Oleander schneiden & überwintern - Tipps zum Kaufen, Vermehren & Pflegen

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Ob auf der Reise in der Mittelmeer-Region oder in Nachbars Garten - Oleander ist ein beeindruckender Blickfang und erweckt den Wunsch, seine Pracht ins eigene Heim zu holen. Erhalten Sie in diesem Beitrag Informationen über den Strauch und Pflege-Tipps, damit er so wunderschön ist wie die Exemplare im Italien-Urlaub.

 

Steckbrief des Oleanders

Was sollte man über den Oleander wissen?

Der Oleander wird auch Rosenlorbeer genannt und ziert zumeist im Kübel so manche Gärten, Terrassen und Balkons. Der Nerium Oleander, wie der botanische Name lautet, ist die einzige Art der Gattung Nerium, die wiederum zur Familie der Hundsgiftgewächse gehört. Als beliebte Zierpflanze wurde der Oleander viel gezüchtet, wodurch es heute mehr als 400 Sorten gibt. Mit verschiedenen Wuchshöhen und einem großen Farbspektrum der Blüten bietet die Vielfalt des Oleanders für jede kleine oder große Ecke am Haus, vom Eingang bis in den Hinterhof, ein passendes Dekor. Zwar ist der Oleander eine eher pflegeintensive Pflanze, jedoch stellt der mediterrane Busch eine ganz besondere Zierde dar. Erfahren Sie, wie er aussieht und wächst, wo seine Herkunft liegt, wann er blüht und was die Besonderheiten seiner Blüten sind.

 

Mediterraner Garten mit Oleander

Oleander eignet sich bestens für mediterran gestaltete Gärten.

 

Aussehen & Entwicklung

Der Oleander hat lange, schmale Blätter mit einer Länge von sechs bis 24 Zentimetern und einer Breite bis zu 5 Zentimetern. Die Pflanze ist immergrün und verholzend, wobei sie in ihrem natürlichen Wuchs einen bis zu 6 Meter hohen Strauch ausbildet. Doch auch die Erziehung zu einem Hochstamm ist möglich, wodurch der Rosenlorbeer dann eher die Form eines Oleanderbaumes annimmt. Die Ausbildung eines Stammes kann erreicht werden, indem von einer jungen, kräftigen Oleander-Pflanze ein Teil der Wurzeln so abgetrennt wird, dass der neue Teil genau einen Austrieb und genügend Wurzeln hat. Die unteren Triebe werden entfernt und die oberen Zweige in Kronenform geschnitten. Die Triebe der Krone können anschließend mit Schnüren in einer seitwärts ausgerichteten Position fixiert werden. So entsteht ein ganz besonderes Bäumchen, das auch zu einem Teil eines größeren Gesamtkunstwerkes in Ihrem Garten gemacht werden kann. Die Früchte des Oleanders sind lange, schmale und trockene Balgfrüchte. In ihnen liegen Samen, die bräunlich und dicht behaart sind. Ähnlich wie beim Löwenzahn können sie durch diese vom Wind erfasst und in der Umgebung verbreitet werden.

 

 

 

Kurz und Knapp

Blatteigenschaften

Blatteigenschaftenledrig, kurz gestielt

Blattfarbe

Blattfarbedunkelgrün

Blattform

Blattformlänglich, schmal

Blütenfarbe

Blütenfarbeweiß, gelb, rot, rosa

Blütenform

Blütenformradiärsymmetrisch

Blütezeit

BlütezeitJuni bis Oktober

Bodenfeuchte

Bodenfeuchtefrisch

Gartenstil

GartenstilMediterraner Garten, Topfgarten, Blumengarten

Giftigkeit

Giftigkeitstark giftig

Humus

Humushumusreich

Licht

Lichtsonnig

Nährstoffbedarf

Nährstoffbedarfhoch

 

 

Herkunft & Vorkommen

Der Oleander hat ein großes Verbreitungsgebiet um die Erde herum, welches man sich wie einen breiten Streifen vorstellen kann. Sowohl im Mittelmeerraum als auch an der Schwarzmeerküste, in Zentralasien und in Südamerika ist die Pflanze heimisch. Ob in Spanien, Indien, Marokko oder China – im milden Klima fühlt sie sich an vielen Orten der Welt wohl. Sie kommt in bis zu 2000 Metern Höhe vor und gedeiht beispielsweise in südmediterranen Auen-Gesellschaften. Durch den Einfluss des Menschen konnte sich der Oleander über sein natürliches Verbreitungsgebiet hinweg auch in vielen weiteren Gegenden etablieren, soweit diese frostfrei waren. In unseren Gärten und auf unseren Terrassen und Balkons ist der Oleander ganz besonders im Winter auf menschliche Hilfe angewiesen. Denn ohne ausreichenden Schutz vor Eis und Kälte würde er die hiesigen Winter nicht überstehen.

 

Das Ziergehölz schmückte bereits vor 500 Jahren die Orangerien deutschen Hochadels und erfreute dank seiner verschwenderischen Blütenpracht die Menschen.

 

Blütezeit & Blüten des Oleanders

Obwohl die meisten Sorten des Oleanders Dauerblüher sind, beginnt seine Blütezeit in unserem Klima im Juni und reicht bis in den Herbst hinein, nämlich bis in den Oktober. Damit es zu einer üppigen Blüte kommt, müssen allerdings die Ansprüche an Pflege, Düngung und Standort der Pflanze erfüllt sein. Andernfalls kommt es zu einer schwachen oder gar ausbleibenden Blüte. Stellen Sie den Oleander an einen Standort mit ausreichend Wärme und Licht. Achten Sie zudem darauf, ihn nicht zu überdüngen und beim Schneiden nicht versehentlich die Knospen für das kommende Jahr an den Triebspitzen mit zu entfernen. Sind diese Punkte erfüllt, belohnt der Oleander seinen Gärtner mit einer üppigen Blütentracht in Weiß, Gelb, Rot oder, wie bei seiner Wildform, in Rosa. Die Blüten bilden hierbei Trugdolden und haben jeweils fünf Blütenblätter. Einige Zuchtformen haben sogar doppelte oder gefüllte Blüten in prächtigen Farben. Trotz seiner schönen Blüten ist der Oleander bei Bienen nicht sehr beliebt, da die Pollen tief am Blütenboden liegen und von einer klebrigen Masse umschlossen sind. Daher findet die Bestäubung vielmehr durch kräftige Falter mit langen Rüsseln statt.

 

 

 

Ist Oleander giftig?

Muss besondere Vorsicht bei Oleander geboten sein?

Wer sich eine neue Pflanze ins Haus, in den Garten oder auf den Balkon holt, dem stellt sich möglicherweise die Frage, ob der Neuankömmling der Gesundheit von Mensch oder Tier schaden kann – ganz besonders, wenn Haustiere oder Kinder Zugang haben. Bei Oleander ist diese Sorge durchaus berechtigt, denn alle Pflanzenteile sind hoch giftig! Ganz besonders in der Blütezeit enthält Oleander das Glykosid Oleandrin, das auf Herz und Kreislauf wirkt, Herzrhythmusstörungen verursacht und das Herz bis zum Stillstand verlangsamen kann. Die höchste Konzentration des Oleandrins ist in den Blättern zu finden. Dieser ursprüngliche Schutz vor Fressfeinden kann im heimischen Umfeld ein erhebliches Risiko darstellen, wenn der Umgang mit der Pflanze nicht bedacht stattfindet oder kleine Kinder oder Tiere etwas von der Pflanze probieren. Zwar schmeckt die Pflanze sehr bitter, jedoch überwiegt manchmal die Neugierde. Je kleiner ein Organismus, desto geringere Dosen des Giftes reichen aus, um starke Vergiftungen hervorzurufen, die auch schnell lebensbedrohlich sein können.

 

Giftigkeit für Katzen & Hunde

Oleander dürfte unseren Katzen, Hunden oder anderen Haustieren eigentlich nicht schmecken, weshalb eine Vergiftung durch den Verzehr unwahrscheinlich ist. Sollte ein Tier dennoch an der Pflanze geknabbert haben, können Vergiftungserscheinungen auftreten. Diese äußern sich in geweiteten Pupillen, kühlen Extremitäten aufgrund von verschlechterter Durchblutung, Erbrechen und Durchfall. Gehen Sie in einem solchen Fall unbedingt folgendermaßen vor: 

  • Entfernen Sie alle Pflanzenreste aus dem Maul des Tieres, tragen Sie dazu am besten Handschuhe
  • Sichern Sie die Pflanzenreste in einer Plastiktüte
  • Suchen Sie umgehend einen Tierarzt oder die nächste Tierklinik auf

Einer Vergiftung neugieriger oder unerfahrener Haustiere sollte idealerweise vorgebeugt werden, indem der Oleander außerhalb ihrer Reichweite platziert wird. Hunde können beispielsweise geschützt werden, indem der Rosenlorbeer hinter einen schützenden Zaun gesetzt wird.

 

Katze hinter Oleander

Nur selten treten Vergiftungen auf, wenn besonders neugierige Tiere am bitter schmeckenden Oleander knabbern.

 

Giftigkeit für Kinder & Erwachsene

Oleander hat in etwa die Giftigkeit von Fingerhut. Besonders gefährlich ist der Verzehr der Pflanze. Ein Erwachsener müsste jedoch ein ganzes Blatt konsumieren, damit die Folgen der Vergiftung lebensbedrohlich sind. Kleine Kinder sind aufgrund ihres kleineren Organismus jedoch anfälliger für das Gift es Oleanders. Bei ihnen genügt es schon, wenn sie ein Blatt in den Mund nehmen, um Symptome hervorzurufen. Neben dem Verzehr kann bereits der Hautkontakt Reaktionen wie Rötungen und Juckreiz hervorrufen. Auch der Rauch beim Verbrennen von Pflanzenteilen ist giftig. Die Vergiftungssymptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall sowie blasse und kalte Füße und Hände durch geringere Durchblutung. Außerdem kommt es zu Krämpfen, Kopfschmerzen und besonders auffällig vergrößerten Pupillen. Eine schwere Vergiftung zieht Herzrhythmusstörungen und eine Verlangsamung des Herz-Kreislaufsystems bis zu dessen Versagen nach sich. Nach wenigen Stunden ist der Eintritt des Todes möglich. Entsorgen Sie daher Schnittreste im Hausmüll, tragen Sie Handschuhe beim Umgang mit Oleander und beaufsichtigen Sie Kinder. Im Falle einer Vergiftung:

  • Entfernen Sie Pflanzenreste aus dem Mund
  • Kontaktieren Sie umgehend den Notarzt oder die Giftnotrufzentrale
  • Geben Sie der betroffenen Person in kleinen Schlucken Wasser, alternativ Tee oder Saft, zu trinken, jedoch keinesfalls Milch
  • Es sollte kein Erbrechen hervorgerufen werden

 

Beliebte Sorten des Oleanders - besonders kleiner, duftender oder gefüllter Oleander

Welche verschiedenen Ausprägungen gibt es?

Mit verschiedenen Wuchshöhen, unterschiedlichen Blütenformen, mehr oder weniger starkem Duft und einer großen Bandbreite an Farben warten die mehreren Hundert Sorten des Oleanders auf. Da nur wenige Sorten wie Nerium italia, Nerium atlas oder Nerium cavalaire die hiesigen Winter im Freien unbeschadet überstehen, sollte bei der Sortenwahl für die Pflanzung im Kübel auf die gegebenen Platzverhältnisse und die jeweils erforderliche Größe des Kübels geachtet werden. Einige schwach- oder zwergwüchsige Sorten wie Papa Gambetta und Petite Salmon eignen sich hervorragend für kleinere Ecken, beispielsweise auf dem Balkon. Neben unterschiedlichen Blütenfarben hat die Züchtung auch ganz besondere weitere Merkmale hervorgebracht. Beispielsweise hat die Sorte Variegatum helle Blattränder, Calypso betört mit ihrem Duft und Geant des Batailles hat gefüllte rote Blüten mit weißer Zeichnung. Vergeblich wird man allerdings den Orchideen-Oleanderbaum unter den Sorten des Oleanders suchen. Dessen Bezeichnung kommt daher, dass die Blätter denen des Oleander ähneln und die Blüten denen der Orchidee. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Pflanze jedoch um einen Trompetenbaum.

 

 

 

Farben beim Oleander

In welchen Farben kommt Oleander vor?

In der Natur hatte der Oleander ursprünglich einfache Blüten in rosa oder auch weiß. Durch den Eingriff des Menschen und die gezielte Kreuzung und Züchtung sind jedoch neben neuen Wuchsformen oder speziellen Färbungen der Blätter auch zunehmend neue Formen und Farben der Blüten aufgetreten. Die beliebte Zierpflanze gibt es inzwischen neben Rosa und Weiß auch in verschiedenen Rottönen, die bis ins Violette hineinreichen können. Sogar einige gelbe Sorten haben sich etabliert. Einzig die Züchtung von blauem Oleander ist bisher noch nicht gelungen. Oleander lässt sich mit seinen Farben wunderbar als Akzent auf der Terrasse oder dem Balkon, aber auch im Garten einsetzen. In Kombination mit anderen Blühpflanzen kann er Anwendung in verschieden gestalteten Gärten, aber auch im Wintergarten finden. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige beliebte Sorten nach ihrer Farbe vor.

 

Haus mit Oleander und blauen Fensterläden

In Kombination mit mediterran angehauchten Gebäuden sorgt Oleander für Urlaubsgefühle.

 

Weiß

Weiß ist die Farbe der Reinheit, der Unschuld und des Vollkommenen. Es vereint alle Farben in sich und wirkt friedlich und hell. Während es bei uns die Farbe ist, die bei Hochzeiten getragen wird, steht sie in asiatischen Ländern hingegen für Trauer und Tod. Blühende Pflanzen in Weiß sind in Gärten stets beliebt, da sie sich vom umgebenden Grün harmonisch abheben und zudem gut mit anderen Blumen abgestimmt werden können. Oleander eignet sich gut, um eine minimalistische und ästhetische Wirkung zu erzielen. So kann er eingesetzt werden, um beispielsweise die Strukturen eines Gartenbrunnens zu betonen.

  • Sorte Mont Blanc: Sehr wüchsig mit gefüllten, weißen Blüten mit bis zu sechs Zentimetern Durchmesser. Intensiver Duft.
  • Sorte Sophie: Einfache Blüten in strahlendem Weiß. Besonders frostfest.
  • Sorte Icare: Zwergwüchsiger Oleander mit einfachen Blüten. Diese sind cremeweiß mit gelbem Schlund.
  • Sorte Candeur: Mittel- bis starkwüchsige Sorte. Große, strahlend weiße, gefüllte Blüten mit starkem Duft.

 

Gelb

Gelb ist eine helle, strahlende, fröhlich anmutende Farbe. Sie symbolisiert Hoffnung, Lebensfreude und auch Glück. Andererseits kann Gelb auch für Missgunst und Neid stehen. Gelbe Blumen werden jedoch in der Regel zu Anlässen verschenkt, an denen dem Beschenkten Hoffnung oder Trost übermittelt werden soll. In östlichen Kulturen signalisieren gelbe Blumen sogar das Heilige und Kaiserliche. Auch gelber Oleander kann mit zarten gelben Blüten einen heiteren Farbtupfer präsentieren. Durch gezielte Kreuzung ist es gelungen, einige gelbe Sorten zu züchten.

  • Sorte Luteum Plenum: Die einzige gelbe Sorte mit gefüllten Blüten. Hellgelbe, fünf Zentimeter große Blüten. Sehr wüchsig und mit herausragendem Duft.
  • Sorte Oasis: Eher breit wachsende Sorte mit doppelten hellgelben Blüten. Dunkler Blüten-Schlund mit kräftigen Wimpern. Starker Duft.
  • Sorte Isle of Capri: Durchschnittlich große Sorte mit markant sternförmigen Blüten in hellgelb. Dunklerer Blüten-Schlund und leicht rote Zeichnung.
  • Sorte Marie Gambetta: Eher empfindliche Sorte mit den größten Blüten der gelben Oleander-Sorten. Einfache Blüten in dunklem Hellgelb mit dunklem Schlund und sechs Zentimetern Durchmesser.

 

Gelbe Oleander-Blüten

Einige Oleander-Sorten blühen in einem sonnigen Gelb.

 

Rot

Energiegeladenes, glühendes Rot weckt seit jeher tiefe Gefühle in den Menschen. Die Farbe der Liebe, der Glut und des lodernden Feuers wirkt äußerst kraftvoll. Sie signalisiert eine Warnung, aber gleichzeitig auch Anziehung. Rote Blumen stehen meistens für Liebe und Leidenschaft, wobei das Rot umso dunkler und kräftiger gewählt wird, je feuriger die Gefühle sind. Roter Oleander bringt mit seinen unterschiedlich starken Rottönen eben diese Energie und Feurigkeit mit sich und eignet sich beispielsweise hervorragend als zierender Blickfang in Landhausgärten.

  • Sorte Antoine: Zwergoleander mit vier Zentimeter großen gefüllten Blüten in Rot, oft mit weißen Einsprengseln. Optimal für Balkon und Terrasse geeignet.
  • Sorte Dr. Golfin: Verträgt kurzzeitig Frost bis minus 12 Grad Celsius mit entsprechendem Winterschutz. Einfache, purpur- bis magentafarbene Blüten mit leichtem Duft.
  • Sorte General Pershing: Bis zu acht Zentimeter große Blüten mit weißen Einsprengseln. Doppelte Blüten in kräftigem Rot. Zarter Duft.
  • Sorte Rubis: Liebhaberpflanze mit breiten Blättern und intensiv dunkelroten, sehr stark gefüllten Blüten. Starker Duft und schwacher Wuchs.

 

Rosa

Die zarte Farbe Rosa setzt sich aus der Farbe der Unschuld und der Farbe der feurigen Leidenschaft zusammen, aus Weiß und Rot. Sie vereint dieses Gleichgewicht in sich und spiegelt Zärtlichkeit, Verträumtheit und auch Begeisterung wider. Sie symbolisiert Romantik, Weiblichkeit, Liebe zum Partner oder zur Familie, Sanftheit und Zuneigung. Für einen sanften Farbakzent im hübschen Kübel lässt sich rosafarbener Oleander bestens einsetzen. Eine ganze Reihe an Sorten trägt das ursprüngliche Farbkleid des Oleanders.

  • Sorte Arad: Trägt eine Vielzahl kleiner rosa Blüten mit einem Stich Lila und gelbem Schlund. Interessante Wirkung durch kräftigere Farbe der Rückseite der Blütenblätter.
  • Sorte Belle Helene: Unkomplizierte Sorte mit filigranem Erscheinungsbild. Bis zu sechs Zentimeter große einfache Blüten in leuchtendem Rosa. Zarter Duft und starker Wuchs.
  • Sorte Emma: Zwergoleander mit gefüllten Blüten in kräftigem Rosa, oft mit weißen Einsprengseln. Ausgezeichneter Duft und kompakte Wuchsform.
  • Sorte Hardy Pink: Unkomplizierte Sorte mit sechs Zentimeter großen einfachen Blüten. Leuchtend rosa Blütenblätter mit roten Streifen auf der Blütenblattrückseite. Hellerer Schlund mit roten Streifen.

 

 

Oleander kaufen

Was ist beim Kauf zu beachten, wo ist Oleander erhältlich und wie viel kostet er?

Oleander fügt sich an vielerlei Stellen optimal in die Umgebung ein. Im Topf gepflanzt lässt er sich zudem ganz einfach immer wieder neu platzieren. Besonders die robusten Sorten versprechen wenig komplizierte Pflege und besonders viel Freude an der langen Blüte. Doch, bevor es so weit ist, muss die neue Pflanze erst einmal ausgewählt und erworben werden. Der Kauf von Oleander kann auf den ersten Blick schwierig erscheinen. Einige Punkte sind zu beachten, damit viel Ärgernis erspart bleibt und man stattdessen eine gesunde, kräftige und robuste Pflanze erhält. Außerdem sollte das gewünschte Erscheinungsbild wohl überlegt sein, damit der Neuzugang auch optimal an seinen Bestimmungsort passt. Sind das realistische Budget gesetzt, die Ansprüche und Wünsche manifestiert und die Bezugsquellen vor Augen geführt, steht der bedachten Auswahl des neuen Oleanders nichts mehr im Wege.

 

Vorgehen beim Kauf

Das Wichtigste ist, wie so oft, auch beim Kauf von Oleander die richtige Vorbereitung. Überlegen Sie sich, wo der Oleander seinen Platz finden soll. Soll er ins Freiland gesetzt werden, ist es unbedingt nötig, einen robusten, winterharten Oleander zu kaufen. Für die Terrasse, den Balkon oder den Wintergarten eignen sich Pflanztöpfe bestens. Kalkulieren Sie, wie stark wüchsig der Oleander sein darf. Das hängt davon ab, wie viel Platz Sie in der Breite und Höhe zur Verfügung haben und wie groß der Topf ist. Für kleinere Ecken sind schwachwüchsige Sorten oder Zwergoleander ideal, da sie seltener geschnitten werden müssen. Der eigene Geschmack darf zum Schluss die bevorzugte Blütenform und -farbe festlegen. Sind die Vorüberlegungen abgeschlossen, muss beim Kauf ganz besonders auf die Gesundheit der Pflanze geachtet werden. Suchen Sie die Pflanze nach Krankheitsanzeichen oder Schädlingen ab. Außerdem wird Oleander für ein kompakteres Erscheinungsbild im Handel häufig mit Wachstumsregulatoren behandelt. Deren Wirkung verfliegt zu Hause jedoch schnell, sodass die Pflanze deutlich größer wird.

 

Übersichtsgrafik zu Kaufkriterien für Oleander

Kaufkriterien für Oleander © gartentraum.de

 

Bezugsquellen für Oleander

Als Erstes kommt einem wahrscheinlich für den Kauf eines Oleanders eine Gärtnerei in den Sinn. Aber auch in Geschäften wie Baumärkten, Gartencentern und sogar Supermärkten gibt es den Rosenlorbeer zu kaufen. Ebenso bietet ihn eine Reihe an Online-Shops an. Der wohl am wenigsten aufwändige Weg, einen Oleander zu kaufen, ist, ihn online zu kaufen und zu sich nach Hause zu bestellen. Bedenken Sie hierbei jedoch, dass Sie die Pflanze so vorab nicht begutachten können. Sollte sie Ihnen letztendlich nicht gefallen oder Krankheitsanzeichen oder Schädlinge aufweisen, ist mit der Reklamation, Rücksendung und Neuanschaffung zusätzlicher Aufwand verbunden. Oft führt der Weg für den Oleander-Kauf in Baumärkte oder Gartencenter wie Hornbach, Obi, Dehner, Hagebaumarkt, Toom und Co. Begutachten Sie die Oleanderpflanzen im Geschäft Ihres Vertrauens ganz genau. Leider werden viele der angebotenen Oleanderpflanzen in Südeuropa unter optimalen Wachstumsbedingungen gezogen und anschließend zu uns importiert, wo sie Probleme bei der Anpassung haben können. Sehr gute Beratung und eine Auswahl zum Anfassen gibt es auch in spezialisierten Gärtnereien. Die dort sorgfältig gezogenen Pflanzen sind in der Regel vergleichsweise robust und gut gepflegt.

 

 

Preise für Oleander

Je nach Sorte, Größe, Herkunft, Bezugsquelle und Seltenheit gehen die Preise beim Oleander stark auseinander. Je länger die Pflanze gezogen wurde und je qualitativer und somit aufwändiger die Pflege in dieser Zeit war, desto teurer ist der Kauf. Außerdem werden einige Sorten nur von spezialisierten Züchtern oder Gärtnereien verkauft, die dadurch einen Seltenheitswert haben. Zusätzlich können auch Versandkosten anfallen, wenn der Oleander bestellt wird. Sie erhalten Pflanzen im Topf oder bewurzelte oder unbewurzelte Stecklinge. Teilweise sind auch Samen im Handel erhältlich, wobei frisch von der Mutterpflanze gewonnene und umgehend gepflanzte Samen deutlich zuverlässiger keimen. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über Preisbeispiele für bewurzelte Pflanzen einiger Oleandersorten im Online-Versand:

  • Atlas (winterhart): 50,00 €
  • Cavalaire (winterhart): 55,00 €
  • Papa Gambetta (kleinwüchsig): 28,74 €
  • Variegatum (gemusterte Blätter): 24,95 €
  • Mont Blanc (weiß): 45,99 €
  • Petite Red (rot): 23,00 €
  • Geant Des Batailles (rot): 21,00 €
  • Luteum Plenum (gelb): 23,00 €
  • Marie Gambetta (gelb): 23,00 €
  • Belle Helene (rosa): 35,00 €
  • Emma (rosa): 34,49 €

 

 

Einen geeigneten Standort finden

Wo fühlt sich Oleander wohl?

Wie jede andere Pflanze auch gibt es beim Oleander besondere Bedingungen, die den Standort anbelangen, unter denen er sich besonders wohl fühlt. Umgekehrt mag er auch einige Umstände überhaupt nicht und würde unter diesen nicht mehr blühen, anfangen zu kümmern oder sogar krank werden und eingehen. Der Südländer ist mediterrane Verhältnisse gewohnt, die meist eher trocken und sehr sonnig sind. Sonne ist auch schon das erste Stichwort – Oleander braucht einen sehr hellen, sonnigen Standort. Zudem kann Regen vor allem die gefüllten Blüten braun färben oder zu Krankheiten führen. Daher profitiert der Oleander, wenn er unter einer schützenden Überdachung steht. Auch Zugluft und Wind ist besser zu vermeiden. Neben der Platzierung im Kübel auf Balkon oder Terrasse können manche Sorten sogar in Regionen mit sehr milden Wintern im Garten ins Freie gepflanzt werden. Und bei guter Pflege und einem geeigneten Plätzchen verträgt Oleander es auch, wenn er als Zimmerpflanze verwendet wird.

 

Oleander auf einer Terrasse

Ob rustikal oder modern – Oleander passt gut zu vielen Stilen.

 

Im Kübel oder Topf auf Balkon & Terrasse

Über das Jahr hinweg stellt Oleander zwei völlig unterschiedliche Anforderungen an seinen Standort. Etwa ab Mitte Mai darf der Kübel des Oleanders nach draußen ziehen. Ideal ist ein sonniger Südbalkon oder ein Platz auf der Terrasse mit vielen Sonnenstunden. Die empfindlichen Blüten sollten am besten durch ein Überdach, einen Dachvorsprung oder Ähnliches vor Regen geschützt werden. Sehr robuste Sorten profitieren auch im Freien durch den Schutz einer Hecke. An einer Hauswand gedeiht Oleander ganz besonders gut. Diese schützt ihn vor Wind und erwärmt sich zudem tagsüber durch die Sonne. Die Wärme, die sie anschließend abstrahlt, ist wiederum eine wahre Wohltat für den Oleander, der mit umso schönerer Blüte belohnt. Ab circa Oktober hingegen zieht der Oleander an einen frostfreien Ort, am besten im Haus, um. Bei etwa zwei bis zehn Grad Celsius übersteht er unsere kalten Winter unbeschadet. Gut geeignet sind ein Wintergarten oder Hausflur, aber auch ein Überwintern im Keller ist denkbar. In jedem Fall braucht die Kübelpflanze ausreichend Licht und Belüftung, um im nächsten Sommer wieder in voller Pracht die Außenbereiche zu zieren.

 

 

Oleander im Garten pflanzen

Oleander hat es in unseren Gärten nicht gerade leicht: Frischer Wind braust durch die Wärme liebenden Blätter, Regen tränkt die empfindlichen Blüten und die Sonne scheint nicht so ausdauernd und kräftig wie in seinen Heimatgebieten. Doch der größte Graus für ihn ist der Frost in unseren kalten Monaten. Allgemein eignet sich Oleander daher besser als Kübelpflanze, die man an einen frostfreien Ort bringen und dort überwintern kann. Jedoch gibt es einige frostharte Sorten, bei denen ein Auspflanzen ins Freiland möglich ist. Dies ist jedoch nur in Gebieten mit wenig Frost von Erfolg gekrönt. Damit der Oleander dann auch gut gedeiht und prachtvoll blüht, ist ein geschützter Standort mit möglichst wenig Schatten unabdingbar. An einer Mauer und idealerweise unter einem Vorsprung, der vor Regen schützt, ist ein guter Standort. Solchen Schutz kann beispielsweise ein Gartenhaus bieten. Mit viel Sonne und Wärme kann sich der Oleander prächtig entfalten. Ein geeigneter Winterschutz hilft ihm durch stärkeren oder länger andauernden Frost hindurch. Sie können auch einige empfindlichere Oleander-Sorten den Sommer über einfach mitsamt ihrem Topf, aber ohne Übertopf, ebenerdig im Garten eingraben. Im Herbst kann der Topf dann wieder ausgegraben und in sein Winterquartier gebracht werden.

 

Oleander an einer Mauer

Im Schutze einer wärmenden Mauer gedeiht Oleander besonders gut, sofern er auf der sonnigen Seite steht.

 

Oleander als Zimmerpflanze

Gute Pflege und der richtige Standort sind das A und O, wenn Sie einen Oleander als Zimmerpflanze im Haus kultivieren möchten. Keinesfalls sollte er Zugluft ausgesetzt sein. Da er so viel Sonne und Wärme wie möglich benötigt, sollte er direkt an einem hellen Fenster platziert werden. Innerhalb von Räumen ist es schließlich weitaus dunkler als draußen im Freien. Achten Sie jedoch speziell bei jungen Pflanzen darauf, diese nur nach und nach an direkte, andauernde Sonneneinstrahlung zu gewöhnen. Bitte bedenken Sie bei der Wahl des Standortes auch, dass Oleander stark giftig ist und daher nicht innerhalb der Reichweite von neugierigen Haustieren oder kleinen Kindern stehen sollte. Damit es dem Oleander auch im Innenbereich gut geht, muss er sorgfältig gegossen und gedüngt werden. Zudem sollten verblühte Pflanzenteile behutsam abgezupft werden. Etwa ab November benötigt auch ein das Haus bewohnender Oleander seine Winterruhe. An einem Ort mit genügend Licht und einer Temperatur von etwa fünf Grad Celsius kann er seine Kräfte sammeln, um im Folgejahr wieder kraftvoll austreiben und blühen zu können.

 

Oleander vermehren – Samen, Stecklinge & Teilung

Wie lassen sich Nachkommen von der Pflanze gewinnen?

Es gibt mehrere Methoden, um Oleander zu vermehren. Zunächst ist die Vermehrung durch Samen zu nennen. Die Samen werden den braunen Balgfrüchten entnommen, über Nacht in warmes Wasser gelegt, sodass sie aufquellen, und auf nährstoffarmem Substrat wie Kokos- oder Aussaaterde verteilt. Nach dem seichten Übersieben mit Substrat sollten sie mit abgestandenem Leitungswasser besprüht, mit Folie abgedeckt und warmgehalten werden. Es kann allerdings bis zu drei Jahre dauern, bis die Jungpflanzen das erste Mal blühen. Außerdem können unberechenbare Kreuzungen und Mutationen entstehen. Eine sortenreine Vermehrung ist hingegen mithilfe von Stecklingen oder durch Teilung möglich. Stecklinge gewinnen Sie von Ihrer Pflanze, indem Sie einen 20 bis 30 Zentimeter langen Trieb, am besten zwischen Juni und September, abschneiden. Dieser wird in ein Wasserglas gestellt, wo er Wurzeln ausbildet. Nach etwa vier Wochen kann er in einen Topf gepflanzt werden. Vergessen Sie nicht, das Wasser täglich zu wechseln. Alternativ lässt sich eine ältere Oleander-Pflanze auch teilen. Dazu wird sie im Frühjahr aus dem Topf geholt, die Erde von den Wurzeln geschüttelt und die Wurzeln mit einem Messer in zwei oder mehr Teile geteilt. Achten Sie dabei darauf, dass jeder Teil ausreichend Triebe und Wurzelwerk hat, bevor Sie ihn neu einpflanzen. Auch ein Rückschnitt ist in diesem Zuge empfehlenswert, um die Neubildung von Trieben anzuregen.

 

Grafik zu Vermehrungsmethoden von Oleander

Vor- und Nachteile der Vermehrungsmethoden von Oleander © gartentraum.de

 

Oleander pflanzen & umtopfen

Wie pflanzt und topft man Oleander?

Befindet sich der Oleander bereits in einem Topf, wird er aus diesem herausgehoben. Lockern Sie mit der Hand vorsichtig die Wurzeln auf. Oleander benötigt ein Pflanzgefäß, das ebenso breit wie tief ist, mindestens ein Abflussloch am Boden hat und mindestens ein Drittel größer ist als der Wurzelballen der Pflanze. In das Gefäß werden Tonscherben und darauf Pflanzsubstrat geschichtet. Dieses sollte wenig Torfanteil enthalten. Greifen Sie besser zu ton- oder lehmhaltigem Substrat mit einem guten Anteil Mineralien und Kalk, das sie mit einer Dosis Langzeitdünger versehen. Setzen Sie den Oleander vorsichtig in den Topf, um die Wurzeln nicht zu beschädigen, und füllen Sie ihn mit Substrat auf. Gießen Sie den Oleander nun kräftig und stellen Sie den Kübel auf einen Untersetzer. Sollte in diesem Wasser stehen bleiben, ist es nicht weiter schlimm: Der Oleander wird es von selbst bald aufsaugen. Nach dem Umtopfen wünscht sich die Kübelpflanze einen warmen und sonnigen Standort, um sich dort weiter zu verwurzeln und vermehrt auszutreiben. In Regionen mit milden Wintern können geeignete Oleander-Sorten auch ins Freiland gepflanzt werden. Dazu bedarf es ein Loch, das in etwa die Ausmaße eines geeigneten Kübels hat. In dieses wird der Oleander behutsam hineingesetzt. Anschließend wird das Loch mit Substrat aufgefüllt. Zum Schluss wird wie beim Kübel kräftig angegossen.

 

Person pflanzt Oleander in Topf

Beim Einpflanzen und Umtopfen ist die geeignete Topfgröße zu beachten.

 

Oleander pflegen – Schneiden, Düngen, Überwintern & Gießen

Wie pflegt man Oleander richtig, damit er kräftig, schön und gesund wächst?

Oleander ist keine ganz unkomplizierte Pflanze, zumindest nicht in unserem Klima. Nur in bestimmten milden Regionen können manche Sorten im Freiland gedeihen. Meistens kommt aber nur die Kübelkultur in Frage. Hierbei ist der Oleander ganz besonders auf gute Pflege angewiesen, denn die Nährstoffe und Feuchtigkeit im Kübel sind begrenzt und sehr schnell aufgezehrt. Auch der verfügbare Platz und die Möglichkeiten des Handlings spielen eine wichtige Rolle. Denn nicht immer ist erwünscht, dass die Kübelpflanze ihre vollen Ausmaße von bis zu sechs Metern erreicht. Nur mit der richtigen Düngung und regelmäßigem Gießen gelangt Oleander zu seiner Pracht. Auch ein pflegender oder auch kürzender Rückschnitt ist immer wieder nötig. Besonders entscheidend für das erfolgreiche Kultivieren von Oleander ist, die Pflanze gut durch den Winter zu bringen. Schließlich ist der Oleander wärmeres Wetter gewohnt und droht bei zu starkem und andauerndem Frost Schäden davonzutragen. Mit der richtigen Pflege kann Oleander ein wunderbar mediterranes Flair in Außenanlagen und Häuser bringen. Mit seiner langen Blüte und dem dekorativen Grün bringt er beinahe schon ein Urlaubs-Feeling ins eigene Heim. Kombiniert mit stilvollen Sitzgelegenheiten können Sie sich Ihre eigene kleine Oase der Entspannung schaffen.

 

Oleander schneiden & überwintern – Tipps zum Kaufen  Vermehren & Pflegen

 

Oleander richtig schneiden – im Herbst, Sommer und Frühjahr

Nur durch einen regelmäßigen Schnitt bleibt der Oleander schön geformt und blüht üppig. Außerdem regt ein Schnitt neues Wachstum und auch stärkere Verzweigung an. Oftmals soll der Strauch absichtlich klein gehalten werden, wenn die Platzverhältnisse Einschränkungen vorgeben oder Größe und Gewicht des Kübels begrenzt bleiben sollen. Ein schön in Form geschnittener Oleander ist eine wahre Zierde und eignet sich bestens für die kreative Gartengestaltung. Beliebt ist Oleander auch in Form eines Kleinstrauchs als formschönes und fröhlich blühendes Beiwerk zu einer durchdachten Anordnung von Gartenmöbeln. Der richtige Schnitt kann ihm einen ganz besonders pfiffigen Charakter verleihen und sowohl in moderne wie auch naturbelassene Stilen einbezogen werden. Nicht zu vergessen ist bei all dem Genuss für das Auge, dass Oleander giftig ist und Hautreizungen hervorrufen kann. Darum sollten beim Schneiden immer Handschuhe zum Schutz getragen werden.

 

Oleander im Frühjahr schneiden

 

Im Frühjahr, wenn der Oleander aus dem Winterquartier kommt, ist der optimale Zeitpunkt für größere Schneidearbeiten. Das verstärkte Wachstum in dieser Zeit bewirkt einen schnellen Wundverschluss und ein rasches Austreiben der neuen Triebe. Glücklicherweise verträgt Oleander auch radikale Rückschnitte sehr gut und treibt intensiv aus. Leidet er unter einem starken Krankheitsbefall oder soll er eine komplett neue Krone bilden, bietet sich ein solcher Rückschnitt an. Ein Umtopfen vor dem Schnitt unterstützt den Oleander mit aufgelockertem Wurzelwerk und frischen Nährstoffen beim frischen Austrieb. Schneiden Sie beherzt alle Triebe bis auf etwa dreißig Zentimeter über dem Kübel zurück. Allerdings dauert es oftmals bis zum Folgejahr, bis der Oleander das nächste Mal blüht. Ein weniger starker Eingriff ist der Verjüngungsschnitt. Solch ein Schnitt kann Verkahlung vorbeugen und die Blüte fördern. Spätestens alle paar Jahre sollten Sie hierfür zur Gartenschere greifen. Das alte Holz kann bis zur Basis herausgeschnitten werden und Triebe, die quer durch die Krone wachsen, sollten für eine schönere Form entfernt werden. Auch Triebe, die aus dem Topf herunterhängen, dürfen gekappt werden. Natürlich kann der Oleander im Frühjahr auch beliebig in Form gebracht werden. Achten Sie jedoch darauf, Triebe der Krone nur so weit zu kürzen, dass der nächste Haupttrieb erhalten bleibt. Besondere Vorsicht ist auch bei den Triebspitzen mit ihren Knospen geboten. Diese sollten unbedingt unbeschädigt bleiben, damit der Oleander blühen kann.

 

 

Oleander im Kübel an einer Mauer

Damit einem der Oleander nicht ungebremst in die Höhe wächst und eine schöne Form behält, kann er im Frühjahr auch stärker zurückgeschnitten werden.

 

Oleander im Sommer & Herbst schneiden

 

Zwar sollte der größte und am stärksten eingreifende Schnitt des Oleanders besser im Frühjahr stattfinden. Doch auch über den Sommer hinweg bis in den Herbst hinein besteht die Möglichkeit, ihn zu verschneiden. Die gesamte Wachstumsperiode hindurch können unerwünschte Triebe entfernt und leichte Korrekturschnitte durchgeführt werden. Das schadet dem Oleander nicht. Ganz im Gegenteil: Viele Sorten verlängern ihre Blütezeit sogar, wenn abgeblühte Triebe bis spätestens Mitte Juli an den Spitzen gekürzt werden. Über die gesamte Blütezeit des Oleanders hinweg kann es insbesondere bei gefüllten Sorten dazu kommen, dass vertrocknete Blüten nicht von selbst abfallen. Um Krankheiten vorzubeugen und ein gepflegteres Erscheinungsbild zu erreichen, sollten diese jedoch nicht abgeschnitten werden. Zupfen Sie diese stattdessen behutsam von Hand ab. Die meisten Hochstämme benötigen eine fortlaufende Erziehung, um eine schöne Form auszubilden und diese zu behalten. Dies erreicht man durch Entfernen aller Triebe unterhalb der Krone und einem fortwährenden Formschnitt. Achten Sie bei Schnittarbeiten im Herbst besonders darauf, die Knospen für das nächste Jahr zu erhalten. Regulär sollten Schnittarbeiten nach Möglichkeit nur bis spätestens Ende August durchgeführt werden. Treibt der Oleander nach diesem Zeitpunkt noch neue Triebe nach, sind diese sehr weich und empfindlich und im Winter anfälliger für einen Befall durch Schädlinge oder für Kälte und Krankheiten. Überlegen Sie rechtzeitig, wie viel Platz Sie für den Oleander in seinem Winterquartier haben. Falls Platzmangel vorherrscht, kann auch im Herbst noch ein verkleinernder Rückschnitt erfolgen.

 

Oleander düngen

Oleander ist ein Starkzehrer und braucht besonders viele Nährstoffe. Im Pflanzgefäß bedarf er während seiner Wachstumsperiode regelmäßig einer Portion geeignetem Dünger. Ab März unterstützt der Dünger das Austreiben. Düngen Sie aber nur bis maximal Ende August, da die Triebe ab dann für den Winter ausreifen sollen, was ihnen einen gewissen Schutz vor der Kälte und Schädlingen bietet. Verlässt der Oleander seinen Überwinterungsort, ist ein Langzeitdünger für den guten Start in die Saison empfehlenswert. Im Handel sind neben speziellem Oleanderdünger auch Langzeitdünger für mediterrane Pflanzen erhältlich, die sich ebenso gut als Dünger für Oleander eignen. Nach dem behutsamen Einarbeiten mit einem Handgrubber in das Substrat sorgen sie über eine lange Zeit hinweg für optimale Düngerfreigabe. Alternativ kann auch stattdessen ab Saisonbeginn Flüssigdünger für Balkon- oder Blühpflanzen im Rhythmus von ein bis zwei Wochen mit dem Gießwasser verabreicht werden. Kommt es nach einer Langzeitdüngung zu gelb verfärbten Blättern, ist dies ein Anzeichen für Nährstoffmangel. In so einem Fall sollte mit Flüssigdünger etwa alle drei bis vier Wochen nachgedüngt werden. Blaukorn kann dem Oleander ebenso als Dünger dienen. Jedoch sollten Sie sich beim Düngen mit Blaukorn genau an die Dosierungsangaben des Herstellers halten, da bei einer Überdüngung Schäden an den Feinwurzeln entstehen und die Blüte ausbleibt. Zudem fehlt es Blaukorn an wichtigen Spurenelementen, die dem Oleander separat zugeführt werden müssen. Ein weiterer Tipp ist das Düngen mit Kaffeesatz, denn dieser hat ausgesprochen gute Düngeeigenschaften bei Oleander.

 

Gießkanne, Oleander und Flüssigdünger

Flüssigdünger kann ganz einfach dosiert und dem Gießwasser hinzugefügt werden.

 

Oleander winterfest machen & überwintern – so ist er winterhart

Oleander ist mediterranes Klima gewohnt. Somit kennt er keine solch kalten Winter mit lang andauernden Frostperioden, wie sie bei uns vorherrschen. Zwar besteht kein Grund zur Sorge, dass die Pflanze Schaden nehmen könnte, wenn die Temperaturen zeitweise auf bis zu minus fünf Grad Celsius sinken. Kommt es jedoch zu länger andauerndem oder stärkerem Frost, nehmen die Wurzeln schaden und oberirdische Teile erfrieren. Je nach Stärke der Erfrierungen erholt sich der Oleander dann oft nicht mehr. Einige Oleander-Sorten haben sich allerdings als robuster als andere erwiesen und auch Temperaturen von minus 12 bis minus 15 Grad Celsius unbeschadet überstanden. Dennoch würden auch diese leiden, wenn der Frost länger als nur ein paar Tage anhält. Trotz dessen, dass Oleander mit den hiesigen Wintern so nicht zurechtkommt, können wir ihn heil durch diese Zeit bringen. Durch den richtigen Winterschutz und insbesondere durch eine Überwinterung in einem frostfreien Quartier kommt er gut durch die kalte Jahreszeit und erfreut seinen Gärtner im folgenden Frühjahr wieder mit frischen, kräftigen Trieben und einer intensiven Blüte. Auf jeden Fall ist es empfehlenswert, die Pflanze vor dem Winter auf Schädlinge hin zu überprüfen und zum Vorbeugen von Krankheiten vertrocknete Blüten und Unkraut zu entfernen.

 

Oleander im Freien überwintern

 

Nur wenige Sorten überstehen kurzzeitig stärkeren Frost im Freiland unbeschadet. Es ist jedoch weitaus besser, Oleander im Kübel zu kultivieren. So kann er in einem Winterquartier überwintern und wird nicht dem Risiko ausgesetzt, gravierende Schäden davonzutragen oder einzugehen. Nur in Regionen mit sehr milden Wintern können stärker frosttolerante Sorten im Beet, besser jedoch im Kübel belassen werden. Kübel sollten an einen geschützten, überdachten Standort gebracht werden, zum Beispiel an eine Hauswand gerückt auf dem Balkon. Decken Sie den Wurzelbereich mit Mulch ab und binden Sie die Triebe locker zusammen. Ein Vlies schützt die Triebe und Blätter der Pflanze. Lassen Sie beim Einwickeln des Oleanders mit Vlies aber eine Lücke am Kübelrand, um ihn auch im Winter gießen zu können. Vor allem das Wurzelwerk des Oleanders muss vor Frost geschützt werden. Stellen Sie den Kübel hierfür auf eine Styroporplatte und umwickeln sie ihn mit Luftpolsterfolie und Vlies.

 

Strauch mit Vlies umwickelt

Bei guter Isolierung des Topfes und Schutz der Blätter durch Vlies hält Oleander kurzfristig leichte Minusgrade gut aus.

 

Oleander im Winterquartier überwintern

 

Im Idealfall zieht Oleander im Kübel so spät wie möglich, jedoch unbedingt vor den ersten Frösten, an einen geschützten, frostfreien Ort. Ideal ist ein Platz im Haus oder Gewächshaus mit einer Temperatur zwischen zwei und zehn Grad Celsius. Junge Pflanzen aus der aktuellen Saison sollten im Haus bei über 18 Grad Celsius überwintern dürfen. Der Überwinterungsort sollte jedoch nicht ganz dunkel und gut belüftet sein. Eventuell kann aus Platzgründen auch ein Rückschnitt nötig werden. Eine wöchentliche Kontrolle auf Schädlinge kann einen Befall früh ermitteln. So kann meist schon das Schlimmste im Ansatz verhindert werden. Ab April darf der Oleander wieder ins Freie. Wurde er über zehn Grad Celsius überwintert, sollte er allerdings erst dann wieder ins Freie, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Am besten wartet man die Eisheiligen ab. Insbesondere relativ dunkel überwinterte Oleander sollten nur nach und nach wieder an direktes Sonnenlicht gewöhnt werden.

 

 

Oleander gießen – auch im Winter

Obwohl der Oleander in vermeintlich trockenen Gebieten heimisch ist, hat er einen hohen Bedarf an Wasser. Natürlicherweise wächst er in der Nähe von Bächen oder anderen Gewässern, in deren Umgebung seine tiefen Wurzeln das Grundwasser gut erreichen können. Ganz besonders Oleander im Kübel benötigen daher regelmäßige Wassergaben. Gießen Sie Oleander vom Frühjahr bis in den Herbst hinein täglich mit reichlich Wasser. An heißen Tagen im Sommer freut er sich sogar über zweimaliges Gießen. Optimal ist, direkt den Wurzelballen im Kübel zu wässern. Dieser sollte unbedingt ein Loch an der Unterseite haben. Auch über den Untersetzer zu gießen ist eine bewährte Methode. Lediglich Wasser von oben herab mag Oleander nicht, denn die Blüten und Blätter sind empfindlich gegenüber Regen und Gießwasser. Sollte nach dem Gießen Wasser im Untersetzer stehen und der Oleander nasse Füße haben, macht das dem Oleander nichts aus. Er zieht dieses Wasser dankbar von selbst nach. Nutzen Sie kalkhaltiges und angewärmtes Leitungswasser, das idealerweise schon abgestanden ist. Eiskaltes Leitungswasser ist für den Oleander ungeeignet. Oleander sollten Sie aber nicht nur in den wärmeren Monaten, sondern auch im Winter gießen. Um zu verhindern, dass der Wurzelballen komplett austrocknet, reichen dann in der Regel ein bis zwei Wassergaben pro Woche.

 

Gießkanne über Oleander

Oleander benötigt sehr viel Wasser. Gießen von oben ist allerdings zu vermeiden.

 

Krankheiten & Schädlinge beim Oleander

Welche Krankheiten und Schädlinge können den Oleander plagen?

So schön und imposant Oleander auch ist, so ist er leider auch relativ anfällig für gewisse Krankheiten und Schädlinge. Ein geeigneter Standort, pflegende Schnitte und noch so gute Pflege können manchmal nicht verhindern, dass sich der ein oder andere Schädling auf der Pflanze vermehrt oder eine Krankheit ausbricht. Gelbe oder verfärbte Blätter, mangelnde Vitalität oder Ausfall der Blüte sowie weiße Punkte oder weiße Gespinste an der Pflanze können unterschiedliche Ursachen haben. Leider tragen beinahe alle Oleander gewisse Krankheiten wie Oleanderkrebs und die Pilzkrankheit Asochyta in sich. Zwar können deren Symptome unterdrückt werden, aber es ist nicht möglich, diese Krankheiten wieder gänzlich loszuwerden. Manche kränklich wirkenden Symptome rühren aber auch ganz einfach von ungünstigen Bedingungen her. Steuert man diesen rechtzeitig entgegen, kehrt die Pflanze in der Regel bald zu ihrer ursprünglichen Vitalität und Schönheit zurück. Verfärben sich die Blätter des Oleanders beispielsweise gelb, könnte eine Überdüngung vorliegen. Überflüssiger Dünger kann einfach mit viel Wasser wieder aus dem Wurzelballen ausgeschwemmt werden. Auch Schädlinge lassen sich gezielt entfernen oder bekämpfen.

 

Trockenfäule / Asochyta

Die Pilzkrankheit Asochyta kann alle oberirdischen Pflanzenteile befallen. Überwiegend tritt sie während der Überwinterung im Haus auf. Aber auch im Sommer kann die Pilzkrankheit im Freien auftreten. Insbesondere Regen oder Gießen von oben trägt dazu bei, dass die Pilzsporen über die Pflanze verteilt werden. Vor allem Exemplare mit dichtem Wuchs können im Inneren nur schlecht abtrocknen. Diese feuchte Umgebung bietet ideale Bedingungen für den Pilz. Stärker als die harten, verholzten Teile des Oleanders sind seine weichen Stellen gefährdet. Die Blütenstände oder weichen Triebe vertrocknen und sterben ab. Diese scheinbar trockene Stelle breitet sich anschließend zur Basis hin aus, wodurch zunächst der befallene Trieb abstirbt. Erreicht der Pilz die verholzte Basis, kann die gesamte Pflanze eingehen. Um die Trockenfäule in Schach zu halten, kann jährlich im Herbst eine vorbeugende Spritzung mit einem Mittel, das den Pilz abtöten, durchgeführt werden. Die Behandlung vor dem Einräumen ins Winterquartier sollte gründlich erfolgen, bis die Pflanze komplett benetzt ist und die Spritzbrühe an ihr herunterläuft. Ebenso kann die Basis durch Einpinseln mit einem Fungizid vor dem Pilzbefall geschützt werden. Ist bereits ein Befall sichtbar, sollten die entsprechenden Triebe entfernt und im Hausmüll entsorgt werden. Nach dem Schnitt können Wunden im alten Holz mit einem fungizidhaltigen Baumwachs versiegelt werden. Und die Schnittstellen der Triebe profitieren davon, mit einem Fungizid bepinselt zu werden.

 

Oleanderkrebs / Pseudomonas

Pseudomonas wird auch umgangssprachlich als Oleanderkrebs bezeichnet. Es handelt sich hierbei nicht nur um eine Krankheit der Blätter, sondern der gesamten Pflanze. Die Bakterienkrankheit kommt bei allen Oleandersorten vor, wobei der Befall je nach Sorte mehr oder weniger sichtbar wird. Durch den Pflanzensaft bewegen sich die Bakterien durch das Innere der Pflanze. Häufig kommt es zu kleinen braun-schwarzen Flecken mit hellen Rändern auf den Blättern. Diese werden größer und rissig und platzen letztendlich auf. Oft sind nur einzelne Triebe befallen, die längs aufplatzen und Wucherungen bilden. Vor allem die Knospen und Blüten sind anfällig für Pseudomonas. Oft entwickeln sich gar nicht erst Blüten, sondern die Blütenstände werden schwarz, verdicken sich und platzen auf. Auch die Samenkapseln bilden sich verkrüppelt. Um die Krankheit in Schach zu halten, sollten kranke und abgeblühte Blütenstände herausgeschnitten werden. Stark befallene Triebe werden bis weit hinunter ins alte Holz zurückgeschnitten und im Hausmüll entsorgt. Nutzen Sie unbedingt desinfiziertes Werkzeug und desinfizieren Sie es auch immer wieder während des Schneidens mit 70-prozentigem Alkohol, um eine Ausbreitung und Übertragung der Krankheit zu verhindern.

 

Wucherungen an einem Olivenbaum

Eine Wucherung verursacht durch Pseudomonas, hier an einem Olivenbaum.

 

Grauschimmel

Grauschimmel ist eine weitaus weniger große Gefahr für Oleander als Pseudomonas oder Asochyta und lässt sich gut eindämmen. Er entsteht hauptsächlich an vertrockneten Blüten, die nicht abgefallen sind, oder in einer warm-feuchten Umgebung, wie sie beispielsweise in verregneten Sommern vorherrscht. Hauptsächlich gefährdet sind die Sorten mit gefüllten Blüten. Diese fallen in der Regel nach dem Verblühen nicht von selbst ab. Überwiegend im Winterquartier breitet sich dann der Schimmel an den Blütenständen von den vertrockneten Blüten her aus. Anders als bei einfach blühenden Sorten sollte bei gefüllt blühendem Oleander vor dem Einräumen an den Überwinterungsstandort sichergestellt werden, dass nichts Verblühtes an der Pflanze verbleibt. Entfernen Sie abgestorbene und vertrocknete Blüten durch gewissenhaftes und vorsichtiges Abzupfen. Ihr Oleander wird es Ihnen danken und Sie im Folgejahr mit gesunden, prächtigen Blüten belohnen! Vorbeugend kann auch vor der Winterruhe eine Spritzung mit einem geeigneten Fungizid durchgeführt werden.

 

Feuerbrand

Feuerbrand wird durch das Bakterium Erwinia amylovora ausgelöst. Es handelt sich um eine Krankheit, die Blätter und Blütenstände befällt und sich seuchenartig schnell ausbreiten kann und dabei vor allem Kernobstgewächse befällt. Es besteht sogar eine Meldepflicht der Krankheit. Die zugrunde liegenden Regelungen für die Bundesländer sind auf den jeweiligen Websites der Landesämter für Landwirtschaft zu finden. Tatsächlich sehen die Blätter und Blüten befallener Pflanzen wie verbrannt aus. Sie fallen nicht ab, sondern welken vom Blattstiel her und verfärben sich braun bis schwarz. Durch das plötzliche Austrocknen kräuseln sich die Blätter hakenförmig. Unbehandelt führt Feuerbrand nach nur wenigen Wochen zum Absterben der gesamten Oleander-Pflanze. Um den Oleander zu retten und eine Ausbreitung des Bakteriums zu verhindern, muss er umgehend von anderen Obst- und Ziergehölzen separiert werden. Ebenso müssen befallene Teile großzügig abgeschnitten werden. Das dabei entstehende Schnittgut darf keinesfalls über die Biotonne oder den Kompost im Biokreislauf verbleiben, sondern gehört gut verpackt in den Hausmüll. Es gibt bestimmte Präparate zur Eindämmung von Feuerbrand, die angewandt werden können. Tragen Sie im Umgang mit Oleander stets Handschuhe und desinfizieren Sie verwendete Werkzeuge mit hochprozentigem Alkohol.

 

Oleanderblattlaus & Rußmehltau

Rußmehltau ist das deutlich sichtbare Symptom bei einem Befall des Oleanders mit Läusen. Als häufiger Schädling gilt die Oleanderblattlaus. Sie ist mit dem bloßen Auge gut zu erkennen: Sie lebt in Kolonien, ist mehrere Millimeter groß und hat einen hellgelben Körper. Sie ernährt sich vom Planzensaft des Oleanders und befällt vor allem dessen frische Triebe und Blütenstände. Auch winzige weiße Punkte auf den Blättern des Oleanders sprechen seltener für eine Krankheit als vielmehr für einen Befall mit Schädlingen. Bei der Häutung der Blattläuse bleiben weiße Hüllen zurück, die die Pflanze bei einem staken Befall sprenkeln. Auf dem ausgeschiedenen Honigtau der Blattläuse können sich dann Pilze ansiedeln, die eine Schwarzfärbung des Blattes bewirken. Durch die Schwächung der Pflanze beginnen befallene Blätter zu vergilben und sich zu kräuseln. Geflügelte Laus-Exemplare können auch umliegende Pflanzen besiedeln. Daher sollte ein Befall mit Oleanderblattläusen nicht unbehandelt bleiben. Kleine Helfer aus der Natur sind hierbei Marienkäfer und die Larven der Florfliegen, die die Blattläuse mit Vorliebe verputzen. Diese Nützlinge sollten vorsichtig vom Oleander abgesammelt werden, bevor es an Bekämpfungsmaßnahmen der Oleanderblattläuse geht. Zunächst werden die Blattläuse mit der behandschuhten Hand abgestreift und die gesamte Pflanze mit einem kräftigen Wasserstrahl abgespült. Nach ein paar Tagen wird die Prozedur wiederholt. Sollten sich die Blattläuse hartnäckig halten, ist es ratsam, biologische Präparate oder ein eigens gemischtes Präparat aus einem Liter Wasser mit einem Esslöffel Schmierseife und ein Wenig Spiritus aufzusprühen.

 

Gelbe Oleanderblattlaus auf Stängel

Die Oleanderblattlaus saugt den Saft der Pflanze. Ihre Ausscheidungen bilden einen guten Nährboden für Pilze, die die Blätter dunkel verfärben.

 

Spinnmilben

Gelbe Sprenkelungen der Blätter haben bei Oleander oft ihre Ursache in winzig kleinen Tierchen mit nur 0,5 Millimetern Größe. Spinnmilben fühlen sich in trockener und warmer Umgebung besonders wohl und ernähren sich vom Pflanzensaft. Sie befallen die Blätter vor allem an den Blattadern der Blattunterseite. Sie kommen in kleinen Kolonien vor und bilden weiße Gespinste. Oftmals fällt dem Hobby-Gärtner dieser weiße Befall als Erstes auf. Mit der Zeit laugen die Milben den Oleander aus, wodurch seine Blätter graubraun werden und letztendlich abfallen. Besonders anfällig für Spinnmilben sind Oleander, wenn sie den Winter an einem Standort verbringen, der deutlich wärmer als die empfohlenen zwei bis zehn Grad Celsius ist. Den Oleander kalt zu überwintern beugt einem Spinnmilben-Befall vor. Pflanzen an wärmeren Orten sollten regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Wurde ein Befall bereits festgestellt, kann die Luftfeuchtigkeit um die Pflanze herum erhöht werden, indem sie lauwarm abgeduscht und anschließend mit einer Plastiktüte abgedeckt wird. Diese Feuchtigkeit führt in der Regel zu einem Absterben der Spinnmilben. Sollte dies nicht ausreichen, um den Oleander von seinen Parasiten zu befreien, können biologische Mittel auf der Basis von Rapsöl oder Kaliseife angewandt werden. Besonderes Augenmerk sollte auf die Behandlung der Blattunterseiten gelegt werden. Nach zwei bis drei weiteren Behandlungen sollten dann alle Spinnmilben erstickt sein.

 

Bilder von Oleander

Wie sieht Oleander aus?

 

Zusammenfassung

Wie wird Oleander genutzt und gepflegt?

Oleander oder Rosenlorbeer verbreitet mit langen schmalen Blättern und üppiger Blüte von Juni bis September ein maritim anmutendes Flair. Seine mehreren Hundert Sorten bilden Sträucher von einem bis zu sechs Metern Höhe. Je nach Sorte blüht er in Weiß, Gelb, Rot oder Rosa mit einfachen oder gefüllten Blüten. Er kann auch zum Hochstamm erzogen werden. Da Oleander die hiesigen Winter mit langen Frostperioden im Freien nicht gut übersteht, ist er eine typische Kübelpflanze. Er schmückt vor allem Terrassen oder Balkone, teils aber auch Zimmer, und sollte für den Winter in ein geschütztes und frostfreies Quartier gebracht werden. An einem sonnigen und vor Wind und Regen geschützten Standort erfreut er seinen Gärtner jedes Jahr aufs Neue mit üppiger Pracht. Um mehr von der Pflanze zu erhalten, kann sie geteilt werden. Auch Stecklinge können geschnitten oder Samen ausgebracht werden. Oleander ist keine ganz unkomplizierte und zudem giftige Pflanze. Doch Bemühungen wie Umtopfen in einen ausreichend großen Topf mit Abflussloch, pflegende Rückschnitte und besonders viel Gießen belohnt er umgehend. Da er zu den Starkzehrern zählt, ist zudem regelmäßige Düngergabe unabdingbar. Wer ihm bestmögliche Bedingungen schafft und häufig vorkommenden Krankheiten und Schädlingen vorbeugt, der hat im Oleander für lange Zeit einen treuen Begleiter.

 

 

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Häufige Fragen

💧 Welcher Dünger eignet sich für Oleander?

Ab März kann entweder ein Langzeitdünger für mediterrane Pflanzen verabreicht werden oder es wird bis August alle ein bis zwei Wochen mit Flüssigdünger für Blüh- und Balkonpflanzen gedüngt. Blaukorn muss exakt nach den Herstellerangaben dosiert und um fehlende Spurenelemente ergänzt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

✂️ Wann und wie schneidet man Oleander zurück?

Sollte ein radikaler Schnitt nötig sein, sollte dieser im Frühjahr stattfinden, wenn der Oleander sein Winterquartier verlässt. Sowohl beim Verjüngungsschnitt im Frühjahr als auch bei leichten Korrekturschnitten über den Sommer hinweg sollten die Haupttriebe mit den Knospen möglichst erhalten bleiben. Tragen Sie beim Schneiden stets Handschuhe. Weitere Informationen finden Sie hier.

🪴 Welche Pflege braucht Oleander?

Oleander benötigt einen speziellen Schutz vor Frost im Winter und ganzjährig Wasser, besonders viel an heißen Tagen. Als Starkzehrer ist er vor allem im Kübel auf regelmäßige Düngergaben angewiesen. Sollten verblühte Blütenstände nicht von selbst abfallen, müssen diese zum Schutz vor Krankheiten vorsichtig abgezupft werden. Außerdem erhält ein regelmäßiger Pflegeschnitt Wüchsigkeit und Blühfreudigkeit. Weitere Informationen finden Sie hier.

❄️ Wie überwintert man Oleander?

Oleander überwintert idealerweise in seinem Kübel im Haus an einem frostfreien, dennoch nicht zu warmen, und zugluftfreien Ort. Optimal sind zwei bis zehn Grad Celsius. Es sollte genügend Licht vorhanden sein und ein- bis zweimal die Woche gegossen werden. Auch die Überwinterung im Freien ist möglich. Weitere Informationen finden Sie hier.

veröffentlicht am: 23 Februar 2021 - aktualisiert am: 29 April 2021

Autor bei Gartentraum

Mirko

Gesellschafter & Impulsgeber bei Gartentraum.de

Über den Autor

Mirko ist einer der Impulsgeber des Online-Magazins von Gartentraum.de. Kein Wunder, das Thema Gartendekoration wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Bereits sein Großvater sammelte begeistert Gartenfiguren und Bronzen und fertigte in seiner Werkstatt Pflanztöpfe für den Garten. Nun ist Mirko selbst auf der Suche nach den neuesten Trends in Sachen Gartendekoration.

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