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Bienenfreundliche Pflanzen, Blumen & Sträucher für Ihren Garten oder Balkon

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Sie suchen hummel- und bienenfreundliche Pflanzen, Blumen, Sträucher & Stauden für Ihren Garten oder Balkon? Dann finden Sie hier alle wichtigen Informationen zum Anlegen eines Bienengartens mit ausführlicher Liste zu den beliebtesten Pflanzen.

BIENENGARTEN ANLEGEN

Wie kann man einen eigenen Bienengarten anlegen?

Sie wollen in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon einen Bienengarten anlegen und suchen nach Informationen dazu? Dann sind Sie hier genau richtig! Bei uns erfahren Sie, wie Sie einen bienen- und hummelfreundlichen Garten anlegen, was Sie dabei beachten sollten und welche Pflanzen sich dafür besonders gut eignen. Darüber hinaus liefern wir Ihnen in unserer Bildergalerie Ideen und Inspiration, wie ein Bienengarten aussehen kann.

 

Bienen an einer Wasserstelle
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WAS BEDEUTET BIENENGARTEN?

Was macht einen Garten zu einem „Bienengarten“?

Ein Bienengarten ist ein Garten, der durch ein reichhaltiges Blütenangebot gekennzeichnet ist. Ein von Menschen angelegter Bienengarten ist eine Möglichkeit, das Bienensterben zu reduzieren, indem Sie dem bedrohten Insekt einen zusätzlichen Rückzugsort bieten. Charakteristisch für einen Bienengarten sind abwechslungsreiche Blühpflanzen, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern darüber hinaus den positiven Effekt haben, dass sie Bienen anlocken und ihnen Nahrung liefern.

 

Bienensterben verhindern

 

Bienenkolonie

Das Bienensterben zu verhindern ist ein wichtiges Thema der Gesellschaft.

Das Bienensterben ist ein in den Medien und der Öffentlichkeit weit diskutiertes Problem, das den starken Rückgang in den Bienenvölkern beschreibt. Diese Problematik hat vielfältige Ursachen, die in ihrer Gesamtheit zu einem vermehrten Bienensterben führen. Ein Auslöser ist beispielsweise die moderne Landwirtschaft, die mit dem zunehmenden Anbau von Monokulturen die Vielfalt des Nahrungsangebots für Bienen stark verringert hat. Die einseitig angepflanzten Nutzpflanzen blühen leider häufig nur für kurze Zeit und führen dazu, dass die Bienen das restliche Jahr über nicht ausreichend Nahrung finden. Ein weiterer Punkt ist der Einsatz von Pestiziden und anderen Chemikalien in der Landwirtschaft, die sich negativ auf die Bienengesundheit auswirken. Darüber hinaus wird auch der Klimawandel den Bienen die Zukunft immer schwerer machen.

Doch was hat das Bienensterben eigentlich mit uns Menschen zu tun? Bienen haben einen großen Einfluss auf unsere Ernährung, da sie einen Großteil unserer Nutz- und Wildpflanzen bestäuben, und ohne Sie die Ernte weltweit massiv zurückgehen würde. Im Umkehrschluss müssten wir dann vermehrt auf Obst und Gemüse, sowie Pflanzen in unseren Gärten verzichten. Alles in einem lässt sich also sagen, dass Bienen in der Landwirtschaft als Bestäuberinsekten enorm wichtig für die Produktion unserer Nahrung sind.

Bienen leisten einen sehr großen Beitrag für unser Ökosystem.

 

Bedürfnisse von Bienen

In erster Linie benötigen Bienen Pollen und Nektar, die sie aus blühenden Pflanzen beziehen, die sie wiederum mit ihrem Blütenduft und ihrer Farbe anziehen. Doch bei Pflanzen sind Bienen wählerisch: Sie fliegen nicht automatisch jede Pflanze an, sondern nur zu bestimmten Sorten. Sie bevorzugen heimische und wilde Sorten, die nicht groß gezüchtet sind. Als bienenfreundliche Sorten gelten jene, die einen hohen Gehalt an Nektar bzw. Pollen und/oder eine lange Blütezeit haben. Außerdem sind sie auf ungefüllte und weit geöffnete Blüten angewiesen, sodass sie die Nahrung im Inneren problemlos erreichen können. Wenn also auf unseren Wiesen und Feldern immer weniger Vielseitigkeit hinsichtlich der Blumen und anderen blühenden Pflanzen herrscht, fehlt den Bienen ihre natürliche Nahrungs- und damit Lebensgrundlage.

 

Biene Nahaufnahme

Schon mit einfachen Mitteln können die Bedürfnisse der Bienen gestillt werden.

Neben Nahrung in Form von Nektar und Pollen benötigen Bienen – so wie alle anderen Lebewesen – Wasser. Einen Großteil davon beziehen sie über den gesammelten Nektar, doch zusätzliches Wasser benötigen sie nicht nur, um ihren Durst zu stillen, sondern auch um den Bienenstock an besonders warmen Tagen ausreichend zu kühlen. Stellen Sie daher einfach eine Bienentränke in Form eines flachen Schälchens auf, um die Bienen zu unterstützen. Ergänzend können Sie den Bienen helfen, indem Sie beispielsweise Honig aus der Region kaufen, chemische Düngemittel in Ihrem Garten vermeiden und sich für saisonale sowie biologische Lebensmittel entscheiden.

 

Typische Eigenschaften eines Bienengartens

Abwechslung und Vielfalt der Pflanzen sind wichtige Eigenschaften eines bienenfreundlichen Gartens. Er sollte über viele verschiedene Blühpflanzen verfügen, die am besten üppig angepflanzt werden. Besonders vollgeladene und wuchernde Blumenrabatten sowie wilde Flächen bieten Bienen und anderen Insekten Unterschlupf und ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

BIENENGARTEN PLANEN

Welche Punkte sollten bei der Planung eines Bienengartens beachtet werden?

Bei der Planung und der Gestaltung eines Bienengartens sollten Sie einige Punkte beachten. Informieren Sie sich am besten im Voraus über bienenfreundliche Pflanzen. Denn nicht jede bunt blühende Pflanze ist automatisch gleich gut für Bienen. Heimische Pflanzen, Kräuter und Blumen werden gerne von Bienen angeflogen und sind daher sehr nützlich. Kombinieren Sie viele verschiedene Blühpflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten miteinander und sorgen Sie so dafür, dass von Frühling bis Herbst immer etwas im Garten blüht. Dadurch stellen Sie sicher, dass Bienen auf ihrer Nahrungssuche immer etwas Nektar finden. Achten Sie beim Kauf der Pflanzen allerdings unbedingt darauf, dass sie nicht mit giftigen Pestiziden behandelt wurden!

 

Kleiner Tipp: Bienen werden besonders von der Farbe Blau angezogen. Traubenhyazinthen oder der Herbst-Blaustern eignen sich daher besonders gut.

 

Blühendes Blumenbeet

Bienen fühlen sich vor allem von der Farbe Blau angezogen.

 

Zusätzlich zu der richtigen Pflanzenauswahl spielt auch die Gestaltung des Gartens eine wichtige Rolle für die Unterstützung der Bienen: So ist es beispielsweise sehr hilfreich für die Bienen, wenn Sie zumindest in Teilen des Gartens eine ungemähte Fläche stehenzulassen, um Wildblumen und „Unkraut“ die Möglichkeit zum Wachsen zu geben. Lassen Sie kleine wilde Ecken mit Büschen, Mauern und Unebenheiten zu, um Unterschlupf und Nistmöglichkeiten anzubieten. Grundsätzlich sind üppige Beete und Wiesen ein Paradies für Bienen und andere Insekten. Natürlich soll Sie das nicht daran hindern, Ihren Garten zu pflegen und den Rasen zu mähen. Doch anstelle von Zäunen als Beetbegrenzungen können Sie doch beispielsweise zu mehrjährigen Blühpflanzen greifen, die Nektar für Bienen bereitstellen und gleichzeitig die Bestäubung Ihrer Pflanzen im Beet unterstützen. Haben Sie das Ziel, Ihren Garten bienenfreundlich umzugestalten, sollten Sie, wenn möglich, auch ausreichend Platz für sogenannte Bienen- und Insektenhotels lassen. Diese kleinen Bauten dienen als Nisthilfe für die Tiere und können ganz problemlos in einer Ecke des Gartens aufgestellt werden. Mit Hilfe eines Gartenplaners können Sie die verschiedenen Gestaltungselemente in Ihrem Garten in 3D visualisieren und somit mehrere Möglichkeiten ausprobieren.

BIENENFREUNDLICHE PFLANZEN IM ÜBERBLICK

Welche Pflanzen sind bienenfreundlich?

Nicht jede blühende Pflanze ist direkt gleich bienenfreundlich. Grundsätzlich sollten Sie Pflanzen und Blumen auswählen, die ursprünglich aus unseren Breitengraden stammen und somit an den Standort in Ihrem Garten angepasst sind. Achten Sie darauf, dass Sie Pflanzen besitzen, unter denen von März bis Oktober immer blühende Arten dabei sind. Kombinieren Sie daher am besten Frühblüher, Sommerblumen und Spätblüher und bedenken Sie, dass auch Büsche und Bäume Nahrung für Bienen bieten. Damit Sie wissen, welche Pflanzen Sie am besten in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon anpflanzen, um dem Bienensterben entgegenzuwirken, haben wir für Sie eine Liste besonders geeigneter Pflanzen zusammengestellt:

Kombinieren Sie in einem Bienengarten Frühblüher, Sommerblüher und Spätblüher miteinander.

 

Bienenfreundliche Blumen

 

Sonnenblume

Die Sonnenblume erfreut nicht nur Sie, sondern auch die Bienen.

 

Wer kennt nicht den Anblick einer summenden Biene, die sich auf einer bunt blühenden Blume niederlässt? Blumen sind die Klassiker unter den bienenfreundlichen Pflanzen und noch dazu unverzichtbar in jedem Garten. Greifen Sie jedoch statt zu stark gezüchteten Blumen eher zur Wildform der jeweiligen Art, da diese mehr Pollen beinhalten! Auch gefüllte Blüten sind eher weniger hilfreich für Bienen, da sie ihnen kaum Nektar bieten können, weil im Inneren zu viele Blütenblätter sind.

  • Sonnenblumen (Helianthus annuus) sind äußerst reich an Pollen und Nektar und daher die optimalen Blumen für Bienen.
  • Glockenblumen (Campanula) blühen von Juli bis August.
  • Wildblumenmischungen sind überall erhältlich und die perfekte Unterstützung für Bienen.
  • Die Kornblume (Centaurea cyanus) verfügt über einen enorm hohen Gehalt von Nektar und punktet mit einer langen Blütezeit.

 

Bienenfreundliche Zwiebelblumen

Setzen Sie im Herbst die Blumenzwiebeln für den Frühling, um Ihren Garten bei den ersten Sonnenstrahlen in ein bienenfreundliches Blütenmeer zu verwandeln. Frühblüher sind die ersten Zwiebelblumen, die sich nach dem kalten Winter zeigen und erfreuen die nützlichen Insekten mit süßem Nektar und Pollen, während zu dieser Zeit wenig andere Pflanzen blühen. Besonders das Blausternchen (Scilla Siberica), der Wildkrokus sowie die Sternhyazinthe (Chionodoxa forbesii), aber auch die Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) sind besonders hilfreiche Frühblüher für Bienen. Sie erkennen bienenfreundliche Blumenzwiebeln an dem beigefügten Hinweis, dass sie sich zum Verwildern eignen.

 

Traubenhyzinthe

Die Traubenhyazinthe ist bei Bienen nicht nur wegen ihrer blauen Farbe beliebt.

 

Bienenfreundliche Sträucher

Die opulenten Blüten vieler Sträucher sind nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Bienen ein Fest für Augen und Nase.

  • Beerensträucher wie die Johannis- oder Brombeere blühen im Frühling und belohnen uns im Sommer mit ihren leckeren Früchten.
  • Die Kornelkirsche (Cornus mas) öffnet Anfang März ihre kleinen gelben Blüten und ist eine wichtige Pollenpflanze.
  • Die Bartblume Blaubart (Caryopteris x clandonensi) ist für ihren besonders aromatischen Duft bekannt und besitzt reichlich Nahrung für Bienen.
  • Sommerflieder (Buddleja) ist ein wahres Paradies für Bienen und Schmetterlinge.
  • Die Blüten der Schneebeere (Symphoricarpos albus car. Laevigatus) – vielen auch als Knallerbse bekannt – sind zwar unscheinbar, bieten jedoch wertvollen Nektar für Bienen und Hummeln.
Johannisbeerenstrauch mit einer Biene

Der Johannisbeerstrauch liefert Mensch und Tier Nahrung.

 

Bienenfreundliche Stauden

Wenn Sie bienenfreundliche Stauden in Ihrem Garten pflanzen, achten Sie darauf, dass Sie den Bienen damit möglichst die ganze Saison über Nahrung bieten!

  • Katzenminze (Nepeta racemosa) ist eine pflegeleichte Staude, die Sie auch gut als Bepflanzung von Pflanzkübeln auf Terrasse und Balkon nutzen können.
  • Lungenkraut (Pulmonaria) blüht je nach Sorte blau-violett, weiß oder rosa.
  • Die Duftnessel (Agastache rugosa) gehört ohne Frage zu den bienenfreundlichen Stauden.
  • Fäberkamille (Anthemis tinctoria) ist mit ihren goldgelben Blüten eine ideale Nahrungsquelle für Wildbienen.
  • Das Mädchenauge (Coreopsis) hat den Vorteil einer langen Blütezeit bis in den Oktober hinein, wodurch sie über einen langen Zeitraum Insekten anlockt.

 

Bienenfreundliche Kletterpflanzen

Besonders in einem Bauerngarten dürfen romantische Kletterpflanzen, die ein wild-romantisches Flair erzeugen, nicht fehlen.

  • Die nektarreichen und duftenden Blüten des Blauregen (Wisteria) werden von vielen Bienen angeflogen.
  • Die Breitblättrige Platterbse (Lathyrus latifolius) ist nicht nur unkompliziert in der Pflege, sondern auch ein absoluter Hingucker im Garten.
  • Die Kletter-Hortensie ist eine der schönsten Kletterpflanzen und sieht wunderschön aus, wenn sie die Fassaden von einem Gartenhaus (title: Gartenhaus selber bauen)
  • Kriechrosen (Rosa arvensis) begeistern uns schon ab April/Mai mit ihrer Blüte.
  • Klassiker wie Efeu (Hedera helix) und Wilder Wein (Parthenocissus) sind beide äußerst wertvoll für Bienen.

 

Blauregen im mediterranen Garten

Blauregen ist nicht nur gut für Bienen, sondern sieht auch noch atemberaubend aus.

 

Bienenfreundliche Bodendecker

Bodendecker eigenen sich hervorragend für die pflegeleichte Begrünung von großen Flächen im Garten.

  • Fetthennen (Sedum) werden gerne von Schmetterlingen und Bienen angeflogen.
  • Klee (Trifolium) ist eine krautige Wiesenpflanze, die während ihrer Blütezeit einen sehr hohen Nektargehalt aufweist und somit die Ernährung der Bienen sichert.
  • Die Mittagsblume (Dorotheanthus) ist optimal als Bodendecker oder für Steingärten
  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans) ist ein beliebter Bodendecker, der ein reiches Angebot an Nektar besitzt.
  • Phlox bildet schon im Frühsommer einen prächtigen Blütenteppich aus, der die Bienen in Scharen anlockt.

 

Fetthenne

Bienen lieben die Fetthenne im Garten.

 

Bienenfreundliche Bäume

Bäume leisten aufgrund ihrer Größe einen wichtigen Beitrag für die Bienen, indem sie große Mengen an notwendigen Pollen und Nektar bereitstellen. Bedenken Sie, dass Baumarten mit doppelter oder gefüllter Blüte, wie zum Beispiel die Japanische Zierkirsche, weniger Nahrung liefern, Sorten mit einzelnen Blüten hingegen mehr.

Bäume leisten aufgrund ihrer Größe einen wichtigen Beitrag für die Bienen, indem sie viel an notwendigen Pollen und Nektar bereitstellen.

  • Obstbäume wie Apfel, Birne oder Kirsche haben einen festen Platz in heimischen Gärten und sind eine der Hauptnahrungsquellen von Bienen.
  • Ahorn-Sorten (Acer) wie Berg-, Feld- oder Spitzahorn werden in großen Zahlen von Bienen und anderen Insekten angeflogen.
  • Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) liefert reichlich Nektar und Pollen und gibt dem Honig einen leicht zart-bitteren Geschmack.
  • Linden (Tilia spec.) sind im Spätsommer ein wichtiger Nahrungslieferant für nektarsammelnde Bienen.

 

Kastanie mit Biene

Die Rosskastanie ist die perfekte Nahrungsquelle für Bienen.

 

Bienenfreundliche Nutzpflanzen

Neben Bäumen, Sträuchern und prächtig blühenden Blumen sind Gärten häufig auch von Nutzpflanzen geziert. Nutzpflanzen sind Pflanzen, die unter anderem als Nahrungsmittel oder Heilpflanzen für uns Menschen gelten.

  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen sind nicht nur vielfältige Nährmittel für uns, sondern auch für Bienen.
  • Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika und Auberginen lassen sich bei uns ausschließlich von Hummeln bestäuben, dürfen jedoch in einem Nutzgarten nicht fehlen.
  • Unter den Kürbisgewächsen sind besonders Gurken, Melonen, Zucchini und eben Kürbisse für Bienen geeignet.

 

Zucchiniblüte

Auch Nutzpflanzen sind für Bienen attraktive Nahrungsquellen.

 

Bienenfreundliche Kräuter

Kräuter sind das A und O einer abwechslungsreichen Küche und dürfen in keinem Garten fehlen. Ein großer Pluspunkt vieler Gartenkräuter ist ihre Anziehungskraft auf Bienen.

Gartenkräuter sind nicht nur das A und O einer abwechslungsreichen Küche, sondern üben auch eine hohe Anziehungskraft auf Bienen aus.

  • Melisse (Melissa) ist aus dem griechischen Wort für Honigbiene (Melitta) abgeleitet, weil sie die Bienen förmlich anzieht.
  • Echter Salbei (Saliva officinalis) hat auf uns Menschen eine heilende Wirkung und kann gleichzeitig den Lebensraum der Bienen erweitern.
  • Doldenblüter wie Petersilie oder Borretsch (Borago officinalis) sind echte Bienenmagneten.
  • Basilikum ist eine tolle Würzpflanze, an der auch die Bienen Gefallen finden.
  • Lavendel passt nicht nur in mediterrane Gärten, sondern sehen in jedem Gartenstil toll aus. Auch auf dem Balkon eignet sich Lavendel hervorragend, um Bienen anzulocken.

 

Auswahl an besonders bienenfreundlichen Pflanzen für Ihren Garten oder Balkon.

Auswahl an besonders bienenfreundlichen Pflanzen für Ihren Garten oder Balkon. © Gartentraum.de

 

BIENENGARTEN PFLEGEN

Wie wird ein Bienengarten im Laufe des Jahres gepflegt?

Zwar lautet das Motto für einen Bienengarten „Weniger ist mehr“, doch ganz ohne Pflege funktioniert er auch nicht.

 

Krokusse

Der Wildkrokus liefert Bienen schon im Frühling Nahrung.

 

Frühling

Erreichen im Frühling die ersten Sonnenstrahlen die Erde, wird der Garten erst einmal wieder auf Vordermann gebracht. Lockern Sie den Boden auf und entfernen Sie unnötiges Laub sowie störendes Unkraut. Nun ist auch das Säen vieler Blumen und leckerer Nutzpflanzen an der Reihe. So können Sie die Aussaat bienenfreundlicher Gemüsesorten beispielsweise schon ab Anfang März vornehmen. Warten Sie mit dem Zurückschneiden von Obstbäumen allerdings lieber bis nach dem Frost, damit offene Stellen am Baum besser verheilen können. Kürzen Sie Obstbäume jedoch nicht zu radikal, da sonst ein hohes Risiko entsteht, dass in diesem Jahr keine Knospen und Triebe mehr nachwachsen.

 

Tränke für Bienen

Gerade im Sommer brauchen Bienen Wasserquellen, um überleben zu können.

 

Sommer

Im Sommer sollten Sie während längerer Trockenperioden den Bienengarten auf jeden Fall ausreichend gießen. Stellen Sie zusätzlich Wasserstellen für Bienen und Hummeln auf, um ihren Durst zu stillen und ihre Brut zu ernähren. Normalerweise sammeln sie ihr Wasser am Ufer von Teichen, Pfützen oder in Form von Morgentau an Pflanzen. Sind im Sommer allerdings keine natürlichen Wasserquellen in der Nähe, benötigen sie extra Wasserstellen. Platzieren Sie in flachen Wasserschalen zum Beispiel Steine, auf denen sie leicht landen können, da Bienen nicht schwimmen können. Tauschen Sie das Wasser in der Bienentränke regelmäßig aus und stellen Sie sicher, dass keine toten Tiere darin schwimmen.

 

So bauen Sie in 3 Schritten eine Bienentränke selber

So bauen Sie in 3 Schritten eine Bienentränke selber. © Gartentraum.de

 

Herbst

Der Herbst verzaubert Ihren Garten mit seinem warmen-romantischen Licht. Jetzt ist es an der Reihe, den Garten auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Schneiden Sie dennoch nicht alle Pflanzen komplett zurück, sondern lassen Sie alte Blütenstände und Pflanzenstängel stehen! Neben Schneidearbeiten ist der Herbst auch gut geeignet, um Pflanzen im Garten umzusetzen. Zugleich ist nun die richtige Jahreszeit, um Blumenzwiebeln zu setzen.

 

Winter

Viele Insekten nutzen trockene Stängel als Überwinterungsmöglichkeit. Wildbienen legen zum Beispiel ihre Eier in hohle Stängel, in denen die Larven überwintern und im kommenden Jahr schlüpfen. Lassen Sie daher verwelkte Pflanzenstängel auch über den Winter hinweg stehen!

 

CHEMIE IM BIENENGARTEN VERMEIDEN

Warum sollte auf Chemie im Bienengarten verzichtet werden?

Ein wichtiges Merkmal von Bienengärten ist der weitgehende Verzicht auf Chemie und Pestizide. Viele Pflanzenschutzmittel und Insektenvernichter, die in vielen normalen Gärten verwendet werden, sind überaus schädlich für Bienen. Verzichten Sie daher am besten komplett auf chemische Hilfsmittel, um der Gesundheit verschiedenster Bienen-Arten nicht zu schaden!

 

Bienenfreundliche Blumenwiese

Für eine üppige Blütenpracht sollte regelmäßig gedüngt werden – allerdings chemiefrei!

 

Natürliche Dünger

Insbesondere im Zeitraum von März bis September brauchen Pflanzen viele Nährstoffe. Gezieltes Düngen kann gesundes Wachstum begünstigen und Mangelerscheinungen der Pflanzen vermeiden. Mit ein paar Tipps und Tricks können Sie natürlichen Dünger selber herstellen. Denn Biodünger und Humuserde aus dem eigenen Kompost sind gute Alternativen zu chemischen Produkten. Wie Sie Brennessel-Sud als natürliche Düngung von Pflanzen und zur Schädlingsabwehr ganz einfach selber herstellen, erfahren Sie in folgendem Video:

Anstelle dessen können Sie biologische Düngemittel natürlich auch ganz einfach im Laden kaufen.

 

Chemiefreie Schädlingsbekämpfung

Greifen Sie zur Abwehr von Schädlingen wie Blattläusen zuallererst zu natürlichen Kräutern wie Kapuzinerkresse, Bohnenkraut und Lavendel. Pflanzen, die von Pilzen befallen sind, können Sie gut mit aufgegossenem Zinnkraut beträufeln. Als Alternative zur traditionellen Schädlingsbekämpfung lassen sich auch gut Nützlinge einsetzen. Dazu zählen kleine Tiere, die die lästigen Schädlinge fressen. Blattläuse sind für Marienkäfer beispielsweise eine echte Delikatesse und ersparen Ihnen chemische Schädlingsbekämpfungen. Wenn überhaupt, sollten Sie natürliche Pflanzenschutzmittel verwenden, die keine chemischen Bestandteile beinhalten. Doch auch mit ätherischen Ölen oder Gesteinsmehl können Sie lästige Schädlinge von Ihren geliebten Pflanzen fernhalten.

 

NISTHILFE BAUEN

Wie kann Bienen im Garten eine Nisthilfe eingerichtet werden?

Um Bienen in Ihren Garten zu locken und damit das Artensterben aufzuhalten, können Sie sogenannte Insekten- und Bienenhotels aufbauen und in Ihren Garten stellen. Diese Instektenquartiere sind Nisthilfen und in vielen verschiedenen Modellen erhältlich oder selbst zu bauen.

 

Insekten Hotel

Insektenhotels kommen nicht nur Bienen zugute.

  • Sehr bekannt sind die Insektenhotels, die aus zugeschnittenen Holzklötzen mit Bohrungen bestehen. Diese haben einen Durchmesser von drei bis sechs Millimetern und eine Tiefe entsprechend der vollen Bohrlänge.
  • Tonklötze lassen sich mit Stricknadeln oder Nägeln durchlöchern und in ein passendes Holzgehäuse packen.
  • Auch Bambusrohre eigenen sich für das Errichten eines Wildbienenquartiers.
  • Ebenso können für bestimmte Wildbienenarten Nistplätze mit magerem Lehm gebaut werden, durch den sie sich selber graben.
  • Preiswerte Gitterziegel aus dem Baumarkt können Sie sehr leicht zu einer Nisthilfe für Wildbienen umfunktionieren.

 

Eine Anleitung, wie Sie ein Insektenhotel als Nisthilfe für Bienen selber bauen, finden Sie Schritt für Schritt in nächstem Video:

 

GEMEINSAMKEITEN & UNTERSCHIEDE ZUM HUMMELFREUNDLICHEN GARTEN

Wie unterscheidet sich ein hummelfreundlicher Garten?

Neben Bienen locken bunte Gärten natürlich auch noch andere Insekten wie zum Beispiel Hummeln an. Hummeln gehören zu den Wildbienen und sind eine staatenbildende Art. Sie produzieren zwar leider keinen Honig, sorgen aber dennoch als Bestäuber für den Fortbestand vieler Pflanzen und sind daher unverzichtbar für uns Menschen.

 

Bedürfnisse von Hummeln im Garten

 

Hummel

Auch Hummeln haben spezielle Bedürfnisse im Garten.

 

Hummeln benötigen in der Zeit vom Frühjahr bis Herbst ununterbrochen ausreichend Nahrung, denn schon einige Tage Hunger können für einen kompletten Hummelstaat das Ende bedeuten. Sie finden nur in abwechslungsreich gestalteten Gärten einen geeigneten Lebensraum, weshalb leider immer mehr Arten vom Tod bedroht sind. Doch im Gegensatz zu Bienen kommt es den verwandten Hummeln weniger auf die Vielfalt der Pflanzen, sondern vielmehr auf deren Menge an. Daher sind Blütenmischungen, in denen es von jeder Art nur wenige Exemplare gibt, deutlich weniger geeignet. Greifen Sie zu pollenreichen, spät blühenden Pflanzen, um Hummeln bei ihrer Nahrungssuche zu unterstützen. Um sich gegen das Hummelsterben zu wehren, können Sie ganz einfach Ihren Garten naturnah gestalten, geeignete Nektar- und Pollenpflanzen auswählen, auf Pestizide verzichten und Nistplätze anbieten. Lassen Sie verlassene Vogelnester, Mauern und Felsspalten stehen, denn sie sind unter Hummeln sehr beliebt als Nisthilfen.

 

Besonders hummelfreundliche Pflanzen

 

Klatschmohn

Klatschmohn gehört zu den Lieblingspflanzen der Hummeln.

 

Einige Pflanzen locken die niedlichen, brummenden Insekten zwar an, bieten ihnen jedoch nicht ausreichend Nahrung. Wählen Sie daher besonders hummelfreundliche Pflanzen aus, die nur ungefüllte Blüten besitzen und den Tieren während der gesamten Flugsaison Nahrung anbieten.

  • Krokusse (Crocus) liefern Hummeln als eine der ersten Pflanzen des Jahres wertvolle Nahrung.
  • Hornklee (Lotus corniculatus) ist eine der wichtigsten Trachtpflanzen für Hummeln.
  • Ihre lange Blütezeit macht die Flockenblume (Centaurea) zu einer bedeutenden Nahrungsquelle.
  • Büschelschön (Phacelia tanacetiolia) ist eine reiche Pollen- und Nektarquelle für Hummeln und andere Insekten.
  • Für Hummeln und Bienen sind Weiden (Salix) extrem wichtig.
  • Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) bietet zwar keinen Nektar, ist allerdings eine sehr gute Pollenquelle.

 

CHECKLISTE: WICHTIGE EIGENSCHAFTEN EINES BIENENGARTENS

Welche Eigenschaften sollte der Bienengarten ausweisen?

Damit Ihr Garten ein richtiger Bienengarten wird, sollte er einige Kriterien erfüllen und bestimmte Eigenschaften aufweisen:

  • Pflanzen bewusst auswählen (gefüllte Blüten und stark gezüchtete Arten vermeiden, Fokus auf heimische und bienenfreundliche Sorten)
  • Abwechslung und Vielfalt unter Blühpflanzen
  • Kombination aus Früh-, Sommer- und Spätblühern
  • Üppig wuchernde Ecken und ungemähte Flächen mit Wildblumen und Kräutern lassen
  • Verzicht auf Chemie und Pestizide
  • Flache Wasserstellen als Trinkgelegenheit für Bienen
  • Nisthilfen in Form von Insekten- und Bienenhotels

BILDERGALERIE

Wie sieht ein bienenfreundlicher Garten aus?

BIENEN AUF DEM BALKON

Wie lässt sich ein bienenfreundlicher Balkon einrichten?

Auch in der Stadt und ohne großen Garten können und sollten Sie etwas für die Bienen tun. Gerade in eng bebauten Städten sind blühende Pflanzen rar, sodass Bienen nicht genügend Nahrung finden. Mit den richtigen Pflanzen können Sie aber sogar Ihren Balkon in ein echtes Bienenparadies verwandeln.

 

Sähen Sie im Frühjahr entsprechende Balkonblumen, die Sie im Handel als bienenfreundlichen Wildblumenmix bekommen, und die sich auch in Kübeln, Kisten und Töpfen wohlfühlen. Kombinieren Sie aromatische Kräuter wie Lavendel, Thymian oder Basilikum mit einjährigen Sommerblumen. Unter ihnen sehen besonders Ringelblumen, Kornblumen oder Klatschmohn schön aus und helfen den Bienen bei der Nahrungssuche in den Sommermonaten. Als Durstlöscher für Bienen können Sie auch auf wenigen Quadratmetern in der Stadt eine kleine Bienentränke anlegen.

 

Basilikum

Auf einem kleinen Balkon macht Basilikum Ihnen und den Bienen Freude.

ZUSAMMENFASSUNG

Auf welche Punkte sollte besonders geachtet werden?

Bienen sind für uns Menschen und Tiere unentbehrlich, da sie die wichtigsten Bestäuber für Blütenpflanzen sind. Viele verschiedene Ursachen, wie zum Beispiel die moderne Landwirtschaft, bedrohen das Leben der Bienen leider immens, sodass deren Population immer mehr gefährdet wird. Um das Bienensterben aufzuhalten, kann jeder Einzelne etwas beitragen. Legen Sie einen bienenfreundlichen Garten oder Balkon an, der als Nahrungsquelle für die nützlichen Insekten dient! Ein Bienengarten zeichnet sich dadurch aus, dass er über ein reichhaltiges Angebot von vielseitigen Blühpflanzen verfügt. Üppig blühende Wiesen und Wildblumen sowie auch Obstbäume und andere Pflanzen locken Bienen mit ihrem Nektar und den Pollen an, sodass sie genügend Nahrung finden. Zusätzlich zu den richtigen Pflanzen können Sie als Unterstützung flache Wasserstellen als Trinkmöglichkeiten sowie auch Nistmöglichkeiten anlegen. Auf chemischen Dünger und Pestizide sollten Sie unbedingt verzichten!

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veröffentlicht am: 13 Mai 2019 - aktualisiert am: 20 Mai 2019

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Autor bei Gartentraum

Jenny Röck

Redakteur

Über den Autor

Jenny hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien studiert und ist jetzt mit Leidenschaft Redakteurin. Schon seit Kindertagen liebt sie alles Blühende und hält sich deshalb am liebsten im Garten auf. Dort kümmert sie sich liebevoll um ihre Pflanzen und sucht nach immer neuen harmonischen Farbkombinationen.

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