisen. Aus der Mitte der Blüten recken sich filigrane Stempel wie kleine Fühler nach oben, was äußerst niedlich anmutet. Der Zierstrauch erreicht eine Gesamthöhe von nur 30 Zentimeter, die ihn aber nicht minder auffällig macht. Schließlich blüht der Zwergrhododendron schier unendlich lang von Mai bis September. Erst dann färbt sich das Laub der laubabwerfenden Pflanze in herbstlichem Orange und Gelb. Aufgrund seiner geringen Größe eignet sich der Zwergrhododendron besonders gut, um in Kübeln gepflanzt zu werden; in Rabatten mit dazu harmonierenden Stauden ist er aber ebenso unvergleichlich schön.

 

 

Rhododendron williamsianum

Die glockenförmigen Blüten des Rhododendron williamsianum, auch Vater Böhlje genannt, sind ein Hingucker in jedem Garten. Sie sind hell-lila gefärbt, die Äderung allerdings mehr rosafarben getönt. Schon in jungen Jahren öffnen sich die Blüten dieser früh blühenden Wildart sehr zahlreich und stehen dabei eher locker beisammen und hängen über. Sein immergrünes Laub ist dunkelgrün und gewölbt und der allgemeine Wuchs kompakt, kugelig und gleichförmig. Nach 10 Jahren erreicht er eine Höhe von 70 Zentimetern und eine Breite von 90 Zentimetern. Seine Winterhärte ist mit über -24°C sehr gut und für die meisten Regionen mehr als ausreichend. Die Blütezeit der Pflanze liegt zwischen Ende April und Ende Mai. Damit zählt der Rhododendron williamsianum zwar nicht zu den am längsten Blühenden, seine Schönheit gleicht das aber auf jeden Fall wieder aus.

 

Rhododendron in bläulichem Lila

Ein Rhododendron in sattem Lila passt in viele Gärten.

 

Daurischer Rhododendron

Der Daurische Rhododendron ist ein echter Winterblüher, denn bei uns fängt der Vorfrühlingsrhododendron bei mildem Wetter schon vereinzelt im November an zu blühen. Die ganze Blütenpracht kommt dann ab Februar und März bis in den April hinein zum Vorschein. Dabei stehen die Blüten allein, zu zweit oder zu dritt und ihre Farbgebung kann von zartem Rosa über Purpurrosa bis hin zu Violett reichen. Die Heimat dieses Gehölzes liegt in Daurien (auch Transbaikal), einer gebirgigen Region im Osten Russlands zwischen Baikalsee und Oberlauf des Amur. Dort sind sehr kalte Winter und nicht allzu heiße Sommer üblich; die Pflanzen sind entsprechend äußerst winterhart und anspruchslos. Auffällig ist, dass die Sträucher in unseren Breitengraden eher in die Höhe als in die Breite wachsen, dabei können sie bis zu anderthalb Metern groß werden.

 

 

Baum-Rhododendron

Rhododendren-Bäume gibt es tatsächlich! Man findet sie vorwiegend im Himalaya, aber auch in Pakistan, im Vietnam oder in Sri Lanka. Meistens handelt es sich um immergrüne Bäume mit bis zu 30 Metern Höhe, die in Wäldern oder in Fels- oder Strauchgesellschaften der mittleren Höhenlagen auf 1.500 bis 3.800 Metern über dem Meeresspiegel auftreten. Die Pflanzen wachsen in der Regel aufrecht mit einem oder wenigen Stämmen, manchmal auch strauchförmig. Die Borke ist grau-braun; neue Triebe sind dicht grau und wollig behaart. Die Laubblätter fühlen sich ledrig an, sind bis zu 15 Zentiemter lang, gestielt, länglich-oval bis breit-lanzettlich und haben einen eingerollten Rand. Die Blütenstände sind ziemlich dicht und tragen bis zu 20 gestielte Blüten mit glockenförmigen, roten bis violetten Kronen. Selten gibt es auch weiße Blütenkronen.  Interessant ist, dass während der Blütezeit in den Wachstumsregionen der Nektar gesammelt und in der Küche verwendet wird, obwohl die meisten Rhododendrenarten in all ihren Pflanzenteilen höchst giftig sind.  Insgesamt ist der Rhododendren-Baum eine außergewöhnlich schöne Art dieser Gattung. Allerdings kann man sie nur während eines Urlaubs in den entsprechenden Regionen bewundern.

 

 

Rhododendron inkarho

Bei den inkarho-Rhododendren handelt es sich um spezielle Züchtungen, die darauf angelegt sind, besonders robust und pflegeleicht zu sein, da das Anpflanzen von Rhododendren oft schon an den teilweise hohen Ansprüchen an Standort und Boden scheitert. Die besagten Züchtungen wachsen daher auf nahezu jedem humosen Gartenboden und sind deutlich weniger sensibel als herkömmliche Arten gegen Krankheitserreger, Pilze, und Schädlinge. Sie sind zudem gut schnittverträglich, tragen dann allerdings weniger Blüten. Der Rhododendron inkarho ist reich blühend und zeigt von Anfang bis Ende Mai weit geöffnete weiße Blüten mit gelbgrüner Zeichnung. Das Laub besteht aus großen, tiefgrünen Blättern, die leicht gewellt sind. Als besonderes Highlight in Ihrem Garten gibt das Gewächs bei warmer Witterung außerdem einen betörend süßen Duft ab. Ältere Pflanzen können eine Größe von 120 bis 160 Zentimeter (sowohl in Höhe als auch Breite) einnehmen. Teilweise erreicht diese Sorte sogar eine Höhe von stolzen 180 Zentimetern – eine schönere Sichtschutzhecke gibt es kaum!

 

Rhododendron im Garten

Der Rhododendron inkarho eignet sich besonders gut als üppig blühende Sichtschutzhecke.

 

Azalee Satsuki

Nicht selten werden die Begriffe „Azalee“ und „Rhododendron“ im allgemeinen Sprachgebrauch durcheinandergebracht. Dabei ist der wohl wichtigste Unterschied, dass es sich bei „Rhododendron“ um den Gattungsbegriff handelt und „Azalee“ lediglich die Bezeichnung für eine der vielen Arten und Sorten eben dieser Gattung ist. So ist auch die Satsuki-Azalee (Rhododendron indicum) eine beliebte Rhododendren-Sorte. Sie erzeugt von Mai bis Juni ein wahres Blütenmeer in verschiedenen Farben, wie z.B. in sanftem Rosa, klarem Weiß und knalligem Rot. Im Gegensatz zu den meisten Azaleen, welche im Winter ihr Laub abwerfen und somit sommergrüne Pflanzen sind, besitzt die Satsuki-Azalee immergrüne Blätter und ist gut frostverträglich. Ein halbschattiger (bis schattiger) Standort und ein humoser, kalkfreier Boden schaffen für diese Pflanze ideale Bedingungen für ein gesundes und starkes Wachstum von bis zu 90 Zentimetern in Höhe und Breite.

 

Rhododendron Azalee in Pink

Azaleen sind einige Arten und Sorten des Rhododendrons und können unterschiedliche Farben, Formen und Eigenschaften haben.

 

Japanische Azalee

Die japanische Azalee ist wunderschön anzusehen und vor allem wegen ihres überreichen und kompakten Wuchses sehr beliebt für die Bepflanzung von Vorgärten. Sie zählt zu den winterharten und halbimmergrünen, niedrigwachsenden Sträuchern, die optisch große Ähnlichkeiten mit den Zimmer-Azaleen (Rhododendron simsii) besitzen. Wie der Name schon nahelegt, stammt diese Art aus Japan und es gibt zahlreiche Sorten von ihr. Als Elternsorten gelten aber die Wildarten Rhododendron obtusum und Rhododendron kaempferi. Zur allgemeinen Optik der Japanischen Azalee lässt sich sagen, dass die Blätter der Pflanze klein und oval-länglich geformt sind. Viele Sorten bilden außerdem zusätzlich eine braunrote Herbst- und Winterfärbung. In kühlen Wintern verlieren sie meist ihr gesamtes Laub, bei einigen Sorten bleibt es, abhängig von der Temperatur aber auch bis zum Frühjahr erhalten und wird erst dann durch neuen Blattaustrieb ersetzt. Nicht wenige Sorten werfen ihr Laub aber schon im Herbst ab und tragen dann lediglich noch etwas kleinere, grüne Winterblätter, welche im Frühling ersetzt werden. Aufgrund dieser Besonderheit werden diese japanischen Azaleensorten dann auch als halbimmergrün bezeichnet. Wunderbar anzusehen ist das Gewächs aber vor allem aufgrund ihrer Blüten. Das Farbspektrum reicht dabei von Weiß über Lachsfarben, Rosa und Pink bis hin zu einem tiefen Rot oder Violett. Die Blütezeit zwischen April und Mai ist somit eine Zeit, in der sich niemand der strahlenden Schönheit der reich blühenden Pflanze entziehen kann.

 

 

FARBEN DES RHODODENDRONS IM ÜBERBLICK

Welche Farben des Rhododendrons gibt es?

Rhododendron in Orange

Rhododendren gibt es in vielen verschiedenen Farben – so beispielsweise auch in Orange.

 

Dank der riesigen Artenvielfalt ist auch der Farbvielfalt der Rhododendren keine Grenzen gesetzt – es gibt kaum eine Farbe, die das Heidekrautgewächs nicht hergibt! Hier erhalten Sie einen kleinen Überblick über das breite Spektrum und darüber, welche Arten und Sorten welche Farben besitzen.

  • Orangene Rhododendren: Orangene Pflanzen haben immer etwas Besonderes an sich und stechen aus dem Grün des Gartens hervor. Eine außergewöhnlich schöne Sorte, die orangene Blüten trägt und zu der Art der japanischen Azalee zählt, ist die Satschiko/Geisha Orange. Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 45 Zentimetern und besitzt einen knallorangenen Farbton.
  • Gelbe Rhododendren: Zartgelbe Rhododendren wirken pur und sanft, knallgelbe dagegen erzeugen besonders bei strahlend blauem Sommerhimmel einen intensiven Farbkontrast in Ihrem Garten. Arten, die gelbe Blüten tragen, sind z.B. der Rhododendron wardii. Er ist winterhart und kann bis zu 3 Meter hoch werden. Schöne Sorten sind etwa Graf Lennart (leuchtend hellgelbe Blüten mit roter Fleckenzeichnung, bis zu 1,10 Meter) oder Goldbukett (cremegelbe Blüten mit rotem Fleckenmuster, blüht im Mai).
  • Blaue Rhododendren: Die wohl exotischste Optik unter den Rhododendren haben die Arten, die blaue oder blauviolette Blüten hervorbringen, so z.B. der Rötliche Rhododendron. Neben seiner außergewöhnlichen Farbe fällt bei dieser Art die Höhe ins Auge, die bis zu zwei Meter betragen kann. Auch die Sorten Gletschernacht (blauviolette Blüten) mit einer Wuchshöhe von 1,20 Metern und der halb so große Purple Pillow in hübschem dunkelviolett sind sehr zu empfehlen.
  • Violette Rhododendren: Moerheimii, gehörend zu den Zwerg-Rhododendren, besitzt eine Farbpracht wie aus einem Märchen entsprungen. Die pastell-violetten Blüten, die schon Ende April sichtbar werden, wirken sanft und mädchenhaft und schmücken jedes Beet. Ebenso schön ist Violetta mit ihren violetten bis blauen Blüten. Ebenfalls zu den Zwerg-Rhododendren gehörend, erreicht diese Sorte auch lediglich eine Wuchshöhe von maximal 80 Zentimetern.
  • Weißer Rhododendron: Elegant, eleganter, weiße Rhododendren. Weiße Blüten haben eine noble und gleichzeitig unschuldige Wirkung auf ihren Betrachter; das ist auch bei Rhododendren nicht anders. Dazu kommt, dass sie verhältnismäßig selten sind und damit einen besonderen Reiz ausüben. Die Wildart Fortunes Rhododendron trägt weiße Blüten mit einem Hauch Rosa und ist in unseren Breiten leider nur bedingt winterhart.
  • Rote Rhododendren: Der beliebte Zwerg-Rhododendron zählt Sorten mit Blüten in den verschiedensten Rottönen. Rote Blüten an Rhododendren sind nicht weniger romantisch als rot blühende Rosen, allerdings haben sie einen extravaganteren Touch und machen Ihren Garten so zum Highlight. Beliebte Sorten in Rot sind beispielsweise Bengal (mit einer Wuchshöhe von bis zu 60 Zentimetern, blüht im Mai), die in einem auffälligen Rot daherkommt. Ebenfalls wunderbar in Ihrem grünen Paradies macht sich Scarlet Wonder. Diese ist leuchtend rot mit braun-roten Knospen.
  • Rosafarbene Rhododendren: Die japanische Azalee umfasst viele Sorten in einem Farbspektrum von Hellrosa über Lachsfarben bis hin zu Knallorange und Rot. Bevorzugen Sie solche in Hellrosa, so sollten Sie zu den Sorten Betty Muir, Madame van Hecke oder aber Elsie Lee (gefüllte, rosa Blüten mit roter Fleckenzeichnung und gewellten Blütenblatträndern) greifen. Rosafarbene Rhododendren wirken weich und verspielt und muten außerdem romantisch an.
  • Pinke Rhododendren: Pinke Rhododendren sind vieles: auffällig, leuchtend und gleichzeitig lieblich. Der Daurische Rhododendron umfasst einige wunderbare Sorten mit pinken Blüten, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Dazu gehören z. B. April Rose (große, leuchtend pinke Blüten im März und April; Wuchshöhe bis zu 140 Zentimetern) oder Mid-Winter (violette bis pinke Blüten, Wuchshöhe von bis zu 1,5 Metern).

 

Rhododendron mit roter Blüte

Pink, Rot und Rosa sind besonders beliebte Rhododendron-Farben.

 

GRÖßEN DES RHODODENDRONS IM ÜBERBLICK

Welche Größe kann ein Rhododendron erreichen?

Die unzähligen Arten der Rhododendren unterscheiden sich allerdings nicht nur in ihrer Farbenpracht, sondern natürlich auch in ihrer Größe. So gibt es sie von ganz klein als Zimmerpflanze bis hin zu mehreren Metern groß als Baum. Das Ziergehölz wächst zwar sehr langsam und erreicht erst nach mehr als 10 Jahren seine endgültige Wuchshöhe; die wunderschönen Blüten erscheinen allerdings auch an den ganz jungen Pflanzen. Welche Größeneinteilungen es bei Rhododendren gibt und bei welcher Gattung welche Wuchshöhe zu erwarten sind, sehen Sie hier:

  • Zimmer-Azaleen: 15 – 100 cm
  • Zwerg-Rhododendron: 15 – 35 cm
  • Rostblättrige Alpenrose: 30 – 150 cm
  • Gelbe Azalee: 120 – 180 cm
  • Großblumige Rhododendren: bis zu 2 m (einige Sorten können auch eine Höhe von 4 m erreichen)
  • Kleinblumige Rhododendren: ca. 70 cm (max. 120 cm)
  • Japanische Azaleen: 40 – 60 cm

 

Mini-Rhododendron

Einige Rhododendron-Arten haben eine geringe Wuchshöhe und eignen sich so auch für kleine Gärten.

 

DER RICHTIGE STANDORT FÜR DEN RHODODENDRON

Welcher Standort ist der richtige für den Rhododendron?

Abgesehen von sommergrünen Azaleen und Yakushimanum-Hybriden mögen Rhododendron keine vollsonnigen Standorte. Zu dunkel darf der Pflanzplatz jedoch auch nicht sein, denn im tiefen Schatten ist das Wachstum oft unbefriedigend, die Blühwilligkeit gering und nicht selten kommt es auch zu unerwünschter Algenbildung oder Pilzerkrankungen. Am liebsten haben es Rhododendren auf lichten halbschattigen Plätzen. Ein gern gesehener Begleiter ist z.B. die heimische Waldkiefer, die lediglich einen lichten Schatten wirft und auch wurzeltechnisch dem Rhododendron nicht das Wasser abgräbt. Das können aber auch andere Gehölze, wie Eichen, Magnolien, Zierkirschen, Lärchen oder Goldregen, sein. Wichtig ist nur, dass diese tiefgehende Wurzeln haben und den Flachwurzlern nicht konkurrieren. Auch in Bezug auf den Boden, auf dem sie wachsen, sind Rhododendren empfindlich: Kalkfreiheit des Bodens ist ein Muss, außerdem soll er locker und humusreich sein. Am besten gedeihen sie auf sauren, humosen Böden mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Ebenso ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit der Erde wichtig. Ein kühl-feuchtes, schattiges Plätzchen ist den meisten Arten dieses Heidekrautgewächses also lieber als die pralle Sonne. Sofern der Boden feucht genug ist, vertragen einige Wildarten des Rhododendrons aber auch sonnigere Standorte. Steht Ihr Gewächs an einem falschen Standort, macht sich das schnell an Blättern und Knospen erkennbar. Halten Sie Ihre Rhododendren in Pflanzkübeln, sollten Sie darauf achten, dass dieser eher breit statt hoch ist, da die Pflanzengattung keine Tiefwurzler sind. Zudem eignen sich Tontöpfe besser als ihre Verwandten aus Kunststoff. Der Rhododendron verträgt keine Staunässe, ein ausreichend großes Ablaufloch im Boden des Topfes ist daher ebenso wichtig.

 

 

RHODODENDRON PFLANZEN

Wie wird der Rhododendron richtig gepflanzt?

Die beste Pflanzzeit für Rhododendren liegt zwischen Anfang März und Ende Mai. Einen winterharten Rhododendron können Sie auch im Herbst (Anfang September bis Mitte November) in Ihren Garten pflanzen. Durch die tendenziell immer wärmeren Winter sollte dies kein Problem darstellen. Und je früher Sie diese einpflanzen, desto länger können sich die Pflanzen im warmen Boden einwurzeln und kommen so besser durch den Winter. Eine Kübelpflanzung kann das ganze Jahr über vorgenommen werden. Wichtig ist nur, dann einen ausreichenden Winterschutz zu garantieren. Bevor Sie mit dem Pflanzen beginnen, sollten Sie darauf achten, sich passend auszustatten. Das wichtigste Werkzeug auf einen Blick haben wir für Sie aufgelistet:

  • Dicke Gartenhandschuhe (Diese sind unerlässlich, da die meisten Rhododendrenarten giftig sind und bereits beim Hautkontakt schmerzhafte Irritationen verursachen können.)
  • Eimer
  • Spaten oder Schaufel
  • Feuchter Torf
  • Rhododendron-Erde
  • Pflanzkübel

 

Die richtige Rhododendronerde & Bodenvorbereitung

Ehe sie nun mit dem Einpflanzen beginnen können, sollten Sie sich zunächst der entsprechenden Bodenvorbereitung widmen. Denn was den Boden betrifft, sind Rhododendren recht anspruchsvoll. Der ideale Boden muss sauer, kalkarm, humusreich, locker sowie luft- und wasserdurchlässig sein. Der ideale Säurewert liegt zwischen 4,5 und 5,5, nur Inkarho-Rhododendren tolerieren einen ph-Wert von bis zu 7,0. Es ist daher ratsam, spezielle Rhododendronerde zu verwenden, oder aber den Boden mit saurem Torf aufzuwerten, um es der Pflanze so angenehm wie möglich zu machen. Auch wenn die Heidekrautgewächse es gerne feucht mögen, ist trotzdem, insbesondere auf schweren Böden, auf guten Wasserabzug zu achten. Lockern Sie die Erde also vorab auf, da Rhododendren extrem empfindlich auf einen verdichten Boden reagieren. Haben Sie einen schweren Lehmboden, können Sie den Aushub auch mit grobem Sand und Torf füllen, um eine tiefgründige Lockerung des Pflanzlochs zu garantieren.

 

Rhododendron in Zartrosa

Beim Einpflanzen des Rhododendrons sind Bodenverhältnisse und Standort besonders wichtige Faktoren.

 

Richtig einpflanzen

Jetzt kann es ans Einpflanzen gehen. Zunächst sollten Sie den Wurzelballen vor der Pflanzung gut wässern und ihn z.B. für 10 Minuten in einen Eimer mit Wasser stellen. Anschließend heben Sie mit dem Spaten eine Pflanzgrube aus, die mindestens doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen der Pflanze. Bei schwerem oder nassem Boden ist es ratsam, eine Drainageschicht anzulegen. Der Erdaushub sollte mit der gleichen Menge feuchtem Torf oder Rhododendron-Erde gemischt werden. Nun setzen Sie die Pflanze ein und füllen die Grube vorsichtig mit dem Erdgemisch auf. Den Wurzelballen setzt man dabei genauso tief ein, wie er im Topf stand. Dieser Schritt ist extrem wichtig, da eine tiefere Pflanzung für den Rhododendron Luftmangel und gehemmte Wurzelbildung zur Folge haben kann. Anschließend sollte der Boden immer gleichmäßig feucht gehalten und in den Folgejahren regelmäßig saure Erde oder Mulch aufgebracht werden.

 

RHODODENDRON PFLEGEN & DÜNGEN

Wie wird der Rhododendron richtig gepflegt?

Im Freien gepflanzte Rhododendren benötigen nicht allzu viel Zusatzpflege. Wichtig ist nur, dass sie immer direkt auf den Wurzelballen gegossen werden und nicht über den Blättern. Verwenden Sie dabei nie Leitungswasser (sei denn es ist sehr kalkarm), sondern ausschließlich Regenwasser fürs Gießen. Bei Jungpflanzen sollten Sie darauf achten, vorsichtig verblühte Blütenstände herauszubrechen, ansonsten steckt die Pflanze ihre Energie in die Samenbildung. Bei älteren Pflanzen dagegen erübrigt sich dies. Auch Hacken und Graben im unmittelbaren Wurzelbereich ist zu vermeiden, da die Wurzeln beim Rhododendron dicht unter der Erdoberfläche liegen und sie so verletzt werden könnten. Das regelmäßige Düngen des Rhododendrons im zeitigen Frühjahr ist ebenfalls wichtig, damit die Pflanze schönes dunkelgrünes Laub bilden und viele schöne Blütenknospen ansetzen kann. Dazu streuen Sie im Wurzelbereich Hornspäne oder aber organischen Rhododendron-Dünger aus.

 

Geschlossene Blüte am Rhododendron

Einige wenige Pflegehandgriffe reichen aus, um einen gesunden und üppig blühenden Rhododendron zu erhalten.

 

RHODODENDRON SCHNEIDEN

Wie wird der Rhododendron geschnitten?

In der Regel ist ein allzu starker Rückschnitt bei Rhododendren nicht nötig. Unter Umständen kann das sogar kontraproduktiv sein, wenn das feine, empfindliche Wurzelwerk noch nicht richtig in die Erde eingedrungen ist. Dies ist bei Rhododendren nicht unwahrscheinlich, da sie keine Tiefwurzler sind. Bei stabiler Verwurzlung und einem gewissen Alter sollte ein sogenannter Verjüngungsschnitt aber auf keinen Fall ein Problem darstellen. Ein Radikalschnitt empfiehlt sich eigentlich nur bei älteren Rhododendren-Exemplaren, wobei dies natürlich je nach Art und Sorte etwas variieren kann. Dafür benötigen Sie lediglich eine Gartenheckenschere. Möchten Sie außerdem armdicke Äste einkürzen, haben Sie besser noch eine Astsäge parat. Ihren Rhododendron können Sie in den Monaten Februar und März sowie von Juli bis November schneiden. Kürzen Sie die Äste und Zweige Ihres Rhododendrons einfach radikal mit einer kleinen Heckenschere auf 30 bis 50 Zentimeter Länge. Die verholzten Triebe weisen sogenannte „schlafende Augen“ auf. Nach dem gelungenen Rückschnitt bilden diese wieder Knospen und treiben neu aus. Bei alten Pflanzen können Sie mit der Astsäge selbst armdicke Äste einkürzen – denn auch diese Stümpfe werden wieder neue Triebe hervorbringen.

 

 

RHODODENDRON RICHTIG GIEßEN

Wie wird der Rhododendron richtig gegossen & wie hoch ist der Wasserbedarf?

Rhododendren haben es generell gerne feucht. Besonders wenn die Pflanzen noch klein sind, wollen sie regelmäßig gegossen werden. Dabei darf jedoch keine Staunässe entstehen, da der Rhododendron als Flachwurzler darauf sehr empfindlich reagiert. Achten Sie deshalb darauf, dass der Boden oder Topfballen durchfeuchtet ist, aber nicht im Wasser steht. Generell gilt hier: Lieber mehr und nicht so oft als regelmäßig nur ein wenig. Denn zu kurzes Bewässern befeuchtet nur oberflächlich und wäscht zudem die Nährstoffe schnell aus. Flüssigdünger gleicht einen eventuellen Mangel wieder aus. Sie können auch einfach mit der Hand testen, ob die Erde trocken ist. Ein weiteres Anzeichen für die Notwendigkeit einer Wassergabe können während der Blüte hängende Blütenknospen oder aber sich einrollende Blätter sein. Sollte dies der Fall sein, gießen Sie am besten mit aufgefangenem Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser. Kalkhaltiges Wasser mag die Pflanze nicht. Je größer und älter der Rhododendron wird, umso weniger häufig muss er gegossen werden, da die Wurzeln nun stärker ausgebildet sind und die Pflanze unter normalen Wetterbedingungen ihren Wasserhaushalt selbst regelt.

 

Rhododendron im englischen Garten. © Julietart - Depositphotos.com

Je größer Ihr Rhododendron ist, desto weniger müssen Sie sich um die Wasserzufuhr kümmern. © Julietart – Depositphotos.com

 

RHODODENDRON IM WINTER

Ist der Rhododendron winterhart & frostsicher?

Überwintern ist für die meisten Arten des Heidekrautgewächses kein Problem: Viele sind winterhart, d.h. sehr robust gegenüber Kälte und auch längerem Frost. Dennoch ist es vorteilhaft, die Erde um den Stamm der Pflanze mit kleinen Zweigen oder Laub auszulegen. Auch zerkleinerte Rinde von Nadelbäumen oder Nadelbaumerde eignet sich dafür bestens. Das bietet dann Schutz vor Kälte und sorgt zeitgleich dafür, dass der Boden locker bleibt und der pH-Wert auf einen für den Rhododendron günstigen Wert abgesenkt wird. Ist es über einen längeren Zeitraum sonnig und trocken, muss auch im Winter gegossen werden. Wassermangel ist übrigens ein häufiger Grund, wieso Rhododendren den Winter nicht überstehen. Rollen sich die Blätter Ihres Gewächses zusammen, ist das allerdings kein Zeichen von Wassermangel, sondern ein normales Verhalten zum Schutz vor Kälte. Halten Sie Ihren Rhododendren-Pflanze in einem Topf, sollten Sie darauf achten, Ihr Gewächs niemals direkt auf kalte Böden zu stellen, sondern Füße oder Styroporplatten zu verwenden. Außerdem ist es essentiell, die Erde nicht durchfrieren zu lassen, denn das schadet den Wurzeln ungemein. Noppenfolie oder Jute zum Umwickeln des Topfes können erst einmal Abhilfe schaffen, und isolieren zumindest ein wenig. Auch ein etwas veränderter Standort, der vor eisigem Wind schützt, wie z.B. vor einer Hauswand oder in einer Ecke des Gartens, hilft. Von oben sollte die Erde mit Reisig oder Eichenlaub abgedeckt werden. Da in einem Topf verhältnismäßig wenig Erde ist, besteht besonders bei Kübelpflanzen die Gefahr der Austrocknung. Beachten Sie beim Gießen, dass das Wasser trotz aller Isolierung abfließen kann, sonst entsteht nicht nur Staunässe, sondern bei Minus-Temperaturen ein dicker Eisklumpen, der den ganzen Kübel sprengen kann.

 

Rhododendron in Helllila

Die meisten Rhododendren sind winterhart – es gibt sogart Arten, die im Winter blühen.

 

SCHÄDLINGE & PROBLEME BEIM RHODODENDRON

Welche Schädlinge & Probleme können beim Rhododendron auftreten?

Im Allgemeinen sind Rhododendren recht resistent gegen Krankheiten oder Schädlinge. Stehen sie an einem ungünstigen Standort oder hat der Boden einen zu hohen pH-Wert, können Sie allerdings anfälliger werden. Hat man Pech, wird der eigenen Rhododendron von Pilzen, der Rhododendron-Zikade oder der Gitternetzwanze heimgesucht – allerdings nur in den Sommermonaten. Im Winter kann es höchstens durch Frostschäden, Sonnenbrand, Staunässe oder Austrocknung zu Schädigungen kommen. Zu den häufigsten tierischen Schädlingen an Rhododendren zählen die Rhododendronzikade, Rhododendronhaut- oder Netzwanzen oder Rüsselkäfer wie der Dickmaulrüssler. Sie fressen sowohl Blätter als auch Wurzeln oder saugen Nährstoffe aus der Pflanze und legen ihre Eier ab. Zur Bekämpfung ist von der sanften Schadensbegrenzung bis zur durchschlagenden Vernichtungswaffe im Handel alles erhältlich. Statt radikaler Gifte empfehlen sich jedoch umweltschonende Maßnahmen zur Vernichtung der gefräßigen Insekten. Denn starke Mittel schaden nicht nur den Schädlingen, sondern auch den Nützlingen. Haben Sie es nicht mit Insekten-, sondern Pilzbefall zutun, entfernen Sie am besten alle befallenen Pflanzenteile umgehend. Nur so kann ein dauerhafter Pilzbefall im Garten vermieden werden. Verfärben sich die Blätter der Pflanze gelb und braun, kann das zwei Ursachen haben: Entweder wurde die Pflanze falsch gepflegt oder sie wurde durch einen Pilz befallen. Um etwas gegen die Verfärbung unternehmen zu können, sollte demnach zunächst die Schadensquelle identifiziert werden. Chlorose durch falsche Pflege wird entweder durch einen zu kalkhaltigen Boden verursacht oder aber durch einen Stickstoffmangel. Bei einer Pilzinfektion bilden sich je nach Erreger unterschiedliche gelbe oder braune Läsionen. Haben Sie die Ursache gefunden, können Sie Ihre Pflege entsprechend anpassen oder gegen die Pilzerkrankung vorgehen.

 

BIENEN- BZW. INSEKTENFREUNDLICHER RHODODENDRON

Ist der Rhododendron insekten- bzw. bienenfreundlich?

In vielen Kreisen gelten Rhododendron immer noch als exotische und somit fremde Pflanzen, die nicht in unsere Gärten gehören, da hier keine Tiere von oder mit ihnen leben könnten. Dabei sind die Heidekrautgewächse wahre Hummel-Magneten. Auch für Bienen und Schmetterlinge sind die Pflanzen überaus wertvoll, da vor allem die früh blühenden Rhododendron Nektar anbieten, wenn noch nicht viele andere Pflanzen blühen. Durch die Vielzahl der Blüten finden viele Hummeln, Bienen und andere Insekten Nektar und Pollen für ihre Ernährung. Die farbenfrohen Blüten sind auch breit genug, um vielen Insekten Einschlupf zu gewähren. Da ihre Nahrung allerdings tief im Blütenschlund der Rhododendron verborgen ist, werden sie weniger von Bienen besucht und mehr von Hummeln, da deren Rüssel in der Regel länger sind als bei der Biene. Hohe, gut verzweigte Rhododendren bieten unter ihrem dickem Blätterdach zudem vielen Vögeln ausgezeichnete Plätze, um ihre Nester zu bauen.

 

Rhododendron in Orangerot

Viele Rhododendron-Arten sind großartige Futterquellen für Bienen, Hummeln und andere Insekten.

 

GIFTIGER RHODODENDRON

Ist Rhododendron giftig & wenn ja, für wen?

So schön er auch ist, Rhododendron-Gewächse sind leider sehr giftig. Dabei ist mit allen Pflanzenteilen Vorsicht geboten, denn sowohl Nektar und Pollen als auch Blüten und Früchte der Pflanze weisen Giftstoffe auf. Achten Sie daher stets darauf, bei der Gartenarbeit mit Ihrem Rhododendron Gartenhandschuhe zu tragen, denn selbst Hautkontakt kann schon zu Irritationen führen. Haben Sie kleinere Kinder oder Haustiere, empfiehlt sich das Pflanzen eines Rhododendrons generell nicht, da diese eher Gefahr laufen, von der Pflanze zu „kosten“. Ist dennoch jemand mit dem Gift der Pflanze in Berührung gekommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Meistens leiden Menschen dann „nur“ an Übelkeit, Brechreiz, Bauchschmerzen oder Durchfall, in besonders schweren Fällen können aber auch Herzrhythmusstörungen, Atemstörungen oder Krampfanfälle auftreten. Besonders gefährdet sind auch Haustiere, wie Katze, Hund, Kaninchen oder Meerschweinchen. Hier sind die häufigsten Vergiftungserscheinungen vermehrter Speichelfluss und Magen-Darm-Probleme. Auch Krämpfe sind möglich. Bei Pferden sieht das noch schlimmer aus: Bei ihnen kann der Verzehr schon nach wenigen Stunden zum Tod führen. Suchen Sie daher unbedingt einen Tierarzt auf, wenn Sie den Verdacht hegen, Ihr Haustier könnte von Ihrem Rhododendron genascht haben.

 

ZUSAMMENFASSUNG

Was sollte man über den Rhododendron wissen?

Der Rhododendron ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Heidekrautgewächse mit ungeheuer vielen, wunderschönen und farbenfrohen Arten und Sorten. Wer einen Rhododendron einpflanzt, weiß genau um die faszinierende Exotik, die ihm anhaftet und kann sich bei richtiger Pflege und Befolgung der Schneidetipps noch jahrelang an seiner Pracht erfreuen. Wichtig ist nur, sowohl boden- als auch wettertechnisch, auf den richtigen Standort zu achten, denn nur so kann sich die Pflanze richtig entfalten. Wer einen Rhododendron in seinem Blumenbestand willkommen heißen möchte, sollte allerdings darauf achten, dass die eigenen Kinder bereits ein gewisses Alter überschritten haben und kein Haustier an dem Heidekrautgewächs knabbern kann. Denn bei den meisten Sorten sind fast ausschließlich alle Pflanzenteile giftig. Auch die Pflege, die viele (vor allem junge) Pflanzen benötigen, ist nicht ganz einfach. Für das entsprechende Endergebnis lohnt sich der Aufwand aber allemal.

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Häufige Fragen

☠️ Was ist an Rhododendron giftig?

Die meisten Rhododendron-Gewächse sind sehr giftig. Dabei ist mit allen Pflanzenteilen Vorsicht geboten, denn sowohl Nektar und Pollen als auch Blüten und Früchte der Pflanze weisen Giftstoffe auf. Bei der Gartenarbeit sollten daher stets Gartenhandschuhe getragen werden, denn selbst Hautkontakt kann schon zu Irritationen führen. Weitere Symptome einer Vergiftung sind Übelkeit, Brechreiz, Bauchschmerzen oder Durchfall, in besonders schweren Fällen können aber auch Herzrhythmusstörungen, Atemstörungen oder Krampfanfälle auftreten.

Hier finden Sie weitere Informationen.

✂️ Wann und wie schneidet man einen Rhododendron?

Ihren Rhododendron können Sie in den Monaten Februar und März sowie von Juli bis November schneiden. Bei jüngeren Pflanzen ist dabei allerdings Vorsicht geboten. Ein Radikalschnitt empfiehlt sich eigentlich nur bei älteren Rhododendren-Exemplaren. Kürzen Sie die Äste und Zweige Ihres Rhododendrons mit einer kleinen Heckenschere auf 30 bis 50 Zentimeter Länge. Die verholzten Triebe weisen sogenannte „schlafende Augen“ auf. Nach dem gelungenen Rückschnitt bilden diese wieder Knospen und treiben neu aus.

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❄️ Ist Rhododendron winterhart?

Überwintern ist für die meisten Arten des Heidekrautgewächses kein Problem: Viele Rhododendren sind winterhart, sprich sehr robust gegenüber Kälte und auch längerem Frost. Überwintern stellt bei den meisten Arten also ein geringes Problem dar. Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Pflanzen, vor allem wenn diese in einem Kübel eingepflanzt sind, dennoch mit Noppenfolie, Jute und Reisig vor der eisigen Kälte schützen. Oft kann auch ein Standortwechsel in eine geschützte Ecke sehr hilfreich sein.

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🌻 Wie viel Wasser braucht ein Rhododendron?

Rhododendren haben es gerne feucht. Besonders junge Pflanzen sollten regelmäßig gegossen werden. Vermeiden Sie dabei aber Staunässe. Idealerweise gießen Sie Ihr Rhododendron seltener und dafür mehr als regelmäßig nur ein wenig. Denn zu kurzes Bewässern befeuchtet nur oberflächlich. Je größer und älter der Rhododendron wird, umso weniger häufig muss er gegossen werden, da die Pflanze dann unter normalen Wetterbedingungen ihren Wasserhaushalt selbst regelt.

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veröffentlicht am: 25 September 2020 - aktualisiert am: 07 Oktober 2020

Autor bei Gartentraum

Jenny Röck

Redakteur

Über den Autor

Jenny hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien studiert und ist jetzt mit Leidenschaft Redakteurin. Schon seit Kindertagen liebt sie alles Blühende und hält sich deshalb am liebsten im Garten auf. Dort kümmert sie sich liebevoll um ihre Pflanzen und sucht nach immer neuen harmonischen Farbkombinationen.

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