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Steinguss selber machen - Mischung & Anleitung vom Profi (Gartendeko, Figuren, Brunnen und Pflanzgefäße)

5 von 5 Sternen - von 11 Lesern bewertet.

Mit Steinguss den Garten gestalten - Wir zeigen Ihnen wie es geht: Mischung, Materialien und eine Schritt für Schritt Anleitung im Gartentraum.de Magazin

STEINGUSS FÜR GARTENDEKORATIONEN & Co.

Alle Informationen zu diesem Stein und wie Sie selbst Steinguss anmischen


Steinguss Gartenfiguren und Statuen sowie Pflanzgefäße aus Steinguss begegnen uns beinahe überall auf unseren täglichen Wegen. Ob als Hand- oder Fußabdruckset im Bastelbedarf, als Gehwegplatte oder Beetbegrenzung, als Skulpturen oder als Steinguss-Brunnen im nahegelegenen Stadtpark – die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Natürlich kann man Artikel aus Steinguss kaufen, doch trotz der Notwendigkeit eines gewissen handwerklichen Geschicks, lässt sich Steinguss auch problemlos zu Hause in einem eigenen Projekt umsetzen. Hier erfahren Sie mehr über diesen einzigartigen Werkstoff!



 

 

STEINGUSS IM ÜBERBLICK

Was ist Steinguss und welche Varianten werden unterschieden?

Steinguss bezeichnet ein Gemisch aus verschiedenen Werkstoffen. Hierfür wird ein Bindemittel mit sogenannten Zuschlagsstoffen, zum Beispiel Sand oder Kies, unter Zugabe von Wasser verbunden. Je nach Zusammensetzung und Körnung der Zuschlagstoffe variiert der Bedarf an Wasser und bspw. Zement. Vor allem feinkörnige oder auch splittrige Zuschlagstoffe erfordern größere Mengen Wasser und Zement. Durch die Zugabe von mineralischen Farbpigmenten, farbigen Sanden oder Kies erhält der Steinguss zusätzlich unterschiedliche Strukturen und Farbnuancen.

 

Arten von Steinguss

Der Begriff Steinguss wird synonym auch als Zementguss, Betonguss oder allgemein auch als Kunststein bezeichnet. Im traditionellen Steinguss-Verfahren wird der Kunstbeton in eine Hohlform gegossen und per Hand weiter modelliert. Es können sowohl Voll- als auch Hohlgüsse hergestellt werden. Das Hohlguss-Verfahren eignet sich vor allem zur Gestaltung von Steinguss-Skulpturen und Dekoration aus Steinguss für den Innenraum, da das Gesamtgewicht vergleichsweise gering ist. Darüber hinaus ist der Hohlguss im Vergleich zum Vollguss nicht nur leichter, er weist bei entsprechender Verarbeitung sogar eine höhere Druckfestigkeit auf. Ein weiterer Vorteil: Auch große Arbeiten können mit dem Hohlgussverfahren eigenständig und kostengünstig realisiert werden. Im Vollguss-Verfahren hingegen können enorm robuste Produkte hergestellt werden.

 

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Steinguss in der Gartendekoration

Steinguss, welcher typischerweise für Steinguss Gartenfiguren und -skulpturen genutzt wird, besteht zumeist aus einem Zement-Sand-Kalkstein-Gemisch, in welches weitere Materialien eingebracht werden. Dies wird auch als Zement- oder Betonguss bezeichnet. Der so geschaffene Kunststein zeichnet sich durch eine Witterungsbeständigkeit aus, welche zu einer Langlebigkeit der Produkte führt und diese zu einem idealen Begleiter im Innen- und Außenbereich werden lassen. Damit lässt sich die Frage „Ist Steinguss frostsicher?“ klar mit Ja beantworten. Nicht nur heute ist Steinguss beliebt, bereits im frühen 19. Jahrhundert bot Steinguss das ideale Material für Bildhauer. Die künstlerischen Freiheiten, die mit der Entwicklung dieses Stoffes einhergingen, bilden auch heute noch die Grundlage für die Herstellung einzigartiger Merkmale, welche Steinguss Gartenfiguren und andere Steingussformen ausmachen.

DIE BESTEN MISCHUNGEN

Welche Rezepte für Steinguss gibt es?

Die Zusammensetzung des Kunststeins richtet sich zum einen nach der Größe der späteren Steinguss-Figur und nach der gewünschten Oberflächenstruktur. Grundsätzlich sollten Sie stets ein stimmiges Gesamtbild im Auge behalten.

 

Die Bestandteile der Steinguss-Mischung sowie die Körnung entscheidet über Haptik & Optik der späteren Skulptur.

 

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5 Steinguss-Rezepte für unterschiedlich strukturierte Skulpturen, Figuren und andere Gartendekorationen aus Steinguss. | © Gartentraum.de

 

*Was ist ein Raumteil?: Beim Anmischen von Steinguss sollten die einzelnen Materialzugaben zu gleich großen Mengen bzw. Teilen (etwa durch Verwendung eines Messbechers) erfolgen, um ein exaktes Mischungsverhältnis zu erhalten.

MATERIALIEN UND BEZUGSQUELLEN

Woher bekommen Sie das entsprechende Material?

Für die Fertigung der Gussmasse sind also folgende Zutaten notwendig:

  • Zement, Wasser, Sand
  • Gießform (Negativform aus einem Tonmodell, Latex-, Silikon-,
    Kunststoff- oder Holzform
  • Farbpigmente
  • Tongranulat (zur Reduzierung des Gewichts)

Zement, Sand, Kies und Splitt sind im gut sortierten Baustoffhandel oder Baumarkt erhältlich. Schwieriger wird es mit den geeigneten Steinguss Formen. Kleine Ausführungen werden neben den gängigen Pigmenten mitunter in Bastel- und Kreativgeschäften geführt oder sind im Internet erhältlich. Wer dort nichts Passendes findet, der muss selbst kreativ werden und zum Beispiel mit Hilfe einer Holzschalung und Dichtfolie oder einem mit einem Tonmodell eine Negativform erstellen. Steinguss selber machen ist nicht so schwierig wie gedacht! Mit unserer folgenden Anleitung werden Sie zum Steinguss-Profi.

STEINGUSS SELBER MACHEN: ANLEITUNG SCHRITT FÜR SCHRITT

Wie gehen Sie vor, wenn Sie Steinguss selber mischen?

Schritt 1: Vorbereitung ist alles

Beim Kunstguss wird eine Negativform mit Beton verfüllt, welche vor dem eigentlichen Gießen nicht nur hergestellt, sondern auch entsprechend vorbehandelt werden muss. Besteht die Form aus Gips, dann muss diese vor dem Befüllen gewässert und mit Tonschlick isoliert werden, damit dem Gussmaterial nicht das für das Aushärten notwendige Wasser entzogen wird. Eine Silikonform kann mit Schmierseife oder Geschirrspülmittel behandelt werden. Holz und Kunststoff hingegen mit Mineralöl, Wachs oder Schalungslack und Stahl mit Mineralöl oder chemischen Trennmitteln. Die verwendete Trockenmischung aus Zement und Zuschlagstoffen muss unbedingt gleichmäßig durchmischt bzw. durchfärbt werden, um die Qualität des Betons zu gewährleisten.

 

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Schritt 2: Der Guss

Der Guss selbst besteht aus einer Fein- und einer Grobschicht. Die Feinschicht aus Beton und Wasser wird zunächst 3-6mm dick auf die Formteile aufgetragen. Soll die Figur oder das Objekt, zum Beispiel ein Steinguss Brunnen, später im Freien stehen, dann wird die Feinschicht aus Zement und Feinsand 1:1 mit Wasser gemischt. Die Zusammensetzung der Grobschicht ist abhängig von der finalen Größe des Gussstücks. Verallgemeinernd kann man sagen, dass das Größtkorn maximal ein Drittel der kleinsten Betonteildichte aufweisen sollte.

 

Bei einem Vollguss werden nun die mit Zementleim ausgepinselten Formteile zusammengesetzt und mit Gurten oder Schraubzwingen fixiert. Der erdfeuchte oder weiche Beton kann nun verfüllt werden. Achtung: Das Befüllen erfolgt in einzelnen, ca. 3cm dicken Lagen, welche durch ein leichtes Stampfen und Rütteln der Steinguss Gießform verdichtet werden. Das Gewicht einer Steinguss Gartenfigur kann somit natürlich schnell steigen, weshalb sich Vollgüsse insbesondere für kleinere Gussarbeiten eignen.

 

Auch beim Hohlguss werden die Formteile zunächst mit Zementleim ausgepinselt und anschließend mit der Grobmischung verfüllt und verdichtet. Die Füllung wird hier jedoch am Rand in einem Winkel von 45 Grad nach innen abgeschrägt. Vor allem große, stehende Figuren sollten jetzt verstärkt bzw. armiert werden. In der Regel wird zu diesem Zweck Baustahl ca. 1cm tief unter der Oberfläche eingearbeitet.

 

 

Schritt 3: Das Trocknen

Im nächsten Schritt werden die Stoßkanten der Steinguss Gießform gesäubert. Die einzelnen Formteile werden in feuchte Lappen und Plastikfolie eingepackt und härten zum Teil über 1-7 Tage hinweg aus. Natürlich hängt die Trocknungsdauer von der Größe der Figur sowie von der umgebenden Raum- bzw. Außentemperatur ab. Der Guss sollte zudem unbedingt auf einer ebenen Fläche stehen. Nach dem Aushärten kann der Guss schließlich aus der Steinguss Gießform gelöst bzw. gestemmt werden.

Lassen Sie der Figur genug Zeit um optimal zu trocknen, damit der Aufwand nicht umsonst war.

Schritt 4: Die Nachbereitung

Bindemittelrückstände und Gusskanten müssen nun sorgfältig von der Form entfernt werden. Jetzt bietet sich auch die Gelegenheit kleine Löcher und Fehlstellen mit Zementmörtel aus Feinsand auszubessern. Vorab muss das Gussstück gründlich gewässert werden, damit der Mörtel in die entsprechenden Stellen eingearbeitet werden kann ohne markante Spuren und Rückstände zu hinterlassen. Die Form muss nun etwa weitere 2 Tage trocknen, bis sie für eine abschließende Oberflächenbehandlung mit Betonlasur, Politur aus Bohnerwachs oder Leinölfirnis bereit ist.

Video-Anleitung für selbstgemachte Steinguss-Figuren

Wie sieht es aus, wenn Sie zuhause eine Steinguss-Figur selber gießen?

 

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veröffentlicht am: 02 September 2016 - aktualisiert am: 30 Oktober 2018

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Autor bei Gartentraum

Anne Nestler

Autorin

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