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Gewächshaus selber bauen - Anleitung & 20 Ideen

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Sie möchten ein Gewächshaus in Ihrem Garten selber bauen? Hier finden Sie eine ausführliche Anleitung für mini, kleine & große Modelle aus Holz, Fenstern, Glas & Co. Außerdem geben wir Ihnen kreative Ideen in unserer großen Bildergalerie mit 20 Inspirationen.

GEWÄCHSHAUS SELBER BAUEN

Wie kann ein Gewächshaus selbst gebaut werden?

Sie möchten Ihren Garten mit einem Gewächshaus aufwerten oder gar eines selbst bauen? Dann sind Sie hier genau richtig! Bei uns finden Sie alle notwendigen Informationen, die Sie über Gewächshäuser wissen müssen. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie sich selber Ihr eigenes Gewächshaus errichten können. Lassen Sie sich von unserer Bildergalerie inspirieren, wie Ihr Treibhaus perfekt in Ihren Garten integriert werden kann.

 

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Gewächshaus

Gewächshaus

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GEWÄCHSHAUS - BEGRIFFSERKLÄRUNG

Was genau ist ein Gewächshaus?

Ein Gewächshaus ist eine Konstruktion bestehend aus lichtdurchlässigem Material. Diese dient der geschützten und vor allem auch kontrollierten Bepflanzung und Zucht von verschiedenen Pflanzenarten. Meistens bestehen die Wände aus Glas, jedoch sind heutzutage auch Gewächshäuser aus Folienmaterial sehr gefragt. Das tragende Grundgerüst wird meistens mit Stahl oder Aluminium errichtet, wobei auch Holz ein beliebtes Baumaterial darstellt. Pflanzen in einem Gewächshaus sind auf diese Weise von äußeren Umwelteinflüssen geschützt und Sie haben die Möglichkeit, gezielt auf die Bedürfnisse der Gewächse eingehen zu können. Durch die Regulierung der Bewässerung und der Lufttemperatur können dadurch sogar exotische Pflanzen ein zu Hause in Ihrem Garten finden. Aufgrund der lichtdurchlässigen Wände des Gewächshauses entsteht der sogenannte „Glashauseffekt“. Das Sonnenlicht dringt dabei ungehindert in das Gewächshaus ein und die inneren Wände absorbieren die Wärme. Auf diese Weise entsteht in gewissem Maße ein Treibhauseffekt, bei dem es zur selbstständigen Erwärmung des Innenraums kommt.

 

VERSCHIEDENE ARTEN VON GEWÄCHSHÄUSERN

Welche verschiedenen Arten von Gewächshäusern gibt es?

Ein Gewächshaus wertet Ihren Garten nicht nur bezüglich der Artenvielfalt der Pflanzen auf. Auch optisch ist ein Gewächshaus auf der Gartenanlage ein Blickfang. Je nach persönlichem Bedarf und Gegebenheiten Ihres Gartens ergeben sich unterschiedliche Arten, ein eigenes Gewächshaus zu verwirklichen.

 

Gewächshaus aus Glas

Das klassische Gewächshaus besteht aus vier Wänden und einem Dach aus Glas. Obwohl es in verschiedenen Größen konstruiert werden kann, sollten Sie genügend Platz in Ihrem Garten besitzen. Bedenken Sie dabei, dass Glas zerbrechlich ist. Ausreichend Abstand zu umliegenden Bäumen und genügend Platz für die Arbeit mit Gartenwerkzeugen sollte deshalb gegeben sein. Für zusätzliche Sicherheit können Sie für Ihr Gewächshaus auch sogenanntes „Einscheiben-Sicherheitsglas“ (ESG) verwenden. Damit gehen Sie unglücklichen Bruchschäden aus dem Weg. Wählen Sie für Ihr gläsernes Gewächshaus nicht nur aus verschiedenen Größen, sondern auch aus verschiedenen Formen. Hierbei ist das rechteckige Modell das beliebteste. Es sind aber ebenso quadratische oder sogar achteckige Formen möglich. Ein äußerst besonderer Blickfang stellt eine Orangerie im eigenen Garten dar. Aber auch ein gläsernes Gewächshaus in Form eines Iglus lässt einen ausgefallenen Gartenbereich entstehen.

 

Gewächshaus aus Glas

Ein Gewächshaus aus Glas ist dekorativ im Garten. © Jon – Fotolia.com

 

Foliengewächshaus

Foliengewächshäuser bestechen durch ihren Preis und ihre Praktikabilität, denn im Vergleich zu gläsernen Gewächshäusern sind sie sehr viel günstiger und schneller im Garten zu installieren. Das lichtdurchlässige Folienmaterial schützt die Pflanzen, liegt aber nicht direkt auf ihnen auf. Derartige Gewächshäuser reichen von sogenannten Wandertunneln bis hin zu Großraumtunneln. Wie bei anderen Gewächshäusern auch wird hier ebenfalls ein optimaler Schutz für allerlei Pflanzenarten gegeben. Jedoch sind die kontrollierte Bepflanzung und gezielte Pflege für gewisse Gewächse nicht optimal vorhanden, da aufgrund des Materials keine zusätzliche manuelle Beheizung möglich ist. Ein Vorteil des Foliengewächshauses ist der, dass es je nach Belieben schnell vergrößert werden kann. Aber auch wenn es vergleichsweise billiger ist als andere Gewächshäuser, kann der Austausch der Folien doch kostenintensiv werden. Der große Nachteil hierbei ist nämlich der, dass das Material nicht so verwitterungsbeständig wie Glas ist. Somit tritt eine Abnutzung viel eher ein und die Wände müssen öfter ausgetauscht werden. Wichtig ist es zudem, dass Sie auf die Qualität der Gewächshausfolien achten. Denn sollte diese ungenügend sein, kann das Material schnell reißen, was das gesamte Gewächshaus zerstören würde.

 

Foliengewächshaus

Ein Foliengewächshaus ist kostengünstig und praktisch, aber nicht sehr dekorativ.

 

Anlehngewächshaus

Anlehngewächshäuser liegen zurzeit sehr im Trend. Im Vergleich zu freistehenden Gewächshäusern sind sie ebenfalls kostengünstiger und zudem auch platzsparender. Das Gestell ist im häufigsten Fall an der Hauswand angebracht, kann aber auch an der Gartenhauswand konstruiert werden. Auf diese Weise wird eine Wandseite gespart und das Gewächshaus nimmt weniger Platz ein. Die Breite kann von Ihnen im Gegensatz zur Tiefe frei gewählt werden. Da die Konstruktion an der Hauswand platziert ist, profitiert das Gewächshaus von dessen gespeicherter Wärme und ist dadurch zudem energiesparender. Des Weiteren ist die unmittelbare Nähe zu Wasser und Strom gegeben, um die Pflanzen zielgerichtet und optimal pflegen zu können. Nicht nur im Garten ist ein solches Anlehngewächshaus ein Hingucker – sogar auf dem Balkon oder in den eigenen vier Wänden kann es angebracht werden. Ein Anlehngewächshaus dient außerdem als gute Alternative für einen Wintergarten.

 

Arten von Gewächshäusern im Überblick

Arten von Gewächshäusern im Überblick. © Gartentraum.de

 

GEWÄCHSHAUS IN VERSCHIEDENEN GRÖSSEN

Welche Größe sollte das Gewächshaus haben?

Je nach gewünschter Funktion oder Ihrem Vorhaben müssen Sie sich im Vorhinein auf eine Größe festlegen. Möchten Sie lediglich ein paar Küchenpflanzen über das Jahr hinweg ziehen, Ihre Orchideen pflegen, ein paar Gemüsesorten anpflanzen oder doch Ihren Traum vom großen Gewächshaus leben? Machen Sie sich bei der Planung zur Größe Ihres Gewächshauses im Vorfeld klar, welche Ziele Sie damit verfolgen möchten. Sollten Sie sich jedoch unschlüssig sein, dann planen Sie besser zu groß als zu klein. Ein Anbau im Nachhinein ist immer sehr zeitaufwendig und gestaltet sich zudem kostenintensiv.

 

Das Mini-Gewächshaus

Eine sehr kleine Alternative zu einem Gewächshaus ist das Mini-Gewächshaus. Der sogenannte „Ward’sche Kasten“ besteht aus lichtdurchlässigen Wänden und einem lichtdurchlässigen Dach und wird in seiner Bodenschale mit Erde befüllt. Auch hier können Sie zwischen verschiedenen Größen auswählen.

 

 

Ein sehr kleines Gewächshaus eignet sich hervorragend für die Anzucht von Pflanzen, um sie anschließend in Ihrem Garten oder vielleicht auch in Ihrem großen Gewächshaus einzupflanzen. Aber auch in Ihrer Küche kann es Platz finden, denn damit können Sie rund um das Jahr frische Kräuter auf kleinem Raum anpflanzen. Neben der Option, die kleinen Gewächse direkt in die Bodenschale zu pflanzen, können Sie auch einfach kleine Pflanztöpfe in dem Kasten platzieren. Diese profitieren so ebenfalls vom Treibhauseffekt. Neben der Küche kann ein Mini-Gewächshaus auch auf einem engen Balkon, im Fensterbrett, auf Ihrer Terrasse oder sogar in Ihrem Wohnzimmer seinen Platz finden. Überlegen Sie sich im Vorhinein, welche Funktion Ihr neues Mini-Gewächshaus einnehmen soll. Denn je nach Anspruch ist es notwendig, auf die Verarbeitung und die Qualität zu achten. Anspruchsvolle Pflanzen wie etwa Sukkulenten oder Orchideen benötigen eher ein hochwertiges Mini-Gewächshaus mit eingebautem Thermostat. Bedenken Sie ebenfalls, dass bei einem solch kleinen Gewächshaus nur wenig Platz vorhanden ist. Bevor Sie sich also viele Mini-Gewächshäuser zulegen, sollten Sie dann eher den Kauf eines etwas größeren Gewächshauses in Erwägung ziehen.

 

Mini-Gewächshaus

Ein Mini-Gewächshaus ist ein dekoratives Accessoire. © Gry Thunes – stock.adobe.com

 

Das kleine Gewächshaus

Kleine Gewächshäuser sind ebenfalls eine gute Alternative, wenn Sie in Ihrem Garten nicht allzu viel Fläche zur Verfügung haben. Jedoch beanspruchen auch kleine Gewächshäuser etwas Platz. Diese sind im Gegensatz zu den meisten mini Gewächshäusern begehbar. Hier können dieselben Pflanzen angebracht werden, wie auch in großen Gewächshäusern. Egal ob verschiedenste Gemüsesorten oder Exoten unter Pflanzen – kleine Gewächshäuser bieten die Option, auch in kleineren Flächen optimale Ergebnisse zu erzielen. Zu den kleinen Gewächshäusern zählen nicht nur die aus vier Wänden bestehenden Bauten, sondern auch die Anlehngewächshäuser mit lediglich drei Wänden. Dies stellt eine besonders platzsparende Alternative der kleinen Gewächshäuser dar.

 

Gewächshäuser sind immer ein wahrer Blickfang und sorgen für glänzende Hobbygärtner-Augen.

 

Das große Gewächshaus

Wenn Sie sich Ihren Traum von einem großen Gewächshaus erfüllen wollen, müssen Sie ausreichend Fläche in Ihrem Garten besitzen. Mit einem solchen Gewächshaus ist Platz geschaffen für viele verschiedene Gemüse- und Obstsorten, wie Gurken, Tomaten, Auberginen oder sogar Melonen. Auch exotische Gewächse und Obstsorten können optimal angepflanzt werden, wie beispielsweise Bananen, Kiwis oder Zitronenbäume. Mit einem großen Gewächshaus sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. Natürlich sollten Sie bedenken, dass ein solcher Umfang auch viel Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt, die Ergebnisse lohnen sich aber allemal. Das Design von großen Gewächshäusern ist auch vielfältig. Egal ob eigene Orangerie, ein Gewächshaus im Gartenhaus-Stil, ganz klassisch rechteckig oder als Folien-Gewächshaus – es ist immer ein wahrer Blickfang und sorgt für glänzende Hobbygärtner-Augen.

 

Großes Gewächshaus

Ein großes Gewächshaus bietet ausreichend Platz und ist ein echter Hingucker im Garten.

MATERIALIEN FÜR DAS GEWÄCHSHAUS

Welche Materialien eignen sich für ein Gewächshaus?

Nicht nur die Größe eines Gewächshauses ist entscheidend, sondern auch die Materialien, die darin verarbeitet werden sollen. Wir geben Ihnen einen Überblick der Möglichkeiten und was sich für Ihre Ansprüche und Vorstellungen am meisten lohnt.

 

Das Grundgerüst

Ein Gewächshaus besteht nicht nur einzig und allein aus lichtdurchlässigem Material; es braucht auch ein Grundgerüst, an dem dieses Material befestigt wird.

 

Grundgerüst Gewächshaus

Das Grundgerüst des Gewächshauses kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen.

Grundgerüst aus Holz

Ein Grundgerüst aus Holz ist die stilvollste Variante Ihre Pflanzen zu kultivieren. Aufgrund der vielen verschiedenen Holzarten können Sie das perfekte Material für Ihren Garten auswählen, damit es perfekt zu ihm passt. Besonders beliebt ist das Holz-Grundgerüst bei Mini-Gewächshäusern für den Innenbereich oder den Balkon, genauso für die Anlehngewächshäuser. Das Material strahlt Wärme und Natürlichkeit aus, die im Zusammenspiel mit den Pflanzen zum Wohlfühlen einlädt. Zwar passt ein organisches Material perfekt zu einem Gewächshaus, dennoch muss beachtet werden, dass Materialien aus der Natur mit der Zeit auch schneller abgenutzt werden. Nichtsdestotrotz gilt Holz als ein langlebiger Werkstoff. Das Material wird häufig von Hobby-Gärtnern verwendet, da Holz ein gängiges Arbeitsmaterial ist. Verwenden Sie in jedem Fall durchgetrocknetes Hartholz mit einer hohen Resistenzklasse, denn Gewächshäuser haben bekanntlich eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese greift schnell Holz an und es führt beispielsweise zu Pilzbefall. Dadurch können Schäden entstehen, die im Nachhinein schwer zu reparieren sind. Am besten eignen sich Tropenhölzer, die ökologisch nachhaltig angebaut wurden. Beispielsweise empfiehlt sich das Tropenholz Bangkirai, obwohl die Holzart recht kostenintensiv ist. Bevorzugt man eher Materialien aus der Nähe, eignet sich auch die heimische Lärche als Konstruktionsmaterial. Sie ist äußerst stabil und vergleichsweise deutlich günstiger.

 

Grundgerüst aus Metall

In Gewächshäusern sind in den meisten Fällen Metalle beziehungsweise Leichtmetalle verbaut. Unter anderem ist Aluminium sehr beliebt. Es besitzt eine hohe Formbarkeit und ist daher stark belastbar. Das Material eignet sich perfekt für die Verwendung in Gewächshäusern, da es sehr langlebig ist und außerdem als guter Wärmeleiter dient. Durch die zusätzlich hohe Isolation steigt zudem die Energieeffizienz des Gewächshauses. Jegliche Metalle gibt es in verschiedenen Ausführungen, sodass Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Sie haben die Wahl aus verschiedenen Farben und unterschiedlichen Stilen, wie beispielsweise der Vintage-Look. Auch Metalle wie etwa Schmiedeeisen bilden sehr stabile Grundgerüste. Sie wirken elegant und sehr wertig.

 

Gewächshäuser mit Grundgerüsten aus Holz und Metall

Das Material der Unterkonstruktion hängt davon ab, welches Gewächshaus Sie bauen möchten. © makam1969 – Fotolia.com

 

Die Abdeckung

Die Abdeckung eines Gewächshauses ist essenziell, denn diese muss lichtdurchlässig sein, damit der Treibhausgaseffekt entstehen kann. Auch muss das Material äußeren Gegebenheiten standhalten und Ihre Pflanzen optimal schützen.

 

Abdeckung aus Glas

Bereits bei einem Gewächshaus aus Glas können Sie sich zwischen verschiedenen Glas-Arten entscheiden. Das Bank-Glas ist beispielsweise sehr robust und dazu auch sehr durchsichtig. Auf diese Weise haben Sie einen perfekten Blick und die Sonnenstrahlen dringen leicht durch die Glasfronten. Eine Frage des Geschmacks liegt bei dem sogenannten Klar-Glas, welches ebenfalls lichtdurchlässig ist, aber eine geriffelte Struktur aufweist. Glas ist in den meisten Fällen sehr witterungsbeständig und bietet für Ihre Pflanzen einen optimalen Schutz. Achten Sie auch auf die Qualität bei der Verarbeitung, denn Glas ist bekanntlich zerbrechlich.

 

Gewächshaus Abdeckung aus Glas

Gewächshaus Abdeckungen aus Glas sind elegant und schick. © reichdernatur – Fotolia.com

Abdeckung aus Kunststoff-Glas

Eine kostengünstigere Alternative sind Verkleidungen aus Kunststoff. Auch Kunststoff-Glas ist lichtdurchlässig und sorgt für den wichtigen Treibhauseffekt im Gewächshaus. Jedoch sollten Sie bedenken, dass dieses Material trotz seiner Stabilität nicht so standfest ist, wie es bei einem Glasgewächshaus der Fall ist. Dahingegen ist die Reinigung leichter und schneller. Mit Kunststoff als Material sind Sie sehr stark an vorgegebene Formen gebunden, sodass Sie keine großen Möglichkeiten haben, Ihr Gewächshaus individuell zu errichten. Achten Sie auch hier beim Kauf auf eine gute Qualität. Denn ist die Verarbeitung hochwertig, hält ein Gewächshaus aus Kunststoff Unwettern, wie etwa Hagel, noch besser stand als andere vergleichbare Modelle aus Glas.

 

Kunststoff-Glas als Gewächshaus Abdeckung

Kunststoff-Glas vereint viele Vorteile als Gewächshaus Abdeckung.

Folienabdeckung als Alternative

Viele Hobby-Gärtner nutzen die Vorteile von Gewächshäusern einzig und allein aufgrund Ihrer Funktion. Obwohl ein Gewächshaus aus Glas oder Kunststoff ein beeindruckender Anblick ist, greifen viele auf die kostengünstige Alternative der Folienabdeckung zurück. Diese ist nicht nur preiswert, sondern auch leichter und schneller zu installieren. Auf diese Weise werden keine großen handwerklichen Talente benötigt. Beachten Sie aber, dass zu Beginn der Installation ein 50 Zentimeter tiefer Graben ausgehoben werden muss, damit die Gewächshausfolie dort eingeschlagen werden kann. Dabei muss die Folie fest verankert werden, denn das Material ist bei starkem Wind sehr anfällig. Die Folienabdeckung hält Regen und Wasser stand und ist beständig gegen viele Säuren. Schauen Sie bei der Folienabdeckung ebenfalls wieder auf die Qualität. Weniger hochwertige Abdeckungen können leicht reißen oder sind nicht allzu wetterbeständig. Folienabdeckungen sind zwar sehr preiswert, müssen aber im Laufe der Zeit immer wieder ausgetauscht werden. Langfristig gesehen, ist es ein starker Nachteil, da Materialien immer wieder neu gekauft und überzogen werden müssen. Foliengewächshäuser sind zudem keine nachhaltige Alternative. Viele Folien bestehen aus „Polyethylen“, welches aus Erdöl geschöpft wird. Dieses Material braucht etwa ein Jahrtausend, um zu verrotten.

 

Gewächshaus Abdeckung mit Folie

Folien als Gewächshaus Abdeckung sind günstig.

GEWÄCHSHAUS SELBER BAUEN - ANLEITUNG

Wie kann ein Gewächshaus selbst gebaut werden?

Wenn Sie ein wahrer Hobby-Gärtner sind und alles in Ihrem Garten gerne selbst in die Hand nehmen, gibt es für Sie auch die Möglichkeit, Ihr eigenes Gewächshaus selbst zu bauen. Natürlich nimmt es Zeit in Anspruch und gewisse handwerkliche Vorkenntnisse sollten vorhanden sein, dennoch lohnt sich das Ergebnis allemal.

 

Den perfekten Standort finden

Der Platz, an dem das Gewächshaus zukünftig stehen soll, ist äußerst wichtig. Im Großen und Ganzen wird ein Platz präferiert, der genügend Sonneneinstrahlung vorweisen kann. Daher sollte eine Südausrichtung des Gewächshauses immer vorgezogen werden. Vermeiden Sie Plätze mit einer Nordausrichtung, da hier die Sonnenausbeute sehr gering ist. Beachten Sie auch die unterschiedliche Sonneneinstrahlung in den Sommer- und Wintermonaten. Im Winter steht die Sonne im Allgemeinen immer tiefer, da können umstehende Bäume schnell zu Sonnenschluckern werden. Achten Sie daher darauf, dass keine großen Bäume in der Nähe des Bebauungsstandortes stehen. Vermeiden Sie zudem windige Areale, da Sie ansonsten starken Wind mit einer sehr guten Isolation ausgleichen müssen. Sollten Sie in der Hinsicht keine andere Wahl haben, können Sie „Windbrecher“ anbringen. Darunter versteht man unter anderem kleinere Büsche oder Sichtschutz-Wände. Der Bau an einer Hanglage ist ebenfalls ungünstig. Hier fließt in den Wintermonaten die kalte Luft dem Hang hinunter und es steigt die Frostgefahr im Gewächshaus. Dies müssten Sie mit vermehrtem Heizen ausgleichen, was auf Dauer kostspielig wird.

 

Standortwahl für Gewächshäuser

Finden Sie den perfekten Standort, an dem das Gewächshaus optimale Bedingungen einfängt.

 

Das passende Fundament legen

Wie das Wort schon sagt, ist das Fundament die Grundlage für die Standhaftigkeit Ihres selbstgebauten Gewächshauses. In erster Linie richtet sich die Art des Fundaments nach der Größe und das potenzielle Gewicht des Bauwerks. Das Fundament übernimmt nicht nur die Stabilität des Gewächshauses, sondern soll auch dafür sorgen, den Wärmeverlust in Richtung Erdboden bestmöglich zu minimieren. Für große Gewächshäuser gibt es verschiedene Varianten, ein stabiles Fundament zu errichten. Egal ob ein Holzbalkenfundament, Aluminiumfundament, massive Betonplatten, ein gegossenes Punktfundament oder ein Streifenfundament aus Beton – sie alle erfüllen ihren Zweck optimal. Bei leichten Gewächshäusern, wie etwa kleine Folienhäuser, genügt eine Holz- oder Rohrkonstruktion mit einem stabilen Erdanker im Untergrund. Achten Sie darauf, dass alle Seiten rechtwinklig zueinander ausgerichtet sind. Zudem sollte die Fundamentoberfläche frei von jeglichen Unebenheiten sein. Verbinden Sie die Installation des Fundaments gleich mit dem Ihres Wasseranschlusses. Sie können diesen unterhalb des Fundaments verlegen, denn dort ist er vor Frost geschützt.

 

Die Unterkonstruktion anlegen

Die Unterkonstruktion sollte aus gehobelten Holzlatten mit einer stabilen Größe konstruiert sein. Streichen Sie diese mit einer farblosen Holzschutzlasur und verschrauben Sie die Balken am besten mit Schwerlastwinkeln miteinander.

 

Die Rahmenkonstruktion anlegen

Bei einem Eigenbau des Gewächshauses ist Holz das beste Material, da es leicht zu verarbeiten ist. Zudem besitzen Hobby-Gärtner mit Holz häufiger Erfahrungen. Holen Sie sich Hilfe, denn da einzelne Bauteile sperrig sind, sollte man mindestens zu zweit anpacken. Bevor Sie das Rahmenkonstrukt zusammenbauen, sollten Sie alle Balken, Bretter, Leisten und OSB-Platten ausmessen und entsprechend zuschneiden. Dies können Sie auch in einem Baumarkt Ihres Vertrauens machen lassen. Bearbeiten Sie alle Holzteile mit Schleifpapier und bemalen Sie sie mit Wetterschutzlack. Je nach Anleitung und Abmessung werden dann die verschiedenen Holzbalken und -leisten zu Seitenwänden miteinander verschraubt. Auf dieselbe Weise wird anschließend die Vorder- und Rückwand konstruiert.

 

Die Glasmontage am Gewächshaus

Nutzen Sie Acrylglasscheiben oder Plexi-Glasscheiben für Ihre Glasmontage. Diese müssen ebenfalls zugeschnitten werden. Steht das Rahmenkonstrukt des Gewächshauses, werden die Glaszuschnitte passend und vorsichtig in die vorgegebenen Rahmen eingesetzt.

 

Glasmontage am Gewächshaus

Montieren Sie Folie, Glas oder Kunststoff, um das Gewächshaus zu vervollständigen. © kurgu128 – stock.adobe.com

 

Gewächshaus aus alten Fenstern bauen

Ein Gewächshaus bestehend aus alten Fenstern ist eine sehr ausgefallene und nachhaltige Möglichkeit, Ihr eigenes Bauwerk zu schaffen. Dies ist nicht nur eine besondere Form, altes Baumaterial zu verwerten, sondern ist zeitgleich auch ein besonderer Hingucker in Ihrem Garten. Sie benötigen in erster Linie alte Fenster, die Sie verarbeiten können – besser zu viele, als zu wenig. Außerdem benötigen Sie Holzbalken, Werkzeug und Schrauben, einen Spaten und je nach Wunsch, Wellplatten aus Plastik für das Dach. Mit den Fenstern müssen Sie nun versuchen, zwei gleichgroße Wände zu legen. Fast schon spielartig müssen Sie Fenster finden, die sich gut ergänzen, wobei ein paar Zentimeter Unterschied nicht dramatisch sind. Die Holzbalken müssen nun mit den Schrauben zu einem Rahmen miteinander befestigt werden. Zwei von den vier Balken, welche später die Eckpfosten bilden werden, müssen ungefähr 20 Zentimeter überstehen. Vergessen Sie bei alldem nicht, die Tür mit einzukalkulieren. Nutzen Sie für das Dach zum Beispiel Wellplatten, aber achten Sie darauf, einen geringen Winkel für das Regenwasser einzubringen.

 

Gewächshaus aus alten Fenstern

Ein Gewächshaus aus alten Fenstern ist ein echter Blickfang. © schankz – Fotolia.com

 

KOSTEN EINES GEWÄCHSHAUSES - GÜNSTIG UND EXKLUSIV

Wie viel kostet ein Gewächshaus?

Die Kostenfrage spielt immer eine wichtige Rolle. Vor allem bei Gewächshäusern ist sie großgeschrieben, denn die Preisspanne ist hier sehr weit. Nicht nur die Größe des Gewächshauses ist ausschlaggebend, sondern auch die verarbeiteten Materialien. Für die gleiche Grundfläche bezahlt man so von 189,00 Euro bis rund 1.400,00 Euro hin zu circa 5.000,00 Euro. Sie sollten sich bewusst sein, dass Sie ein Gewächshaus häufig nur einmal im Leben bauen, also entscheiden Sie sich für den Preis, der am angebrachtesten für Sie erscheint. Die Preise verändern sich ständig in einem Jahr, da der Kauf auch stark von der Saison abhängt. Ein Gewächshaus selber zu bauen, suggeriert nicht automatisch finanzielle Einsparungen, denn die Arbeitszeit und das entsprechende Werkzeug muss mit einkalkuliert werden. Günstige Gewächshäuser sind häufig aus Folienabdeckungen oder Kunststoff gefertigt, während exklusivere aus tropischem Holz oder hochwertigem Glas bestehen.

 

DIE RICHTIGE BEPFLANZUNG

Wie wird das Gewächshaus richtig bepflanzt?

 

Vielfältige Pflanzen im Gewächshaus

Die Bepflanzung im Gewächshaus kann individuell festgelegt werden.

 

Die ausgewählten Pflanzen sollten zum einen Ihren persönlichen Präferenzen entsprechen, aber zeitgleich auch an die vorhandenen Gegebenheiten des Gewächshauses angepasst sein. Sie müssen sichergehen, dass Ihr Gewächshaus zum Heranziehen von Pflanzen geeignet ist. Die Sonneneinstrahlung am Standort und die Größe müssen für bestimmte Gewächse ausreichend sein. Besitzen Sie beispielsweise ein beheiztes Warmhaus, können Sie problemlos exotische Pflanzenarten anbauen. Bei unbeheizten Gewächshäusern muss die Bepflanzung an die Jahreszeit angepasst werden.

 

 

Der Platz ist ein besonders wichtiger Faktor, denn mit dem Wachstum brauchen Pflanzen immer mehr Fläche. Ein zu enges Bepflanzen würde also den Ernten missfallen und es könnte außerdem leicht zu Krankheitsbefällen kommen. Im Gewächshaus muss der Boden regelmäßig gedüngt werden, da den Pflanzen aufgrund ihres raschen Wachstums schnell die Nährstoffe ausgehen. Sind drei Jahre vergangen, ist es ratsam den Boden komplett auszutauschen. Beim Aussähen gilt stets die Regel: Pflanzen, die länger reifen, werden als Erstes in das Gewächshaus gepflanzt. Schauen Sie auf die jeweiligen Saattüten, um genau zu wissen, welche Mindesttemperatur dabei herrschen muss. Bei der Auswahl der Pflanzenarten ist es wichtig, Gewächse zu nehmen, die ähnliche Pflegebedürfnisse aufweisen. Schattenliebende Pflanzen können nicht neben sonnenliebenden Arten gedeihen. Sie haben die Wahl zwischen Gemüsesorten und Kräutern, welche hervorragend in Gewächshäusern herangezogen werden können. Aber auch zwischen exotischen Obstsorten, wie etwa die Banane, Kiwi oder der Granatapfel gedeihen in Treibhaushäusern optimal. Ein Gewächshaus voller Blumen ist ebenfalls ein großer Hingucker.

 

Richtige Bepflanzung im Gewächshaus

Richtige Bepflanzung im Gewächshaus. © Gartentraum.de

 

DAS PERFEKTE ZUBEHÖR

Welches Zubehör ist für ein Gewächshaus notwendig?

Ein wichtiges Zubehör für Ihr Gewächshaus ist ein Fensteröffner. Denn auch, wenn Sie mal nicht zu Hause oder im Garten sind, kann die Sonne extrem scheinen und es kommt zu einer Überhitzung des Gewächshauses. Es kann aber auch zu einer zu hohen Luftfeuchtigkeit kommen, wodurch der Innenraum gelüftet werden muss. Dann kommen Fensteröffner zum Einsatz, denn diese schließen und öffnen sich automatisch. Für das optimale Klima im Winter kann zusätzlich eine Gewächshausheizung eingesetzt werden. Haben Sie deshalb stets ein Thermometer in Ihrem Treibhaus angebracht, um sich einen Überblick verschaffen zu können. Auch an die Beschattung ist an besonders heißen Tagen zu denken. Daher sind Beschattungs-Rollos für Ihr Gewächshaus wichtig, um den Pflanzen Schutz vor der intensiven Sonneneinstrahlung zu bieten. Sollte es zu kleineren Schäden kommen, sind die Reparaturen schnell selbst gemacht. Haben Sie daher stets passendes Werkzeug und Materialien wie etwa Schrauben, Türfeststeller und Haken-Konstruktionen parat. Sehr praktikabel ist zudem ein Wandregal für zusätzliche Stellfläche – egal ob für Werkzeug oder Pflanzschalen. Auch gefragt ist ein sogenannter Pflanztisch, denn dieser bietet Ihnen genügend Arbeitsfläche.

BILDERGALERIE

Wie könnte das Gewächshaus aussehen?

ZUSAMMENFASSUNG

Was ist das perfekte Gewächshaus für Garten und Balkon?

Ein Gewächshaus im Garten bringt jede Menge Nutzen und kann ein dekoratives Element in der Gartengestaltung sein. Die Preisspanne ist groß, da nicht nur die Materialien, sondern auch die Größe unterschiedliche Kosten verursachen. Besondere Extras, die das Ziehen von Obst und Gemüse erleichtern, kosten dabei zusätzlich. Egal ob klein oder groß, achten Sie stets auf eine gute Qualität. Ein Gewächshaus sollte im besten Fall nachhaltig und lange nutzbar sein. Beim Selberbauen eines Gewächshauses sollten Sie die einzelnen Schritte mit Sorgfalt ausführen. Beginnen Sie mit der Wahl des richtigen Standorts, auf welchem Sie das Fundament platzieren. Die Unter- und die Oberkonstruktion bilden dann das Bauwerk, welches Sie in Ihrem persönlichen Lieblingsstil gestalten können. Ein Gewächshaus ist eine echte Bereicherung für den Garten und bringt viele Vorteile mit sich – wagen Sie sich deshalb ruhig an das Projekt „Gewächshaus Marke Eigenbau“!

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veröffentlicht am: 12 August 2019 - aktualisiert am: 10 Oktober 2019

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Autor bei Gartentraum

Jenny Röck

Redakteur

Über den Autor

Jenny hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien studiert und ist jetzt mit Leidenschaft Redakteurin. Schon seit Kindertagen liebt sie alles Blühende und hält sich deshalb am liebsten im Garten auf. Dort kümmert sie sich liebevoll um ihre Pflanzen und sucht nach immer neuen harmonischen Farbkombinationen.

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